MOTOCROSS: Mit Benzin im Blut

Am Wochenende fand nach sieben Jahren Unterbruch wieder einmal eine Motocross-Veranstaltung auf dem Gelände Riethüsli in Braunau statt.

Urs Nobel
Drucken
Teilen
Übersicht über das ideale Motocrossgelände Riethüsli in Braunau. (Bild: Martin Grätzer)

Übersicht über das ideale Motocrossgelände Riethüsli in Braunau. (Bild: Martin Grätzer)

Urs Nobel

urs.nobel@wilerzeitung.ch

So kann es gehen. Man ist absoluter Favorit und muss anerkennen, dass auch die Gegnerschaft nicht von gestern ist. Wurden die Rennen am Samstag meist von einzelnen wenigen dominiert und die andern fuhren «einfach so mit», ging am Sonntag die Post ab. Vor allem in den Kategorien MX2 und MXOpen. Die Favoriten mussten leiden und teilweise mit Ehrenplätzen vorliebnehmen. Sehr zur Freude der Zuschauer, die sich begeistert zeigten und wegen der Leistungen der Fahrer sportlich der Hitze trotzten.

Ehrenplätze für Baumgartner und Furlato

Der Sieger im MX Open heisst nicht etwa wie erhofft und erwartet Andy Baumgartner aus Romanshorn vor Ives Furlato aus Amlikon-Bisseg, sondern Jason Clemont. Der Franzose gewann beide Läufe. Baumgartner konnte nach einem verpatzten ersten Lauf den Kampf um den Sieg im zweiten Durchgang lange offenhalten. Es reichte aber nicht, um dem starken Franzosen Paroli zu bieten. Furlato schaffte es wenigstens nach einem Gerangel im zweiten Lauf noch auf Rang 3.

Das Rennen im MX2 lebte lange von einem Zweikampf zwischen dem Welschen Kevin Auberson und dem Liechtensteiner Luca Bruggmann. Schliesslich setzte sich nach einem spannenden Rennen der Meisterschafts-Erste durch und unterstrich seine Ambitionen auf den Gesamtsieg. Pech hatte der Toggenburger Nico Seiler, der im zweiten Rennen nicht vom Start wegkam und nachher ein einsames Rennen fuhr. Der 18-jährige Maurerlehrling aus Lütisburg kann sich dafür damit trösten, dass er für Frauenfeld in zwei Wochen eine Wildcard bekommen hat.

«Helfer haben Grossartiges geleistet»

Am Sonntagmittag bedankte sich OK-Präsident Urs Ulli bei den Sponsoren, den Behörden und vor allem bei seinen Helfern. «Was meine Crew in der vergangenen Woche und auch an den zwei Renntagen geleistet hat, ist schlichtweg phänomenal.» Er zeigte sich auch erfreut darüber, dass es bis am zweiten Tag zur Mittagszeit noch keine Verletzten zu beklagen galt. «Das zeigt, dass wir den Fahrern eine einwandfreie Rennpiste hergerichtet haben, die fair, aber schwierig zu befahren ist.» Ullis Hoffnung auf ein gänzlich unfallfreies Wochenende sollte sich jedoch nicht erfüllen. Im ersten Lauf des Swiss MX2 stürzte ein Fahrer und wurde ins Spital überführt. Der Fahrer brach sich das Bein.

Ein begeisteter Gemeindepräsident

Motocross Braunau stiess schon im Vorfeld auf grosse Begeisterung seitens der Motocross-Interessierten und der zuständigen Behörden. David Zimmermann, Gemeindepräsident von Braunau, machte jedenfalls schon im Vorfeld zünftig Werbung in eigener Sache: «Sie haben Benzin im Blut? Wir haben die passende Rennstrecke dazu.» Das Durchführungsdatum wurde allerdings nicht von allen als ideal bezeichnet. OK-Mitglied Hans Seiler dazu: «Dieses Jahr konnten wir auf das Datum wegen vieler Abklärungen im Vorfeld nicht mehr grossen Einfluss nehmen. Nächstes Jahr werden wir darauf tendieren, unser Rennen Ende Juni durchführen zu können.» Trotzdem, es dürften an den zwei Tagen doch gegen 2500 Zuschauer den Weg nach Braunau gefunden haben.

Eine ideale Werbeplattform

Nicht ungelegen kam das Datum von Braunau Willy Läderach, dem Organisator des MXGP in zwei Wochen in Frauenfeld. Braunau war eine ideale Werbeplattform für seine Veranstaltung. «Wir haben die Bautätigkeiten begonnen und befinden uns auf Kurs.» Läderach zeigte sich erfreut, dass das Schweizer Fernsehen sich dazu entschieden hat, der Sportart Motocross ein Zeitfenster zu bieten. «Das hilft unserem Sport garantiert.»

Dann zeigt sich in Braunau vielleicht auch der Kanton kulanter und lässt es zu, dass die Strasse während des Rennens gesperrt werden darf. Gemeinde und Polizei hätten es befürwortet.