Mit Bigger an der Spitze zur grossen Brücke

Klar: Wer Geld hat, befiehlt. Dies gilt seit ziemlich genau einem Monat und dem Einstieg der türkischen Investorengruppe MNG auch beim FC Wil. Spätestens seit der ausserordentlichen Generalversammlung am Dienstagabend haben die türkischen Investoren das Sagen.

Simon Dudle
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Klar: Wer Geld hat, befiehlt. Dies gilt seit ziemlich genau einem Monat und dem Einstieg der türkischen Investorengruppe MNG auch beim FC Wil. Spätestens seit der ausserordentlichen Generalversammlung am Dienstagabend haben die türkischen Investoren das Sagen. Sie halten 60 Prozent der Aktien und stellen fünf von acht Verwaltungsräten. Verfolgt man die Geschehnisse des vergangenen Monats, so würde es nicht erstaunen, wenn ein Türke, zum Beispiel Abdullah Cila, Präsident würde. Alles völlig legitim. Schlau wäre allerdings, Roger Bigger an der Spitze des Vereins zu lassen – zumindest vorderhand. Bigger hat sich in den vergangenen 13 Jahren einen guten Ruf bei vielen Leuten geschaffen – sei es bei der Bevölkerung in der Region Wil oder in Fussballerkreisen. Als Finanzchef der Swiss Football League bringt er wichtige Kontakte zur Liga mit und hat den Verein stets weitsichtig und fast immer erfolgreich geführt. Das Allerwichtigste aber ist: Bleibt Bigger Präsident, dann schafft dies die Möglichkeit, eine grosse Brücke zu bauen – von der Äbtestadt bis an den Bosporus. Ängste einer türkischen Invasion könnten beseitigt oder zumindest reduziert werden. Und genau das ist in der aktuellen, wichtigen Phase zentral. Das Projekt kann nur funktionieren, wenn die Schweizer und die Türken sich finden und als eine Einheit auftreten. Beide brauchen sich gegenseitig. Die Wiler die finanzielle Potenz und den Drang nach oben der Türken, die Türken die regionalen sowie nationalen Kontakte und den Goodwill der Wiler. Es wäre ein Signal türkischer Stärke, liessen sie Bigger an der Spitze. Dies zu tun wäre selbst dann sinnvoll, wenn die Fäden im Hintergrund von türkischer Hand gezogen würden. Und in Stein gemeisselt wäre diese Entscheidung ja keineswegs.

simon.dudle@wilerzeitung.ch