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MOUNTAINBIKE: Neff startet zur Aufholjagd

Jolanda Neff hat die letzte Prüfung an der Uni geschrieben. Nun kann sich die 24-Jährige wieder ganz dem Sport widmen. Um in Form zu kommen, hat sie noch eineinhalb Monate Zeit.
Raya Badraun
Die Rheintalerin Jolanda Neff will bis zur EM Ende Juli, wo sie als Titelverteidigerin startet, wieder in Form sein. (Bild: Kross Racing Team/Adam Klimek)

Die Rheintalerin Jolanda Neff will bis zur EM Ende Juli, wo sie als Titelverteidigerin startet, wieder in Form sein. (Bild: Kross Racing Team/Adam Klimek)

Raya Badraun

Seit ein paar Wochen fährt Jolanda Neff mit einem neuen Mountainbike durch den Wald. Es ist keines, das man so im Laden kaufen kann. Es wurde vom Kross Racing Team speziell für sie gebaut. Das Velo ist feuerrot und auf dem Rahmen, da sitzt ein Phönix mit Flügeln, die an züngelnde Flammen erinnern. Neff hat das Motiv ausgesucht und es könnte kaum passender sein für dieses Jahr, das so heraussticht aus ihrer bisherigen Karriere.

Seit vergangenem Herbst ist Neff nicht mehr die Profisportlerin, die sie einst war. Sie ist nun Geschichtsstudentin und die Zeit und Energie, die sie hat, muss sie auf Sport und Uni verteilen. Die Balance zu finden, brauchte Zeit. So trainierte sie in den Wintermonaten bis zu 40 Prozent weniger als in den Jahren zuvor. Es gab Tage, an denen sie auf keinem Velo sass, weil so viele Vorlesungen anstanden. Im Frühling hatte sie ihr Leben eingerichtet und wieder mehr Zeit für das Training. Doch Sommersportler werden im Winter gemacht. Das hat Neff in den ersten Rennen gespürt. Die Form war noch nicht da. Statt Podestplätze zu sammeln, wie in den Jahren zuvor, musste sie sich deshalb auf den hinteren Rängen einreihen.

Einen Gang runterschalten

Für die 24-jährige Neff, die früher fast alles gewonnen hatte, war diese Erfahrung neu. Doch sie ist froh darüber. Die vergangenen Monate haben ihr gezeigt, was es braucht, um vorne dabei zu sein, wie viel Aufwand, Verzicht und Hingabe. «Es ist schön, das zu sehen», sagt sie. «So weiss ich, dass sich der Aufwand in den vergangenen Jahren gelohnt hat.» Doch ihr ist auch bewusst, dass der Sport in Zukunft wieder mehr Aufmerksamkeit braucht. Deshalb wird sie im nächsten Semester einen Gang runterschalten und sich für weniger Kurse einschreiben als bisher. Zudem fällt dann auch die Angewöhnungszeit weg, die Suche nach der Wohnung und nach einem neuen Team. «So habe ich auch wieder einmal eine Minute für mich», sagt die Rheintalerin.

Doch vorerst stehen andere Themen im Fokus. Ende Juli findet in Italien die EM statt, wo Neff als Titelverteidigerin startet. «Bis dahin will ich wieder dorthin, wo ich vorher war und wo ich hingehöre», sagt Neff. Aufholbedarf hat sie in allen Bereichen, denn überall musste sie zurückstecken. «Jede Pedalenumdrehung tut mir gut.» Die Wettkämpfe in den vergangenen Wochen stimmen sie jedoch zuversichtlich. Beim Weltcup in Albstadt etwa belegte sie Rang drei – ein starkes Zeichen. Vor einer Woche schrieb sie zudem die letzte Prüfung an der Universität Zürich. Nun hat sie bis Mitte September Semesterferien. Doch statt mit dem gewohnten Trainingsalltag beginnen zu können, kam ihr eine Erkältung dazwischen. So verpasste sie am vergangenen Wochenende den Swiss Bike Cup in Gränichen. Auch die Pollenallergie macht ihr immer wieder zu schaffen.

Mittlerweile geht es ihr besser. Am Montag reiste sie nach St. Moritz, wo sie drei Tage trainiert. Der nächste Wettkampf findet am 25. Juni statt. Es ist die Marathon-WM, die sie im vergangenen Jahr gewonnen hat. Danach kommt ein Wettkampf nach dem anderen. Erst im August vor der WM wird sie nochmals ein paar Tage zu Hause in Thal sein. Bis dann wird sie auf ihrem Mountainbike viele Kilometer gefahren sein. «Race like a phoenix», steht darauf. Nichts weniger will sie bis dahin schaffen.

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