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MOTOCROSS: Und das alles für einen Punkt

Wie im Vorjahr holt sich Jeremy Seewer an seinem WM-Heimrennen in Frauenfeld den zweiten Platz in der Tageswertung. Doch die Geschichte dazu ist eine ganz andere.
Rolf Lüthi
Jeremy Seewer macht im WM-Klassement nur wenig Boden gut. (Bild: Benjamin Manser/KEY)

Jeremy Seewer macht im WM-Klassement nur wenig Boden gut. (Bild: Benjamin Manser/KEY)

Rolf Lüthi

Nach dem Sieg im Qualifikationsrennen vom Samstag galt der Schweizer Jeremy Seewer als Favorit für die beiden Rennläufe der MX2-Kategorie an den WM-Rennen im Motocross in Frauenfeld. Seewers Sieg im ersten Rennen war jedoch alles andere als ein Spaziergang. Die Werk-Suzuki ist am Start gegenüber den Motorrädern von KTM und Husqvarna leicht im Nachteil. Trotzdem preschte Seewer in die Spitzengruppe. Nach vier Runden hatte er sich die Führung erkämpft und dabei auch seinen direkten Konkurrenten um den WM-Titel, den Letten Pauls Jonass, überholt.

Doch war da noch ein Mann im Feld, der bessere Rundenzeiten fahren konnte als die Spitzengruppe: Der Franzose Benoit Paturel kämpfte sich von Platz fünf auf den zweiten Platz vor und setzte Seewer gewaltig unter Druck. Die beiden legten ein Tempo vor, das keine anderen Fahrer mitgehen konnten. Paturel ging sehr überlegt vor, stu­dierte Linienwahl, Stärken und Schwächen Seewers und griff in der finalen Runde an. Er setzte sich am Schweizer vorbei, dieser konterte jedoch und liess den Franzosen in der verbleibenden halben Runde nicht mehr auf Schlagdistanz herankommen. Der Sieg wurde vom Heimpublikum bejubelt.

Stallorder sind im Rennsport offiziell verpönt und trotzdem nichts Besonderes: KTM-Werksfahrer Jorge Prado Garcia liess seinen Teamkollegen Jonass passieren, und ohne weitere Zweikämpfe fuhren die beiden auf den Plätzen drei und vier kräfteschonend ins Ziel. Jonass büsste in der WM fünf Punkte ein – bei einem Vorsprung von 50 Punkten auf Seewer ein begrenzter Schaden.

Am Rande der Legalität

Auf einen Laufsieg Seewers durfte man hoffen, mit einem Schweizer Sieg in der MXGP-Klasse rechneten wohl nur die grössten Optimisten. Doch genau das traf ein. Der Genfer Arnaud Tonus gewann den Start zum ersten Lauf und gab die Führung bis ins Ziel nicht mehr ab. Über die ganze Renndistanz versuchte sein direkter Verfolger, der Brite Max Anstie, den Schweizer zu Fehlern zu zwingen, doch Tonus hielt dem Druck bravourös stand und siegte dank beeindruckender mentaler Stärke mit knappem Vorsprung.

Zwei Schweizer Tagessiege schienen möglich, und das auf heimischem Boden – die Stimmung auf den Tribünen war auf einem Höhepunkt. Es folgte eine eiskalte Dusche. Nach dem Start zum zweiten MX2-Rennen wurde Seewer noch vor der ersten Kurve abgedrängt und stürzte. Der Hintergrund: Die Fahrer wählen ihren Platz am Startgatter in der Reihenfolge des Qualifikationsrennens. Das KTM-Werksteam verfolgt seit geraumer Zeit die Taktik, dass sich Prado Garcia direkt neben Seewer aufstellt, um diesen bei Start wenn möglich auszubremsen. Das ist legal, doch wenn es dabei zu einer Karambolage kommt, ist das zumindest unschön. Als Seewer sich aufgerappelt hatte und weiterfuhr, lag er auf dem letzten Platz.

Mit einer starken Aufholjagd machte er jedoch Rang um Rang gut. Das Publikum ging begeistert mit, bei Halbzeit kam Seewer bereits auf dem siebten Rang daher. Doch die Führenden waren dann doch nicht mehr einzuholen, Platz fünf war eigentlich schon viel mehr, als in dieser Situation noch möglich war. Mit seinem Sieg gewann derweil ­Paturel auch die Tageswertung, während Prado Garcia seinen Teamleader Jonass erneut passieren liess und dieser dadurch auf Platz drei landete.

Teamchef lobt seinen Schützling

In der Addition machte Seewer an diesem Renntag mit einem Riesenaufwand einen WM-Punkt auf Jonas gut. «Seewer fuhr heute das beste Rennen seines Lebens – und das bei seinem Heimrennen», sagte sein Teamchef Stefan Everts, der zehnfache Weltmeister aus Belgien. «Und trotzdem ist er in der Tageswertung nur Zweiter, wie bereits im vergangenen Jahr.»

Im zweiten MXGP-Rennen sollte es noch schlimmer kommen: Den Start konnte Tonus nicht gewinnen, doch er war unter den ersteh zehn, als er bei einem Sprung stürzte. Ein nachfolgender Fahrer konnte nicht mehr ausweichen und überfuhr den Schweizer. Tonus musste das Rennen aufgeben. Am Abend nach dem Rennen wurde er noch immer versorgt, es bestand Verdacht auf eine Schlüsselbeinfraktur.

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