Mit Fortitudo, ohne Arbon?

Drei Ostschweizer Teams spielen derzeit in der NLA. Doch 2012 wird die höchste Liga von zwölf auf zehn Mannschaften reduziert. Auswirkungen hat dies auf Arbon und Fortitudo Gossau.

Rabea Huber
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Fortitudo oben, Arbon unten? Gossaus Daniel Stahl (rechts) gegen Benjamin Geisser vom HC Arbon. (Bild: Reto Martin)

Fortitudo oben, Arbon unten? Gossaus Daniel Stahl (rechts) gegen Benjamin Geisser vom HC Arbon. (Bild: Reto Martin)

Handball. Es war ein Ausrutscher. Oder etwas positiver formuliert eine Überraschung. Innerhalb von vier Jahren stieg Arbon von der 2. Liga in die NLA auf. Vergangene Saison spielten die Thurgauer zwar gut, aber nicht überragend. Ihnen kam entgegen, dass es in der NLB neben Stäfa keine aufstiegswilligen Teams gab. So packte Arbon die Chance und spielt nun in der höchsten Liga.

Ein solcher Fall soll sich nicht wiederholen. Das ist ein Grund, weshalb die NLA auf zehn Teams reduziert wird. «Wir sehen selber, wie gross das Gefälle innerhalb der höchsten Liga ist», sagt Arbons Präsident Christoph Tobler. «Die zwölf Clubs haben unterschiedlich viele Mittel zur Verfügung und spielen deshalb unter ganz anderen Voraussetzungen.»

Fehlende Arboner Strukturen

Im Interesse einer spannenden Meisterschaft begrüsse er deshalb die Reduktion. Auch wenn dies heisst, dass es für die Thurgauer künftig wohl keinen Platz mehr in der NLA hat. Die Arboner sind nach acht Runden auf Platz zwölf klassiert, haben noch keinen Punkt gewonnen. Auch heute gegen Wacker Thun sind sie Aussenseiter.

170 000 Franken hat Arbon für seine erste Mannschaft zur Verfügung. «Mit diesen Strukturen sind wir kein Nationalliga-A- Club», sagt Präsident Tobler. «Wir sind realistisch. Langfristig wollen wir uns in der Nationalliga B etablieren.» Die Saison in der höchsten Liga sieht der Präsident als Abenteuer, das man «geniessen und durchstehen müsse». Allerdings haben die Verantwortlichen die Rechnung ohne ihren Trainer gemacht. Enver Koso ist extrem ehrgeizig. Schon vergangene Saison war er der einzige in Arbon, der wirklich aufsteigen wollte.

Und auch jetzt gibt er nicht so schnell auf. «Als ehemaliger Spitzenspieler höre ich nicht auf zu kämpfen, bis wirklich nichts mehr möglich ist», sagt er.

Fortitudo einen Schritt weiter

Am gleichen Punkt wie Arbon stand Fortitudo vor einigen Jahren. 2003 stiegen die Gossauer in die NLB auf. Predrag Borkovic wurde als Trainer engagiert, damit man nicht gleich wieder in die 1. Liga absteigt. Es war ein erstes Bekenntnis zum Spitzensport.

Und Fortitudo ging den Weg konsequent weiter, verstärkte sich mit dem Routinier Urs Schärer und stieg 2008 in die höchste Liga auf.

Die Fürstenländer sind in ihrer dritten NLA-Saison weiter als Neuling Arbon. Derzeit sind sie Neunte und haben sechs Punkte gewonnen. «Wir wollen nochmals einen Schritt vorwärts machen und sehen auch in einer Zehnerliga einen Platz für uns», sagt Fortitudos Präsident Phillipp Staerkle.

Das Budget von 300 000 Franken soll um einen Drittel aufgestockt, das NLA-Team damit verstärkt werden. Da die Spielzeit 2011/2012 als Reduktionssaison genutzt wird, beginnt bereits jetzt die Planung für die Zukunft. «Im Vergleich zur vergangenen Saison stehen wir jetzt sehr gut da», sagt Trainer Borkovic. Damals startete sein Team im März mit nur sieben Punkten in die Abstiegsrunde. «Diese Saison ist für uns der Abstieg kein Thema», so Borkovic.

Gewonnenes Selbstvertrauen

Sein Team habe Erfahrungen gesammelt und Mut gefasst, «auch wenn die Mittel immer noch beschränkt sind». Das gewonnene Gossauer Selbstbewusstsein äussert sich auch bei der Prognose für das heutige Heimspiel gegen Pfadi Winterthur: «Dieser Gegner liegt uns. Es ist eine grosse Chance, zwei Punkte zu gewinnen.»

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