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Mit «Sion 2006» scheiterte ein ganzes Land

Es ist ja nicht so, dass in der Schweiz noch nie Olympische Spiele ausgetragen worden wären. Als 1928 Holland das Anrecht auf Austragung der Winterspiele nicht wahrnehmen konnte, weil dort im selben Jahr schon Sommerspiele stattfanden, bewarben sich die beiden Bündner Orte St.
Richard Clavadetscher

Es ist ja nicht so, dass in der Schweiz noch nie Olympische Spiele ausgetragen worden wären. Als 1928 Holland das Anrecht auf Austragung der Winterspiele nicht wahrnehmen konnte, weil dort im selben Jahr schon Sommerspiele stattfanden, bewarben sich die beiden Bündner Orte St. Moritz und Davos sowie das oberwaldnerische Engelberg. St. Moritz machte schliesslich das Rennen. St. Moritz war dann nochmals Austragungsort von Olympischen Winterspielen. Dies 20 Jahre später, im Jahr 1948. Das Olympische Komitee entschied sich damals für die Bündner und gegen Lake Placid.

Sion bleibt in Erinnerung

Die Liste der gescheiterten Bewerbungen ist indes viel länger: St. Moritz bewarb sich als Austragungsort für Winterspiele bereits für 1936, dann nochmals für 1960. Lausanne bemühte sich sogar fünfmal – erfolglos: Es wollte Austragungsort von Sommerspielen sein. Dies 1936, 1944, 1948, 1952 und 1960. Und dann ist da noch Sion Dies in den Jahren 1976, 2002 sowie 2006.

Vor allem die letzte Sittener Kandidatur für die Winterspiele 2006 ist auch heute noch nicht vergessen. Damals, im Sommer 1999, scheiterte nicht nur der Austragungsort Sion, sondern ein Bundesrat, nämlich Adolf Ogi, und mit ihm ein ganzes Land. So jedenfalls war die Stimmung damals. Unvergessen die Bilder aus dem südkoreanischen Seoul, als IOC-Präsident Juan Antonio Samaranch verkündete: «And the Winner is Torino!» Ein bodenlos enttäuschter Adolf Ogi ist zu sehen, die ebenfalls anwesende ehemalige Skifahrerin Maria Walliser weint.

Die Schweizer Delegation war als Favoritin nach Seoul gereist. Man wähnte sich klar vor der Konkurrentin Turin. Das Konzept war gut – und immerhin weibelte ein Regierungsmitglied mit besten Verbindungen in die Sportwelt für den Austragungsort Sion – Adolf Ogi eben.

Ogi sagte später, er habe am Vorabend der Wahl bemerkt, dass etwas gegen die Schweizer Kandidatur im Gange sei und versucht, Gegensteuer zu geben – ohne Erfolg, wie sich tags darauf weisen sollte. Es gibt Leute, die meinen, Ogi habe diese Schlappe bis heute nicht verwunden.

Bereits im Anlauf gescheitert

Auch gescheiterte Anläufe für eine Kandidatur gab es immer mal wieder. In Erinnerung ist aus jüngerer Zeit etwa «Bern 2010» (Winterspiele), von den Stimmbürgern dieses Kantons Ende September 2002 versenkt: Die entsprechende kantonale Abstimmung über einen Kredit von 7,5 Millionen Franken zur Mitfinanzierung der Olympia-Kandidatur erzielte über 75 Prozent Nein-Stimmen.

Fünf Tage nach diesem wuchtigen Volksnein warfen die Verantwortlichen das Handtuch und zogen das Projekt Olympia-Kandidatur «Bern 2010» offiziell zurück, die dafür gebildete Aktiengesellschaft wurde umgehend liquidiert.

Auch Zürich war schon mal im Gespräch, nämlich im Jahr 2004. Es ging um die Winterspiele 2014. Die Swiss Olympic Association sprach sich im Frühjahr 2004 für eine Kandidatur der Limmatstadt und gleichzeitig gegen jene von Davos aus. Weil es aber an politischem Willen und vor allem an Geld fehlte, wurde die Idee für eine Kandidatur schon im Herbst desselben Jahres wieder aufgegeben.

Bündner Stimmbürger sagten Nein

Nicht anders ging es ein gutes Jahrzehnt später dann auch der Bündner Kandidatur für die Winterspiele 2022. Nach einem von den Befürwortern mit beträchtlichen Mitteln geführten heftigen Abstimmungskampf sprachen sich die Bündner Stimmbürger trotz versprochener Defizitgarantie durch den Bund klarer als erwartet, nämlich mit 52,7 Prozent Nein, gegen eine Olympia-Kandidatur mit den Austragungsorten St. Moritz und Davos aus. Mit dem Nein der Bündner war diese Kandidatur definitiv vom Tisch. Das schlechte Image des Olympischen Komitees habe wohl den Ausschlag für das Nein gegeben, meinten die Kommentatoren.

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