MOTOCROSS: Gemeinsam gegen die Welt

In der Schweizer Meisterschaft machen die beiden Thurgauer Andy Baumgartner und Yves Furlato die Vorherrschaft unter sich aus. Am MXGP in Frauenfeld fordern sie zusammen die Besten der Welt heraus.

Matthias Hafen
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Die beiden Motocross-Fahrer Andy Baumgartner (links) und Yves Furlato sind bereit für grosse Taten auf der Naturstrecke in Niederwil bei Frauenfeld. (Bilder: Robert Sdovc)

Die beiden Motocross-Fahrer Andy Baumgartner (links) und Yves Furlato sind bereit für grosse Taten auf der Naturstrecke in Niederwil bei Frauenfeld. (Bilder: Robert Sdovc)

Matthias Hafen

matthias.hafen@thurgauerzeitung.ch

Der Schweizer Star heisst Jeremy Seewer. Der Zürcher fährt mit realistischen Chancen um den Weltmeistertitel und ist so gut wie lange kein Schweizer Motocross-Fahrer mehr. Die Helden des GP der Schweiz werden am Wochenende in Frauenfeld aber Andy Baumgartner aus Romanshorn und Yves Furlato aus Amlikon-Bissegg sein – zumindest aus regionaler Sicht. Anders als der erst 23-jährige Seewer fahren die zwei Thurgauer dank einer Wild-Card in der höchsten Kategorie, dem MXGP-Feld, mit.

Mitten in der Weltklasse wird die Luft für die Führenden der Schweizer Meisterschaft aber dünn. «Ein Platz in den ersten zwanzig sollte drinliegen», formuliert der 28-jährige Furlato das Ziel der beiden Kumpels. Wobei die KTM-Fahrer auch Rivalen sind. «In der Schweizer Meisterschaft tauschen wir uns nicht gross aus», sagt der 26-jährige Baumgartner. «Man will ja nicht dem grössten Konkurrenten seine Informationen preisgeben.» Es wäre etwas anderes, wenn einer Erster und einer Zehnter wäre, so Furlato. Doch kann davon ausgegangen werden, dass sie den Titel der höchsten nationalen Kategorie unter sich ausmachen werden.

Die Konkurrenten bilden eine Zweckgemeinschaft

Am MXGP Switzerland bilden Baumgartner und Furlato eine Zweckgemeinschaft. Das Ziel der beiden: Die Weltelite ärgern und zeigen, dass das Motocross hierzulande Fortschritte erzielt hat. «Das Niveau in der Schweiz ist so hoch wie lange nicht mehr», sagt Furlato. Die Romands Arnaud Tonus und Valentin Guillod (zurzeit verletzt) fahren regelmässig im MXGP-Feld. Man spüre einen Aufschwung, der nicht zuletzt auf den internationalen Grossanlass in Frauenfeld zurückzuführen sei. «Er hat eine grosse Strahlkraft für unsern Sport», pflichtet Baumgartner bei. In ihrer Klasse bewegen sich die beiden Thurgauer zwischen Hobby und Profitum. «Reines Hobby ist es sicher nicht mehr», sagt Furlato. «Dafür investieren wir zu viel.» Er arbeitet nur noch zu 50 Prozent als Heizungstechniker, um dem hohen Trainingsaufwand gerecht zu werden. Baumgartner arbeitet in gleichem Umfang als Baumaschinenmechaniker.

Naturstrecke sorgt für Heimvorteil

Frauenfeld bietet den zwei Einheimischen einen unverhofften Vorteil. «Die Rennen werden auf einer Naturstrecke gefahren», sagt Furlato. «Daran sind wir in der Schweizer Meisterschaft gewöhnt.» Die Besten der Welt fahren in der Regel auf künstlich präparierten Strecken mit anderer Beschaffenheit. Fest steht aber auch, dass die weiten Sprünge des Frauenfelder MXGP-Kurses von den zwei Thurgauern viel abverlangen werden.

MXGP Switzerland

Die Rennen der beiden höchsten Kategorien finden am Sonntag ab 13.15 Uhr statt. Mehr Infos unter www.mxgp-switzerland.com.