Mit dem FBI an die Olympischen Spiele

Zwischen den USA und Grossbritannien ist eine Debatte um die Sicherheit bei London 2012 entbrannt. Grund ist eine Fehleinschätzung der britischen Behörden. Anstatt wie vorgesehen 10 000 Sicherheitskräfte ist nun das Doppelte nötig.

Matthias Hafen
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Erneut verschätzt: Sebastian Coe, Cheforganisator von London 2012. (Bild: ap/Tom Hevezi)

Erneut verschätzt: Sebastian Coe, Cheforganisator von London 2012. (Bild: ap/Tom Hevezi)

OLYMPISCHE SPIELE. London 2012 wird von Peinlichkeiten nicht verschont. Kaum haben die Briten die Kostenexplosion der Olympischen Spiele verdaut oder verdrängt, präsentiert das Organisationskomitee um Sebastian Coe eine weitere gigantische Fehleinschätzung. Ein Grossaufgebot von 10 000 Sicherheitsleuten war für die Sommerspiele im kommenden Jahr in der englischen Metropole eingeplant. Nun stellte sich heraus: Das ist viel zu wenig.

Am Montag gab das OK bekannt, dass es weitere 11 000 Personen benötige, um die Sicherheit zu gewährleisten. Immerhin liegt es diesmal nur um das Doppelte daneben. Die Gesamtkosten des Grossanlasses haben sich von Beginn der Planung bis heute mittlerweile auf neun Milliarden Pfund, rund 13 Milliarden Franken, verdreifacht.

Bedenken aus den USA

Dass sich die Briten punkto Sicherheit so stark verschätzt haben, macht vor allem die USA nervös. Die Bedenken aus Übersee sind gross. Aus Sicht der Amerikaner können jetzt nur noch Amerikaner die Sicherheit der eigenen Sportler, Diplomaten, Gäste und der Tausenden von Touristen aus den USA gewährleisten. Aus diesem Grund wollen sie 1000 eigene Sicherheitsleute, darunter 500 FBI-Agenten, an die Olympischen Spiele nach London entsenden, wie die englische Zeitung «The Guardian» schreibt. Dass die internationalen Delegationen von eigenen Sicherheitskräften begleitet werden, ist bei Olympia nichts Besonderes. Ungewöhnlich ist die hohe Zahl.

Boden-Luft-Raketen stationiert

Derweil versucht Grossbritannien, jegliche Sicherheitsbedenken zu zerschlagen, und gibt unter anderem die Bereitstellung von Boden-Luft-Raketen bekannt. «Wir werden sichere Spiele bieten, die Grossbritannien und die ganze Welt geniessen können», liess die Regierung verlauten.