Mit eigenem Stil erfolgreich sein

Die Schweiz nimmt heute um 20.30 Uhr das WM-Qualifikationsspiel gegen Norwegen mit drei Punkten Vorsprung in Angriff. Für die Begegnung im Berner Stade de Suisse waren gestern nur 900 der 31 000 Tickets noch nicht verkauft.

Thomas Werner/Feusisberg
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«Wir müssen uns steigern, um gegen Norwegen zu gewinnen»: Ottmar Hitzfeld während des Trainings in Bern. Links: Xherdan Shaqiri. (Bild: freshfocus/Urs Lindt)

«Wir müssen uns steigern, um gegen Norwegen zu gewinnen»: Ottmar Hitzfeld während des Trainings in Bern. Links: Xherdan Shaqiri. (Bild: freshfocus/Urs Lindt)

FUSSBALL. Die Schweizer haben heute in Bern die Chance, ihren vermeintlich grössten Rivalen im Kampf um den Gruppensieg weiter zurückzubinden. Die Stimmung im Team ist vorzüglich. «Die Mannschaft hat nach den zwei Siegen zum Auftakt viel Selbstvertrauen», sagt Ottmar Hitzfeld. Der Nationalcoach ist auch mit der Vorbereitung zufrieden, obwohl am nassen Mittwoch kein «taktisches und technisches Training möglich war».

Trotz all dieser positiven Vorzeichen warnt Hitzfeld vor zu grosser Euphorie: «Wir müssen uns steigern, um gegen Norwegen zu gewinnen.» Die beiden 2:0-Erfolge gegen Slowenien und Albanien basierten nicht auf spielerischem Glanz, sondern auf soliden Auftritten, in welchen die Schweizer Effizienz im Abschluss bewiesen hatten. «In dieser Gruppe kann jeder jeden bezwingen. Wir müssen mindestens neunzig Prozent unserer Möglichkeiten abrufen können, wenn wir gewinnen wollen», sagt Hitzfeld.

Mit eigenen Mitteln zum Erfolg

Der Coach und sein Staff haben den heutigen Gegner genaustens studiert und ihr Team auf das gradlinige Spiel der Norweger mit deren weiten, oft hohen Bällen vorbereitet. «Entscheidend sein wird aber, dass wir unser Spiel durchziehen können», so Hitzfeld. Eine gute Mannschaft zeichne sich dadurch aus, dass sie gegen jeden gegnerischen Stil mit ihren eigenen Mitteln bestehen könne. «Wir müssen den Ball halten und die sich ergebenden Konterchancen konsequent nutzen.»

Hitzfeld vertraut in dieser Beziehung auf das Herz seiner Mannschaft, auf das zweikampfstarke Napoli-Duo Gökhan Inler und Valon Behrami. Auch der Rest der Mannschaft steht. «Es war ja nicht so schwierig, die Aufstellung zu diskutieren», sagt der Nationalcoach mit einem Schmunzeln. Es ist zu erwarten, dass die Schweiz mit derselben Formation antreten wird wie im ersten Spiel in Ljubljana gegen Slowenien. Schalkes Tranquillo Barnetta dürfte nach seiner Sperre gegen Albanien anstelle von Valentin Stocker auf der rechten Mittelfeldseite in die Mannschaft zurückkehren.

Mit Steigerungspotenzial

Captain Inler hat die Chefrolle in den ersten beiden Spielen der WM-Qualifikation fast perfekt interpretiert. Wie für die gesamte Mannschaft sieht er auch bei sich selber noch Steigerungspotenzial. Er habe in den vergangenen Spielen nach vorne zwar einiges probiert, «ich muss aber noch zu mehr offensiv guten Situationen kommen». Das Spiel gegen die Norweger werde sicher physisch anforderungsreich sein, «wir müssen aber versuchen mit spielerischen Mitteln zum Erfolg zu kommen». Inler wird das Spiel mit viel Zuversicht in Angriff nehmen: «Wir sind ein Team, das etwas erreichen kann.» Jetzt müssen die Schweizer nur noch «die richtige Mischung zwischen guter Stimmung und Anspannung finden», sagt Hitzfeld.