Mit solider Arbeit zum Sieg

Die Schweizer Eishockeyaner bezwingen in ihrem Halbfinal an der «Arosa Challenge» in Herisau Dänemark mit 3:0. Im Final trifft die Mannschaft von Sean Simpson heute auf Weissrussland, das die Slowakei mit 1:0 nach Verlängerung besiegt.

Thomas Werner
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Zweifacher Torschütze: Der Schweizer Stürmer Thibaut Monnet setzt sich gleich gegen zwei Dänen durch. (Bild: Michel Canonica)

Zweifacher Torschütze: Der Schweizer Stürmer Thibaut Monnet setzt sich gleich gegen zwei Dänen durch. (Bild: Michel Canonica)

Eishockey. Die Schweizer spielten gegen einen Gegner, gegen den an einem Heimturnier ein Sieg erwartet werden muss, engagiert und aggressiv. Die Mannschaft von Sean Simpson suchte ihr Glück von Beginn an in der Offensive und störte die Dänen jeweils früh, ging einmal eine Scheibe verloren.

Die läuferische Überlegenheit verleitete die Schweizer aber – wie allzu oft in Testspielen – dazu, ihr Spiel zu kompliziert anzulegen. Zwingende Abschlussgelegenheiten blieben deshalb Mangelware. Die wegweisenden Tore waren Produkte von individuellen Leistungen. Nicht zufällig waren die Torschützen zur 2:0-Führung mit Hnat Domenichelli (12.) und Thibaut Monnet (38.) zwei versierte Finisseure. Beide standen bei ihren Erfolgen allein vor Dänemarks Goalie Patrick Galbraith.

Die Dänen, bei denen im vergangenen Frühling rund die Hälfte der Spieler dem WM-Team angehörte, das in Deutschland mit Siegen gegen Finnland und die USA überraschte, zeigten ihr bekannt schnörkelloses Eishockey. Ohne ihre NHL-Spieler Peter Regin und Frans Nielsen fehlte der Mannschaft von Per Backman aber die nötige Klasse im Angriff, um die Schweizer vor ernsthafte Probleme zu stellen.

Berra mit Shutout zum Début

Zudem zeigte Reto Berra eine fehlerlose Leistung. Der Bieler Goalie rechtfertigte seine Nominierung und kam gleich zu Beginn seiner Nationalmannschaftskarriere zu einem Shutout. Als kurz vor Schluss des Mitteldrittels der Puck trotzdem einmal hinter der Linie seines Tore lag, blieb dem Treffer der Dänen die Anerkennung versagt. Die Schiedsrichter hatten das Spiel kurz zuvor bereits unterbrochen. Simpson lobte seinen Goalie, sagte aber im gleichen Atemzug, dass er auf dieser Position die kleinsten Probleme sehe.

Mit dem Auftritt seiner Mannschaft war der Coach zufrieden. «Was wir gezeigt haben, war solid.» Das Abwehrsystem stimme, egal wer spiele, «defensiv sind wir zuverlässig». Umstellungen in den Sturmformationen sollen zeigen, wer für welche Rolle im WM-Team in Frage kommt.

Einen ernsthafteren Gradmesser als Dänemark wird für Simpsons Rollenspiele heute im Final mit Sicherheit Weissrussland abgeben. Die Mannschaft von Headcoach Eduard Zankovets präsentiert sich in Herisau spielstark und wenig fehlerhaft. Wie die Schweizer liessen die Osteuropäer aber bei ihrem ersten Auftritt die letzte Konsequenz vor dem gegnerischen Tor vermissen.

Zuverlässigere Erkenntnisse

Die Partie gegen Weissrussland wird Simpson zuverlässigere Erkenntnisse als die Partien gegen Frankreich und Dänemark bringen, wer aus dem November-Kader für die WM in Frage kommen könnte. Einer der Gegner im slowakischen Kosice wird dann Weissrussland sein. Heute, wie auch im April, wird grösserer Aufwand betrieben werden müssen, um erfolgreich zu sein.

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