Missglückte Playoff-Hauptprobe

EISHOCKEY. Hockey Thurgau bleibt auch im fünften NLB-Saisonvergleich mit den Rapperswil-Jona Lakers chancenlos. Der Qualifikationssieger setzt sich in Weinfelden klar mit 5:1 durch und ist damit in der Playoff-Viertelfinalserie haushoher Favorit.

Markus Rutishauser
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Hockey Thurgau lief den Rapperswilern meist hinterher. (Bild: Sports-Media.ch)

Hockey Thurgau lief den Rapperswilern meist hinterher. (Bild: Sports-Media.ch)

Die gute Stimmung auf den Tribünen war am Samstag in der Weinfelder Güttingersreuti schon eher playoffwürdig als das Geschehen auf dem Eis. Die nur mit einem Ausländer (Damon) antretenden Thurgauer schienen nie wirklich an den ersten Punktgewinn gegen den letztjährigen NLA-Absteiger zu glauben. Dieser hatte das Geschehen von Beginn weg unter Kontrolle.

Gute Werbung gemacht
Die starke Ausländerlinie sorgte dank Treffern von Andrew Clark (4.), Jared Aulin (7.) und Antionio Rizzello im ersten Powerplay (16.) früh für klare Verhältnisse. Als dann Topscorer Raphael Kuonen mit seinem 28. Saisontreffer und Marc Grieder in den ersten Minuten des Mitteldrittels auf 0:5 erhöhten, war die Luft bereits vor Spielhälfte draussen. Thurgaus Dominic Nyffeler wechselte sich danach gleich selbst aus. Der 23jährige Torhüter machte weder mit seiner Leistung zuvor noch mit dieser Aktion gute Werbung für seine Nominierung als Nummer 1 in den Playoff-Viertelfinals gegen denselben Widersacher. Bei mindestens zwei der fünf Gegentreffer machte Nyffeler keine glückliche Figur. Ersatzkeeper Nicola Aeberhard (20) nützte dagegen seine Chance und verhinderte weitere Gegentreffer mit einigen erstklassigen Paraden und wurde am Ende als bester Thurgau-Spieler ausgezeichnet.

Zu wenig Durchschlagskraft
Die St.Galler konnten nach dem 0:5 einen Gang hinunter schalten. Sie kontrollierten Spiel und Gegner ohne allzu grossen Aufwand. Die Thurgauer waren zwar bemüht, doch in der gegnerischen Zone fehlte es ihnen an der nötigen Durchschlagskraft und Wasserverdrängung. Zumindest gelang Johannes Bischofberger in der 26. Minute der schön herauskombinierte Ehrentreffer, als er einen Querpass von Verteidiger Jens Nater an Lakers-Keeper Michael Tobler vorbeilenkte. In den restlichen 35 Minuten waren beide Teams primär darauf fokussiert, im Hinblick auf die Playoff-Viertelfinals keine unnötigen Risiken mehr einzugehen.

Favoritenrolle klar verteilt
Die Rapperswil-Jona Lakers feierten mit dem 5:1 in Weinfelden ihren fünften Sieg in Serie und schraubten damit die Direktbilanz mit Hockey Thurgau in der laufenden Saison auf 15:0 Punkte und 26:6 Tore. Das Team des deutsch-kanadischen Cheftrainers Jeff Tomlinson scheint im richtigen Zeitpunkt in Form zu kommen. Mit dem Qualifikationssieg schlüpfen die St.Galler endgültig in die Rolle des Favoriten auf den NLB-Meistertitel. In den Playoff-Viertelfinals sind sie gegen den Qualifikationsachten Thurgau der haushohe Favorit. Die Serie (best of 7) beginnt für die Lakers am Dienstag mit einem Heimspiel. Am Freitag bestreitet das Team von Mario Kogler in Weinfelden sein erstes Viertelfinalspiel auf eigenem Eis. Die Playoffs werden im Rhythmus Dienstag-Freitag-Sonntag gespielt. Die Thurgauer haben dabei wenig zu verlieren. Sie sind die klaren Aussenseiter, wissen aber um die Tatsache, dass die Playoffs ihre eigenen Gesetzmässigkeiten haben.

Hockey Thurgau – SC Rapperswil-Jona Lakers 1:5 (0:3, 1:2, 0 :0)
Güttingersreuti, Weinfelden. – 1417 Zuschauer. – Sr. Kämpfer, Müller; Jetzer, Obwegeser.
Tore: 4. Clark (Aulin, Rizzello) 0:1. 7. Aulin (Rizzello, Lüthi) 0:2. 16. Rizzello (Aulin, Fazzini; Ausschluss Urech) 0:3. 22. Kuonen (Schlagenhauf) 0:4. 25. Grieder (Fazzini, Vogel) 0:5. 26. Bischofberger (Nater, Andersons) 1:5.
Strafen: 4-mal 2 Minuten gegen Thurgau, 2-mal 2 Minuten geger Rapperswil-Jona.
Thurgau: Nyffeler (ab 25. Aeberhard); Parati, Urech; Kühni, Nater; Eigenmann, Roos; Maier, Bucher; Brunner, Damon, Rohner; Arnold, Bischofberger, Andersons; Küng, Wichser, Lemm; Blasbalg.
Rapperswil-Jona: Tobler; Sataric, Grieder; Geyer, Blatter; Lüthi, Profico; Zangger, Grossniklaus; McGregor, Schlagenhauf, Kuonen; Fazzini, Schommer, Vogel; Rizzello, Clark, Aulin; Bader, Schaub.
Bemerkungen: Thurgau ohne Huras, McGrath, Scofield und Weber (alle verletzt); Rapperswil-Jona ohne Brandi, Nyffeler und Schmutz (alle verletzt).

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