Mit Finnen alles gewinnen

UNIHOCKEY. Floorball Thurgau startet am Samstag in die neue Saison – mit Unterstützung von zwei neuen finnischen Spielern. Das Ziel ist klar: Die Mannschaft will so bald wie möglich in der NLA spielen.

Ralf Rüthemann
Drucken
Teilen
Floorball Thurgaus Stürmer Joël Königshofer gewinnt das Duell gegen Michael Hofer vom UHT Eggiwil. (Archivbild: Mario Gaccioli)

Floorball Thurgaus Stürmer Joël Königshofer gewinnt das Duell gegen Michael Hofer vom UHT Eggiwil. (Archivbild: Mario Gaccioli)

Die NLB-Mannschaft Floorball Thurgau macht ernst: Das Ziel, in der Nationalliga A zu spielen, wird immer konkreter. Bereits in der vergangenen Saison kämpfte Floorball Thurgau in der Aufstiegsrunde um einen Platz in der NLA. Das Team von Trainer Beni Bötschi scheiterte jedoch knapp am Nachbarn Waldkirch-St. Gallen.

Für Markus Wiedmer, Präsident Floorball Thurgau, war das Entscheidungsspiel eine innere Zerreissprobe: «Natürlich wollten wir schon damals in die NLA», sagt Wiedmer. Im Endeffekt fand er es aber doch nicht schlecht, dass das Fanionteam mindestens noch in der kommenden Saison ein NLB-Club bleibt. «Wir wären noch nicht ganz bereit gewesen.»

Sponsoren und finnische WG

Heute sieht es anders aus. Mehrere neue Sponsoren geben dem Finanzhaushalt des Clubs Aufwind. Doch vor allem im Team hat sich im Sommer einiges getan. Nebst Simon Schweizer von WaSa und Ramon Stäheli von Rychenberg und mehreren U21-Spielern aus den eigenen Reihen stossen zwei Spieler aus der höchsten finnischen Liga zur 1. Mannschaft: Tommi Puustinen und Tatu Eronen. Die beiden Finnen leben seit einigen Wochen mit vier weiteren Landsleuten in einer WG in Mauren (TZ berichtete). Topias Ojala und Emil Eklund verstärken vorwiegend das U21-Team, der 38jährige Finne Ilkka Lehtinen ist deren neuer Coach im U21-Team. Er berät auch die Coaches des Fanionteams. Zu guter Letzt lebt auch Puustinens Freundin Maya Koskela in der WG.

Der Auftrag für die Finnen ist klar, nämlich dem Team zum Aufstieg in die NLA zu verhelfen. Bis anhin harmonieren die Neuzugänge laut Sportchef Thomas Schwarz gut mit den bisherigen Spielern von Floorball Thurgau: «Die finnischen Spieler sind im Team bereits sehr gut integriert.» Auch wenn die Mentalität und die Einstellung zum Unihockey eine ganz andere sei. «In Finnland haben die Leute mehr Zeit, sich um den Sport zu kümmern», sagt Thomas Schwarz. Teilweise sei dort bereits um 15 Uhr Feierabend, danach widmen sich die Spieler dem Unihockey.

Auch die Spielweise der Finnen habe ihre Eigenart: «Das finnische Spiel ist extrem technisch geprägt», sagt Markus Wiedmer. Als Gegenbeispiel nennt er den NLA-Club Waldkirch-St. Gallen, wo das physische Spiel dominiert. «Wir wollen eher die finnische Spielkultur verfolgen», sagt Wiedmer.

Ein Jahr «im Süden»

Für die Nordländer habe es mehrere Gründe gegeben, sich in dieser Saison Floorball Thurgau zu verpflichten. Zum einen wollten sich die Finnen ein Jahr lang voll und ganz auf Unihockey konzentrieren, zum anderen hätten sie schon viel Positives über die Schweiz gehört und können nun ein Jahr «im Süden» verbringen.

Am Samstag um 15 Uhr gilt es ernst: Floorball Thurgau trifft im ersten Spiel der NLB-Saison auswärts auf Ticino Unihockey. Eine Woche später findet das erste Heimspiel gegen Eggiwil statt. Auch rund um die Heimspiele gibt es einige Neuheiten. In den Pausen führt der Verein beispielsweise Events zur Unterhaltung der Zuschauer durch.

Aktuelle Nachrichten