Mit Personalnot nach Porto

Bayern München gastiert heute beim FC Porto zum Viertelfinal der Champions League. Auf das Saisonfinale hin laufen die Deutschen auf dem Zahnfleisch. Ein Rückkehrer lässt aber hoffen.

Andy Sager
Drucken
Teilen

FUSSBALL. Es liest sich wie die Gästeliste einer Fussball-Gala: Franck Ribéry, Arjen Robben, Bastian Schweinsteiger, David Alaba, Mehdi Benatia, Javi Martinez und Tom Starke. In Wahrheit ist es die Verletztenliste von Bayern München. Immerhin Claudio Pizarro und Jérôme Boateng stehen den Münchnern heute um 20.45 Uhr im Viertelfinal-Hinspiel gegen Porto wieder zu Verfügung. Am vergangenen Samstag haben beide noch gefehlt. Beim Bundesligaspiel gegen Frankfurt sassen nur drei Feldspieler auf der Ersatzbank.

Vor allem die Ausfälle von Ribéry und Robben wiegen schwer. «Unsere Art zu spielen, hat sich verändert. Wenn die beiden auf dem Platz stehen, sind sie ein gutes Mittel für uns», sagte Thomas Müller gestern. Aber Coach Pep Guardiola lamentiert nicht: «Die Situation ist, wie sie ist. Alle Spieler, die hier sind, können spielen.» Immerhin.

Ein Spiel mit weniger Ballbesitz

Der Champions-League-Sieger von 2013 konnte die nach der WM befürchtete Krise eindrücklich abwenden. Nach den jüngsten Verletzungen erwarteten wieder viele ein Ende der bayrischen Dominanz. Tatsächlich war der von Guardiola geforderte Ballbesitz beim Sieg gegen Dortmund weit unter dem Normalwert der Münchner. Doch bereits im Cup gegen Leverkusen, wo allerdings das Penaltyschiessen entscheiden musste, und beim 3:0 gegen Frankfurt dominierte das Ensemble wieder.

Dafür sind zwei Spieler entscheidend: Philipp Lahm ist aus einer seit November dauernden Verletzungspause zurückgekehrt und nähert sich als sicherer Passeur langsam seiner Form. Noch wichtiger ist aber Thiago Alcantara. Der einzige «Wunschspieler» bei Guardiolas Amtsantritt 2013 hat gegen Dortmund sein Comeback gefeiert – nach drei Innenbandrissen und 371 Tagen Zwangspause. Gegen Frankfurt überzeugte der Spanier nicht nur mit zahlreichen Kabinettstücken, sondern auch mit einer Passquote von 95 Prozent. Obwohl der 24-Jährige behutsam aufgebaut werden soll, ist sein Mitwirken gegen Porto, das wohl auf seine zwei Stars Jackson Martinez und Cristian Tello verzichten muss, so gefragt wie selten.

«Er denkt, er sei der Beste»

Thiago versteht es, die Linien zu überwinden, und scheut den riskanten Pass nicht. «Er ist der mutigste Spieler, den ich je hatte. Seine grösste Fähigkeit ist, dass er beim Fussball denkt, er sei der Beste der Welt», sagt Guardiola – und meint das absolut positiv.

Den Ball auf die Solisten Ribéry und Robben zu spielen, damit sie die portugiesische Abwehr überwinden, ist heute keine Option. Umso mehr wächst der Druck auf die fitten Akteure – an sich die perfekte Bühne für Thiago, «den mutigsten Spieler».

Aktuelle Nachrichten