«Möglich, dass es mehr Elfmeter gibt»

Nachgefragt

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Mit dem Start der neuen Super-League-Saison am Samstag stehen auch die Unparteiischen wieder im Fokus. Schiedsrichter-Chef Cyril Zimmermann erklärt,auf welche Vergehen die Referees in dieser Saisonbesonders achten und wie sie sich für den ersten Pfiff der Saison vorbereiten.

Cyril Zimmermann, am Wochenende beginnt die neue Fussballsaison. Wie sehen die letzten Tage der Vorbereitung bei einem Schiedsrichter aus?

Ein paar Schiedsrichter und Assistenten sind noch in der Champions oder Europa League im Einsatz. Die anderen gehen ihrem Beruf nach, trainieren, studieren die Teams und freuen sich, dass es bald wieder losgeht.

Worauf achten die Unparteiischen in dieser Spielzeit besonders?

Priorität hat der Schutz der Spieler. Gefährliche Attacken sollen konsequent je nach Härte bestraft werden. Der zweite wichtige Punkt sind Unsportlichkeiten wie Ballwegschlagen oder Trikotzupfer im Strafraum.

Fussball ist letztlich ein Kontaktsport. Droht durch diese harte Regelauslegung bei Trikotzupfen im Strafraum eine Penaltyflut?

Körperkontakt heisst nicht, am Leibchen zu zupfen. Korrekter Körpereinsatz ist nach wie vor erlaubt. Es ist aber durchaus möglich, dass es zu Beginn der Saison mehr Elfmeter geben wird. Das wird sich im Verlauf der Spielzeit einpendeln. Die Vereine sind unterrichtet worden, was erlaubt ist und was abgepfiffen wird. Jetzt liegt es an den Spielern, sich entsprechend zu verhalten.

Rudelbildungen scheinen eine lästige Angewohnheit geworden zu sein. Wie sollen die Referees das handhaben?

Rudelbildungen sind ärgerlich, zumal sie für die Spielleiter schwierig zu kontrollieren sind. Primär gilt es, diese Rudel zu verhindern. Gelingt dies nicht, erhält mindestens ein Spieler pro Mannschaft eine gelbe Karte.

Die Schiedsrichter müssen immer mehr Kritik einstecken. Wie wollen Sie dem entgegenwirken?

Wir hatten eine gute Rückrunde. Trotzdem ist es logisch, dass durch den ausgedehnten Einsatz der TV-Kameras und die vielen Livespiele die Aufgabe der Offiziellen nicht einfacher geworden ist. Aber die Leistungen sind im Vergleich zu früher nicht schlechter geworden, im Gegenteil.

Gibt es personelle Veränderungen innerhalb des Schiedsrichterteams?

Sébastien Pache hat seine Karriere Ende der vergangenen Saison beendet. Definitiv in die Super League aufgestiegen ist dafür Lionel Tschudi. So gehen wir wieder mit elf Schiedsrichtern in die neue Spielzeit.

Welche Schlagzeile wollen Sie auf keinen Fall lesen, wenn Sie am Montagmorgen die Zeitung aufschlagen?

Dass ein Schiedsrichter oder ein Assistent ein Spiel aufgrund eines offensichtlichen Fehlentscheids entschieden hat.

Was wünschen Sie sich in der Rolle als Leiter der Schiedsrichter für diese Spielzeit?

Fairness und Respekt auf und neben dem Platz, wenig Polemik sowie korrekte und den Weisungen entsprechende Auftritte unserer Schiedsrichter und Assistenten. (dus)