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Überraschungssieg in Indian Wells: Die verrückte Geschichte der Kanadierin Andreescu

«A Star is born» – Bianca Andreescu, die 18-jährige Kanadierin mit rumänischen Wurzeln, brillierte in Indian Wells mit dem Sieg am «5. Grand Slam».
Jörg Allmeroth
Tennis-Top-Talent: Bianca Andreescu. (Bild: Mark J. Terrill/Keystone)

Tennis-Top-Talent: Bianca Andreescu. (Bild: Mark J. Terrill/Keystone)

Es muss schon viel passiert sein, damit eine dramatische Final-Niederlage von Roger Federer in den Hintergrund gedrängt wird. Aber es war ja viel passiert am Final-Sonntag in Indian Wells, eben nicht nur Federers Scheitern gegen Dominic Thiem. Davor hatte eine Sensationsstory ihr krönendes Happy End gefunden, ein spektakulärer Moment, von dem man einmal im Rückblick behaupten könnte, er sei der ­Beginn von etwas ganz Grossem ­gewesen. Bianca Andreescu war die Hauptdarstellerin dieser Geschichte, eine 18-jährige Kanadierin mit rumänischen Wurzeln, die den finalen Showdown gegen die Deutsche Angelique Kerber mit einer Ausgebufftheit, Cleverness und Willensstärke gewann, dass der Wimbledon-Siegerin später nichts anderes übrig blieb, als artig eine Glückwunschadresse abzuschicken: «Keine hat es hier mehr verdient zu siegen als du.»

Es war nicht einfach nur ein Sieg, sondern durchaus eine Offenbarung. Eine Ankündigung, dass dieser aussergewöhnliche Teenager in näherer und mittlerer Zukunft ein gehöriges Wörtchen mitsprechen dürfte in der ohnehin gerade ziemlich spannungsreichen Welt des Frauentennis.

Gerade erst liegen ja zwei Grand-Slam-Titel der Japanerin Naomi Osaka und das famose Comeback von Belinda Bencic in der Weltspitze hinter den Beteiligten, da kommt nun Andreescu um die Ecke – eine Senkrechtstarterin, die über eine natürliche Spielintelligenz verfügt, die man nicht erlernen kann. «Ein Star ist geboren», merkte die legendäre Chris Evert an, «sie ist kein One-Hit-Wonder, das ist klar.» Mit ihren 18 Jahren ist die fintenreiche Newcomerin nun die jüngste «Wüsten-Königin» in Indian Wells seit einer gewissen Serena Williams (17 Jahre/1999) – und zugleich die Nachfolgerin von der Japanerin Osaka, die ihrerseits den steilen Aufstieg vor zwölf Monaten in Kalifornien begonnen hatte.

Vor zwölf Monaten spielte Andreescu noch weit abseits der grossen Branchenbühnen, sie stand damals in der Weltrangliste um Platz 200. Zu Saisonbeginn 2019 machte sie erstmals mit dem Finaleinzug in Auckland auf sich aufmerksam. Die Ernüchterung des Zweitrunden-Abschieds bei den Australian Open steckte sie bald weg, schon in der Woche vor Indian Wells landete sie in Acapulco im Halbfinal.

Haas: «Was für eine verrückte Geschichte»

Doch den Erfolgsweg beim «5. Grand Slam» konnte niemand vorausahnen – auch nicht Turnierdirektor Tommy Haas, der die Kanadierin mit einer Wild Card ausgestattet hatte: «Was für eine verrückte Geschichte», sagte Haas hinterher. Der Teenager wirkt manchmal etwas altklug, etwa, als sie bei der Siegerehrung verkündete, sie lebe und handele schon seit Jahren nach der Devise: «Wer an Grosses glaubt, wird auch Grosses erreichen.» Aber sie verfügt eben auch über eine Spielweise, die frühe Reife ausdrückt. Andreescu ist ein Gegenentwurf zur öden Ballprügelei, die dieser Tage das Geschehen bestimmt und nicht selten Langeweile bei den Fans erzeugt. Und eins kommt noch hinzu für Andreescu, nämlich eine Willenskraft, sich gegen alle möglichen Widrigkeiten durchzusetzen. «Ich bin soooo müde», sagte sie bei einem Courtgespräch im Indian-Wells-Final mit ihrem Trainer Sylvain Bruneau, «aber ich will auch unbedingt diesen Sieg.»

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