15-jährige St.Galler Handballerin vom LC Brühl hat ein Angebot aus der Bundesliga

Der LC Brühl bietet beim Stadtwerk-Cup der ausländischen Handball-Konkurrenz die Stirn und erkämpft sich den dritten Rang. Besonders für die 15-jährige Malin Altherr war der Auftritt der St.Gallerinnen speziell.

Fritz Bischoff
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Die junge Brühlerin Malin Altherr (rechts) im Spiel gegen die Slowakinnen von Iuventa Michalovce. (Bild: Michel Canonica)

Die junge Brühlerin Malin Altherr (rechts) im Spiel gegen die Slowakinnen von Iuventa Michalovce. (Bild: Michel Canonica)

Die 33. Auflage des St. Galler Stadtwerk-Cups, dem am besten besetzten Frauenturnier der Schweiz, vermochte einmal mehr die Attraktivität des Frauenhandballs aufzuzeigen. Wohl repräsentierten die drei Teams aus der deutschen Bundesliga, das Team aus Polen und der Slowakei zusammen mit dem gastgebenden LC Brühl nicht die Weltspitze, doch war dies für den Turnierverlauf nur positiv.

Die leistungsmässige Ausgeglichenheit der sechs Teams sorgte für spannende Begegnungen und auch dafür, dass der LC Brühl eine erfreuliche Visitenkarte abgeben konnte.

Fleissige Autogrammsammlerin

Zwei besondere Tage erlebte Malin Altherr. Noch vor einem Jahr war sie ihrer zweiten grossen Passion neben dem Handball nachgegangen und hatte am Stadtwerk-Cup fleissig Autogramme gesammelt. «Es ist schon etwas Besonders, dass ich jetzt mit Spielerinnen zusammenspiele, die ich noch vor wenigen Monaten als Vorbilder bewunderte. Es war eines meiner Ziele, einmal an diesem Turnier antreten zu können», sagt die 15-jährige Juniorin aus dem st. gallischen Muolen.

Die Schülerin der Fachmittelschule mit der Ausrichtung Pädagogik hat nicht nur bei Brühl innert kürzester Zeit einen fulminanten Steigerungslauf von den Juniorinnen bis ins Fanionteam hingelegt.

Jüngste Schweizer Nationalspielerin

Nach 24 Einsätzen in den Nachwuchs-Nationalteams kam Altherr in der WM-Qualifikation im November zu ihren ersten drei Einsätzen im A-Nationalteam – als bisher jüngste Spielerin. Mit fünf Treffern führte sie sich eindrücklich ein.

Welche Leistung die junge Brühlerin vollbrachte, zeigt der Umstand, dass sie auf den Tag genau 19 Jahre jünger ist als die Nationaltorhüterin Manuela Brütsch. Das Talent der Linkshänderin ist auch international zur Kenntnis genommen worden.

Die Eltern bestätigen das Interesse

«Der Bundesligist Metzingen hat sich gemeldet, um Malin zu verpflichten», bestätigen die Eltern Ariane und Marcel Altherr, die selber im Handball aktiv waren. «Fast logisch, dass für unsere Kinder Handball auch zum Thema wurde. Malin war schon mit einem Ball unterwegs, kaum konnte sie laufen», blicken Ariane, seit zehn Jahren Trainerin bei Brühl, und Marcel Altherr zurück.

Ihre zweite Tochter, die 17-jährige Yarima, ist derzeit zum Zuschauen verknurrt. Sie zog sich Anfang Oktober einen Kreuzbandriss zu, nachdem sie vor allem in den Playoffs der vergangenen Saison mit Brühl für Furore gesorgt hatte. Wie die Karrieren der beiden Altherrs weitergehen, ist offen.

Für den Vater geht alles ein bisschen schnell

Während die Mutter dahin tendiert, der Freude und Begeisterung für den Handball nicht im Wege zu stehen, kommt für den Vater alles doch ein wenig gar schnell. Unbeschwert sieht dies Malin: «Ich fühle mich unter den viel älteren Mitspielerinnen wohl und werde immer sicherer.»

Auch Trainer Rolf Erdin blickt positiv voraus: «Dieses unbekümmerte Talent wird seinen Weg mit viel Spielintelligenz und Einsatz sicher erfolgreich weiterführen.»

Brühlerinnen steigern sich an Tag zwei

 Am ersten Turniertag des St. Galler Stadtwerk-Cups hielt sich das Team von Brühls Trainer Rolf Erdin mit den Siegen gegen Neckarsulm (19:14) und Nellingen (21:14) sowie der 18:27-Niederlage gegen Szczecin aus Polen im internationalen Teilnehmerinnenfeld achtbar, um gestern Morgen den bis dahin verlustpunktfreien Slowakinnen von Iuventa Michalovce die erste Niederlage (23:18) beizufügen. Damit qualifizierten sich die Brühlerinnen in der Platzierungsrunde für den kleinen Final. Das Endspiel verpasste es nur wegen der schlechteren Tordifferenz. Das Finalspiel zwischen Pogon Szczecin und Iuventa Michalovce wurde erst im Penaltyschiessen mit 22:19 zu Gunsten der Polinnen entschieden. Im Spiel um den dritten Platz traf Brühl wie schon zum Turnierauftakt auf Neckarsulm. Hatten die Gastgeberinnen den ersten Vergleich zu ihren Gunsten entschieden, so taten sie dies erneut mit dem 22:20 und einer kämpferischen Leistung. (fb)