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Monat der Entscheidungen

Ausblick Tranquillo Barnetta will mit Philadelphia ins Playoff, persönlich steht der Ostschweizer vor einer ungewissen Zukunft. Soll er den Vertrag verlängern oder zum FC St. Gallen zurückkehren?
Christian Brägger

Nur allzu gerne würde die Führungscrew des Major-League-Clubs Philadelphia ihren Offensivspieler behalten und den zum Ende der Saison auslaufenden Vertrag erneuern. Doch der St. Galler Tranquillo Barnetta ziert sich, er will nichts überstürzen, das hat er in seiner bisherigen Laufbahn nie getan. Der nächste Schritt will gut überlegt sein, es könnte im Alter von 31 Jahren der letzte seiner Karriere als Fussballprofi sein.

Also vertröstete Barnetta seinen Arbeitgeber und teilte ihm mit, dass er trotz höchster gegenseitiger Wertschätzung derzeit nicht mit ihm die Zukunft besprechen wolle. Der Offensivspieler sagt: «Zum Glück sehen die Amerikaner das nicht so eng, der Aufschub störte sie nicht. Einerseits liegt der Fokus ohnehin auf der Schlussphase der Liga-Qualifikation, und andererseits sind sie nicht so vorausschauend wie die Europäer.»

Fehlender Killerinstinkt

Erst am Samstag hat Barnetta im Heimspiel gegen Montreal überzeugt, einmal mehr. Sein fünfter Saisontreffer zum 1:0, ein Distanzschuss aus 22 Metern, war sehenswert, wenn auch nicht ganz unhaltbar. Und doch reichte es nicht zum Sieg. «Uns fehlte wie so oft der Killerinstinkt, wir hätten den Sack viel früher zumachen müssen», sagt Barnetta. Der Ausgleich fiel kurz vor Spielende, und damit muss Philadelphia fünf Runden vor Schluss weiterhin um die Teilnahme am Playoff kämpfen – es ist das Minimalziel des Vereins. Derzeit sieht es gut aus, als Vierter im Osten in der in Ost- und Westteams aufgeteilten Liga beträgt die Reserve fünf Verlustpunkte, «aber es kann hier manchmal schnell gehen». Zudem möchte Barnetta mehr, er hätte gerne im Playoff Heimrecht. Philadelphia gilt als auswärtsschwach, und um das Spiel auf dem fremden Terrain zu verhindern, muss der vierte Tabellenrang verteidigt werden.

Doch das ist Zukunftsmusik, genauso wie Barnettas Entscheid, wie das Leben weitergehen soll. Aktuell fehlt es dem 31-Jährigen an nichts. «Es läuft mir auf und neben dem Platz. Das Leben hier ist top und genau das, was ich in den eineinhalb Jahren gesucht habe.» Einzig an die hohen Temperaturen musste er sich gewöhnen, just am vergangenen Wochenende spielte Philadelphia am Abend bei 35 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit. «Das geht an die Substanz. Doch es war ja schon immer so, dass der Tag nach dem Spiel für die Regeneration reserviert ist. In meinem Alter brauche ich diesen umso mehr», lacht er. Neu für Barnetta war auch, wie die Amerikaner an die Auswärtsspiele herangehen. So könne es passieren, dass man wie gegen Seattle vier Tage unterwegs sei. «Es wird dann nicht alles so streng gehandhabt wie in Europa, und so ist sogar ein privates Essen mit Kollegen zwei Tage vor der Partie möglich», sagt der 75fache Schweizer Nationalspieler.

Spüren und wissen, was er will

Es fühle sich alles gut und vor allem richtig an. Doch Barnetta spürt, der Tag der Entscheidung naht, und allzu einfach wird diese nicht. Zuerst muss er wissen, was er will. Spüren, was er will, das tut er schon lange: Noch einmal zurück zum FC St. Gallen, den er in jungen Jahren für die grosse weite Fussballwelt verlassen hatte. Diesen Wunsch gibt er auch unumwunden zu, schon immer tut er das. Doch mit jedem Tor und jeder guten Leistung spürt Barnetta auch, wie gut ihm Philadelphia tut, ihm, dem aktuellen Captain der Mannschaft. «Es wird nicht einfach, und ich weiss nicht, was passiert. Ich bin topfit, und ich wollte immer topfit zu St. Gallen zurückkehren. Die Frage ist, ob jetzt der richtige Zeitpunkt ist.» Jedoch muss sich Barnetta auch gewahr sein, den richtigen Zeitpunkt nicht zu verpassen.

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