Mit Leidenschaft zum Sieg

Der FC Basel muss im Playoff-Rückspiel in Cluj gewinnen und mindestens zwei Tore erzielen, um die Gruppenphase der Champions League zu erreichen. Trainer Heiko Vogel erwartet von seinem Team ein Spiel mit mehr Leidenschaft als zuletzt.

Thomas Werner
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Basels Aleksandar Dragovic versucht im Hinspiel, Clujs zweifachen Torschützen Modou Sougou (links) zu stoppen. (Bild: ky/Georgios Kefalas)

Basels Aleksandar Dragovic versucht im Hinspiel, Clujs zweifachen Torschützen Modou Sougou (links) zu stoppen. (Bild: ky/Georgios Kefalas)

FUSSBALL. Nach den Niederlagen gegen Cluj und St. Gallen reagierte das Umfeld nervös, die Ansprüche an den FC Basel sind gestiegen. Vergessen ist dabei, dass Basel vor genau einem Jahr in der Meisterschaft nach sechs Spielen lediglich sechs Punkte auf seinem Konto hatte und in der Tabelle nur Xamax und Lausanne-Sport hinter sich lassen konnte. Was danach geschah ist bekannt: Basel wurde Meister und Cupsieger und erreichte die Achtelfinals der Champions League. Daran wird Vogels Team jetzt gemessen.

Vergangene Saison stimmte alles. Die «Basler Zeitung» spricht von der Jahrhundertmannschaft in der 119jährigen Geschichte des FC Basel. Für die Gruppenphase der Champions League war der Club erstmals gesetzt. Jetzt müssten die Basler auf dem Weg dorthin drei Qualifikationsrunden überstehen. Kräfteraubende Spiele und Reisen standen an, in einer Phase, in welcher die neu formierte Mannschaft Zeit gebraucht hätte, um sich zu finden. Diese Zeit hatte sie nicht. Verletzungen und Erkrankungen von Schlüsselspielern – Alex Frei, Marco Streller, Philipp Degen, Mohamed Salah und Gaston Sauro – erschwerten den Findungsprozess zusätzlich.

Einsatzwille wie Dragovic

Die Spiele gegen Cluj und St. Gallen haben gezeigt, wie wenig es zurzeit braucht, dass das Basler Spiel selbst nach gutem Beginn auseinanderfällt. Vogel vermisste bei seinen Spielern zuletzt zudem die Leistungsbereitschaft und Leidenschaft, mit welcher Mängel in der Organisation und individuelle Fehler in einem Fussballspiel oft wettgemacht werden können. Für den Trainer war Aleksandar Dragovic in St. Gallen der einzige seiner Spieler, der mit der richtigen Einstellung am Werke war. Elf Dragovics brauchen die Basler heute, denn mindestens zwei Tore und ein Sieg sind zum Weiterkommen notwendig. Valentin Stocker, einer der besten Basler in der AFG Arena, ist heute gesperrt, Mohamed Salah fällt wegen seiner in St. Gallen zugezogenen Zerrung aus. Ein grosses Fragezeichen steht hinter dem Einsatz von Marco Streller, der das Spiel in St. Gallen wegen muskulärer Probleme verpasst hatte. Der 31-Jährige ist verhalten optimistisch, auch was ein Weiterkommen betrifft. «Ich verschwende keinen Gedanken an die Europa League. Wenn es so kommen sollte, ist es halt so. Aber im Moment betrachte ich unsere Chancen durchaus als intakt», sagte er gegenüber der «Tages-Woche».

Scheitern wäre verkraftbar

Ein Scheitern heute in Siebenbürgen wäre für die Basler allerdings weder aus sportlicher noch aus finanzieller Sicht eine Katastrophe. Die Verlierer im Champions-League-Playoff dürfen in der Gruppenphase der Europa League mitspielen. Auch hier warten attraktive Mannschaften. Inter Mailand, Lazio Rom, Liverpool, Marseille, Bilbao oder Mönchengladbach könnten mögliche Gegner sein. Die Welt würde nicht zusammenbrechen, sagte Bernhard Heusler in den vergangenen Tagen immer wieder. Der Unterschied der Einnahmen zwischen Champions und Europa League betrüge zwar netto fünf bis zehn Millionen Franken, so Basels Präsident, aber «das können wir verkraften». Das Hinspiel hat aber gezeigt, dass Basel das Potenzial hat, um Cluj zu besiegen.

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