MOTORRAD: Der WM-Titel als logisches Ziel

Thomas Lüthi gehört in der am Sonntag in Katar beginnenden Saison zu den Topfavoriten auf den Moto2-Titelgewinn. Nach Rang zwei strebt der Berner den nächsten Schritt an. Fortschritte erhofft sich auch Dominique Aegerter.

Valentin Oetterli (sda)
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«Natürlich will ich Weltmeister werden»: Der 30-jährige Emmentaler Thomas Lüthi. (Bild: Tracey Nearmy/Keystone)

«Natürlich will ich Weltmeister werden»: Der 30-jährige Emmentaler Thomas Lüthi. (Bild: Tracey Nearmy/Keystone)

Valentin Oetterli (SDA)

Besser als in der zweiten Saisonhälfte 2016 sah man Thomas Lüthi wohl noch nie fahren. Auch nicht in seinem Weltmeisterjahr in der 125-ccm-Kategorie. Dies sieht auch der 30-jährige Emmentaler so: «2005 geschah vieles einfach mit mir. Die Erfolge im vergangenen Jahr geschahen hingegen viel bewusster.» Nach seinem schweren Sturz im August in Brünn setzte Lüthi ab Silverstone zu einer Erfolgsserie mit drei Siegen innert fünf Grands Prix an. Den Titelkampf gegen den späteren Weltmeister Johann Zarco hielt er bis zum zweitletzten Saisonrennen offen.

Wie im Vorjahr heisst Lüthis wichtigste Bezugsperson im Team Gilles Bigot. Der erfahrene Franzose, seit 31 Jahren im GP-Rennsport dabei, war 1999 Cheftechniker beim 500-ccm-Titelgewinn des Spaniers Alex Crivillé. Diese Position nimmt er auch in Lüthis Crew ein. Heuer wisse man noch besser, wie der andere ticke, so Lüthi. Der 14-malige GP-Sieger erhofft sich dank der verfeinerten Zusammenarbeit mit Bigot den «nächsten Schritt vorwärts». Ob diese Fortschritte in seiner achten Saison in der Moto2-Kategorie zum WM-Titel führen werden, darüber mag Lüthi nicht spekulieren: «Natürlich will ich besser sein als im vergangenen Jahr und will Weltmeister werden.»

Grosse Konkurrenz aus Japan und Italien

Dass neben dem Franzosen Zarco – er nach zwei Moto2-Titeln in Folge – auch der spanische WM-Dritte Alex Rins und der fünftklassierte Brite Sam Lowes in die MotoGP-Klasse aufgestiegen sind, will der Berner nicht überbewertet wissen. Es gebe in der Moto2 weiterhin viele gute Fahrer, so Lüthi. Der 233-fache GP-Starter denkt dabei neben dem Japaner Takaaki Nakagami, dem Schnellsten der abschliessenden Testfahrten in Katar, vor allem auch an Franco Morbidelli. Der 22-jährige Italiener steht zwar noch ohne GP-Sieg da, doch stand er in der zweiten Hälfte der vergangenen Saison in sieben von neun Rennen auf dem Podest. Ab August und dem GP von Österreich bis zum Saisonfinale in Valencia holte er knapp mehr Punkte als Lüthi und deutlich mehr als Zarco.

Im Gegensatz zu seinem Berner Kantonskollegen blickt Dominique Aegerter auf zwei Saisons zurück, in welchen er nicht die erhofften Resultate erreichte. Der Oberaargauer verliess deshalb das CarXpert-Team, bei welchem er seit seinem GP-Début im Oktober 2006 unter Vertrag war. Aegerter wechselte nach Deutschland zu Kiefer Racing, wo er statt auf Kalex wieder auf einem von ihm bevorzugten Suter-Motorrad fahren kann. Auf einem solchen hatte er 2014 den fünften WM-Schlussrang belegt und auf dem Sachsenring seinen bislang einzigen GP-Sieg gefeiert. Für Suter Racing aus Turbenthal ist es nach einem Jahr Unterbruch die Rückkehr in die mittlere WM-Kategorie. In der Vorbereitung auf diese Saison hielt Aegerter teils gut mit der Spitze mit. In den Tests in Jerez reichte es ihm in fast jeder Session in die Top zehn. Doch bei den Übungsfahrten zuletzt in Katar tat sich Aegerter schwer. Als 23. büsste er fast 1,8 Sekunden auf die Spitze ein. Aegerter befand, «dass wir in den nächsten Tagen die Hausaufgaben erledigen müssen».