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Mit spanischem Temperament

Dank des Förderbeitrags des Kantons kann sich der Geiger Gabriel Estarellas Pascual zum Dirigenten ausbilden. Seit 2008 leitet er das Jugendorchester Oberthurgau, mit dem er Ende Juli in Alicante an einem internationalen Festival auftreten wird.
Martin Preisser
Will im Thurgau ein festes Sinfonieorchester mit Jugendlichen etablieren: Geiger und Dirigent Gabriel Estarellas Pascual. (Bild: Martin Preisser)

Will im Thurgau ein festes Sinfonieorchester mit Jugendlichen etablieren: Geiger und Dirigent Gabriel Estarellas Pascual. (Bild: Martin Preisser)

AMRISWIL. Mit dem Bestehenden zufrieden sein, das ist nicht Sache von Gabriel Estarellas Pascual. «Ich brauche immer etwas Neues», sagt der Geiger und studiert daher Dirigieren an der Zürcher Hochschule der Künste bei Iwan Wasilevski. «Beim Dirigieren bin ich irgendwie viel lockerer, habe weniger Angst, spüre weniger Druck als beim Geigenspiel», erzählt er. Eines seiner Dirigentenvorbilder ist Gustavo Dudamel, der mit seinem venezolanischen Jugendorchester Weltruhm erlangte. «Er hat eine unglaubliche Energie, kann seine Musiker mit Feuer und Kraft mitreissen. Sein Charisma und seine Präsenz – das spürt jeder bis zum letzten Pult im Orchester», schwärmt Gabriel Estarellas Pascual. Feuer, Temperament – gilt das auch für ihn? Er lacht. «Ja, das schreibt man uns Spaniern oft zu, das kann aber jeder Musiker haben.»

Spanische Uraufführungen

Über dem Küchentisch in seiner Amriswiler Wohnung hängen Fotografien von Mallorca. Gabriel Estarellas Pascual ist dort geboren und hat hier immer noch familiäre Kontakte. Spanien spielt in seiner künstlerischen Arbeit eine wichtige Rolle. Zwei- bis dreimal jährlich konzertiert er in seinem Heimatland mit seinem García Abril Quartett, mit dem er einige Uraufführungen von spanischen Komponisten realisiert hat und das auch in der Schweiz einige Beachtung findet. Ein Streichquartett des spanischen Komponisten García Abril ist dem Quartett gewidmet.

Gabriel Estarellas Pascual, Vater von Tochter Micaela (vier Jahre) und Sohn Gabriel Alejandro (drei Monate), sieht sich als Geiger weniger als solistischer Typ denn als begeisterter Kammermusiker. Eine wichtige weitere Leidenschaft ist für ihn die Arbeit mit jungen Musikern. Er unterrichtet rund vierzig Schülerinnen und Schüler im Thurgau und hat 2008 das Jugendorchester Oberthurgau von Martin Sigrist übernommen.

Eines unter drei Orchestern

Allein ein Blick auf die Website des Orchesters (www.jotg.ch) genügte den Organisatoren eines internationalen Jugendorchester-Festivals in Alicante, um die Thurgauer mit nur zwei anderen europäischen Orchestern einzuladen.

Vier Tage wird vor der Reise in Kreuzlingen jeweils sechs Stunden geprobt. Zwischen dem 25. und 30. Juli ist das Jugendorchester Oberthurgau dann in Spanien. Gabriel Estarellas Pascual hat sich vor allem gefreut, dass alle Jugendlichen Ja zum Projekt gesagt hätten. Anspruchsvolle Streichorchesterwerke stehen auf dem Programm, von John Rutter, von Glasunow, Britten sowie ein Werk aus Schweizer Feder, von Julien-François Zbinden, einem Waadtländer Komponisten mit Jahrgang 1917. Solistisch wird sich der Dirigent des Jugendorchesters mit Sarasates «Zigeunerweisen» in Alicante präsentieren. Drei Konzerte sind zu bestreiten, und der Dirigent freut sich auf einen «wunderschönen Saal», der 1500 Leute fasst.

Seine Erfahrungen aus dem Dirigierstudium wird Gabriel Estarellas Pascual direkt ins Thurgauer Musikleben einbringen. Ihm schwebt vor, das Jugendorchester Oberthurgau für spezielle Projekte zu einem veritablen Sinfonieorchester auszubauen. «Ich finde es schade, wenn die Jugendlichen in den Nachbarkanton abwandern, wenn sie symphonische Werke spielen wollen. Und zusätzlich mit Bläsern zu spielen, ist für die Streicher ein ungeheurer Motivationsschub», erzählt der 36jährige Dirigent von seinen Plänen.

Dass er motivieren kann, bestätigt ihm kein Geringerer als Daniel Fueter, Komponist und ehemals Direktor der Zürcher Hochschule der Künste, von dem Estarellas Pascual letztes Jahr ein Werk mit dem Jugendorchester uraufgeführt hat. «Ich habe erlebt, mit welch grosser Sorgfalt und Präzision, mit welch rhythmischer Verve und feinem Gespür für Klangnuancen Gabriel Estarellas Pascual meine Noten zum Leben erweckte», sagt Daniel Fueter.

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