Mit hoher mentaler Stärke

SCHIESSEN. In Weinfelden fanden die Ostschweizer Finalwettkämpfe Luftgewehr und Pistole 10 m statt. Mit dabei auch die Juniorin Ladina Feuz als eine der Vertreterinnen des Kantons Thurgau.

Werner Lenzin
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Juniorin Ladina Feuz beteiligte sich am Ostschweizer Finalwettkampf der Luftgewehrschützen 10 m. (Bild: Werner Lenzin)

Juniorin Ladina Feuz beteiligte sich am Ostschweizer Finalwettkampf der Luftgewehrschützen 10 m. (Bild: Werner Lenzin)

Am vergangenen Wochenende fanden die Ostschweizer Finalwettkämpfe Luftgewehr und Pistole 10 m statt. Organisatoren waren die Schützengesellschaft Weinfelden und die Sportschützen Schönholzerswilen. Am nächsten Wochenende stehen am gleichen Ort die Schweizer Finalwettkämpfe Gewehr 10m auf dem Programm.

«Ich habe gut geschlafen und werde mir nun die Strategie überlegen und das Gespräch mit meiner Trainerin Oriana Scheuss suchen», erklärt die sichtlich ruhige Ladina Feuz von der Schützengesellschaft Mauren-Berg eine halbe Stunde vor Beginn der Qualifikation für den Final Gewehr 10 m. Für die Abgabe der insgesamt 60 Schüsse stehen ihr und den vier weiteren Thurgauer Juniorinnen Nadja Kübler (Dettighofen), Sara Mosberger (Buch bei Frauenfeld), Samira Schilling (Mauren-Berg) und Mara Schönholzer (Mauren-Berg) sowie 13 weiteren Mitkonkurrenten fünf Viertelstunden zur Verfügung.

Qualifiziert für Nationalkader

Zum Vorbereitungsritual der 19jährigen Detailhandelslehrtochter Ladina Feuz gehört auch das Anziehen der speziellen Lederhose, die Schiessbrille muss richtig sitzen, und das Dächli auf dem Kopf, welches das Gegenlicht abschirmt, wird nochmals zurechtgerückt. Noch liegt das Luftgewehr auf dem dafür vorgesehenen Stativ auf. Bei dieser Sportart schiessen die Schützinnen und Schützen stehend und frei. Gespannt warten die Zuschauer auf der Tribüne auf die ersten Trefferbilder. Zu ihnen gehört auch Ladinas Grossvater, Max Kunz. «Ich habe meine Schiessgene weiblicher Seite weitergegeben», schmunzelt er, ist doch seine Tochter, Andrea Feuz, ebenfalls aktiv und Trainerin bei den Jungen in der SG Mauren-Berg. Auch sie verfolgt den Wettkampf ihrer Tochter mit grosser Spannung: «Die richtige Schrittlänge ist sehr wichtig, variiert man doch damit die Laufhöhe. Die Probeschüsse sollten möglichst nahe zusammen sein, denn man korrigiert mit diesem Schussbild die Stellung.»

Auch vor Ort ist Rudolf Heierli, Präsident der Schützengesellschaft Mauren-Berg, und deren Nachwuchsleiter. «Ladina hat bei uns einen 10-m-Kurs absolviert und wird im Leistungskader zusammen mit fünf weiteren Juniorinnen trainiert von Andrea Bürgi», sagt Heierli. Und Trainerin Oriana Scheuss fügt hinzu: «Momentan ist bei Ladina eine gewisse Verunsicherung vorhanden, doch konnte sie sich dank ihrer stetigen Fortschritte qualifizieren für das Nationalkader 2014/15.» Noch während Ladina die letzten Halteübungen absolviert, berichtet ihr Grossvater von den grössten Erfolgen seiner Enkelin: Silbermedaille Mannschaft Kleinkaliber (liegend und Dreistellung) an der WM 2014, Silbermedaille an der 50 m Gewehr 3x20 Juniorinnenmeisterschaft 2014 in Thun und Thurgauer Meisterin 2014 im Luftgewehr-Match Junioren.

Siebter Rang im Final

Mit den ersten zwei Probeschüssen mit der maximalen Höchstzahl von 10,9 gelingt Ladina Feuz ein optimaler Start. Auch die weiteren Treffer von 10,0, 9,2, 10,4 und 10,1 dürfen sich sehen lassen. Nun steigt der Puls, denn der Wettkampf beginnt bei insgesamt neun Probeschüssen: 9,4, 9,5, 10,0, 9,9., 10,2, 10,5, 10,4 und 8,9. Die Juniorin nimmt sich eine Auszeit, nimmt einen Schluck aus der Trinkflasche und bespricht sich mit der Trainerin. Dann nimmt sie die rote Sicherungsschnur aus dem Lauf ihrer Waffe, nimmt diese vom Stativ und setzt ihren Wettkampf fort. Mit dem Punktetotal von 605,6 beendet sie nach einer Stunde ihren Part. Dieses Resultat reicht ihr, allerdings eher knapp, für die Finalteilnahme. Im Final erfolgt nach einem anfänglich guten Start ein eigentliches Favoritensterben. Ladina Feuz landet auf dem siebten Platz, rund drei Punkte hinter der Siegerin Martina Kaiser aus Grabs. Sara Mosberger aus Buch bei Frauenfeld erreicht den dritten Platz.

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