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MOTOCROSS-WM IN FRAUENFELD: Jeremy Seewer hat den Titel im Visier

Nach dem zweiten Platz in der vergangenen Saison ist der WM-Titel das Ziel von Jeremy Seewer. Auch wenn er 50 Punkte zurückliegt. Am Sonntag startet Seewer zu den WM-Rennen in Frauenfeld.
Rolf Lüthi
Jeremy Seewer, der Schweizer WM-Trumpf in Frauenfeld. (Bild: Andrea Stalder)

Jeremy Seewer, der Schweizer WM-Trumpf in Frauenfeld. (Bild: Andrea Stalder)

Rolf Lüthi

Wenn am Sonntag in Frauenfeld das Startgatter zum ersten Lauf der MX2-Klasse fällt, hat Jeremy Seewer 50 WM-Punkte Rückstand auf den WM-Leader Pauls Jonass. Fünf WM-Rennen mit je zwei Läufen sind 2017 noch zu fahren, für einen Laufsieg gibt es 25 Punkte. Auf den WM-Dritten, den Dänen Thomas Kjer Olsen, hat Seewer 102 Punkte Vorsprung. «Alles auf eine Karte!», lautet bei dieser Konstellation die Taktik des schnellen Schweizers. Es ist seine letzte Chance, den Titel in der Nachwuchsklasse MX2 zu holen, die Fahrern bis 23 Jahre vorbehalten ist. Nächstes Jahr wird Seewer 24-jährig und muss in die Königsklasse des Motocross, genannt MXGP, aufsteigen. In dieser Kategorie ist er für weitere zwei Jahre beim Suzuki-Werksteam unter Vertrag.

Antreten wird Seewer an seinem Heimrennen wieder in einem Fahrertrikot, das er selbst gestaltet hat. Das «Swiss Clockwork Design»ist eine Hommage an seinen neuen Sponsor, eine Schweizer Uhrenfirma, und betont auch Seewers Stärke im Rennsport: Wegen seiner Kon­stanz und Präzision wird Seewer von fachkundigen Beobachtern häufig mit einem Schweizer Uhrwerk verglichen.

In einem japanischen Werksteam

Seewer ist ein nie dagewesenes Phänomen: Noch nie wurde ein Schweizer Motocrossfahrer von einem japanischen Werksteam unter Vertrag genommen, und noch nie hat ein Schweizer Rennfahrer in einer Saison sechs WM-Läufe und vier Grands Prix gewonnen. Vergangenes Jahr fand nach 15 Jahren erstmals wieder ein Rennen zur Motocross-WM in der Schweiz statt. Seewer fuhr vor 35000 Zuschauern um die Laufsiege und holte zweimal den zweiten Platz.

Es kam zu einem kaum für möglich gehaltenen Medien­hype, der auf einen neuen Höhepunkt zusteuert: Alle Tageszeitungen berichten. SRF 2 wird am Sonntag ab 12 Uhr während sechs Stunden Motorradrennsport senden. Im Wechsel wird dabei vom WM-Strassenrennen in Österreich berichtet, wo Thomas Lüthi zu den Sieganwärter in der Moto2-Klasse zählt, und aus Frauenfeld, wo Seewer Favorit in der Kategorie MX2 ist.

Die Voraussetzungen, dass Seewer die Erwartungen einlösen kann, sind gegeben: Der Suzuki-Rennstall wird geleitet vom Belgier Stefan Everts, der als Fahrer zehn WM-Titel gewann und der als einer der erfahrensten Teamchefs gilt. Betreut und gemanagt wird Seewer seit zwölf Jahren von Denis Birrer, der selber zwei Mal Schweizer Motocross-Champion war. Teamkollege von Seewer ist der 17-jährige Australier Hunter Lawrence. Das Suzuki-Werkteam ist kleiner und familiärer organisiert als das grössere KTM-Werksteam von WM-Leader Jonass. Mit der Lawrence-Familie mit ihrer coolen australischen Art kommt ein reizvoller Gegenpol zur ehrgeizig-analytischen Mentalität des Belgiers Everts, des Schweizers Seewer und den japanischen Technikern ins Team.

Seewer hat seinen Hauptrivalen um den WM-Titel, den 20-jährigen Jonass, genau studiert. Der Lette wird schwer zu besiegen sein: «Am Start hat Jonass mit der leistungsstarken KTM einen leichten Vorteil, meine Suzuki ist dafür in engen Kurvenpassagen besser zu fahren.» Fahrerisch schätzt Seewer seinen Gegner sehr stark ein, mental sieht er sich im Vorteil: «Jonass macht kaum Fehler, auch wenn er unter Druck ist. Auch an schlechten Tagen erreicht er gute Resultate. Doch wenn man ihn einmal überholt hat, ist er geknickt und mental nicht sehr stark. Er neigt dazu, sich mit der Niederlage abzufinden und versucht nicht, wieder anzugreifen.»

Der Heimvorteil spricht für Seewer

Auf die Frage, wem die Frauenfelder Piste besser zusagt, kommt die Antwort wie aus der Pistole geschossen: «Mir». Die Strecke bei der Zuckerfabrik, angelegt auf Humusboden und garniert mit künstlich aufgeschütteten Sprunghügeln, wird sich während der Rennläufe stark verändern. «Es werden sich Rillen und tiefe Gräben bilden. Unter solchen Bedingungen bin ich fahrerisch stärker als Jonass», sagt der in Bülach wohnende Seewer.

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