MISSERFOLG: Immer tiefer in der Negativspirale

Der FC Wil kommt sportlich weiterhin nicht vom Fleck und bezieht bei Servette eine verdiente 0:2-Niederlage. Er bringt formstarke Genfer kaum je in Verlegenheit.

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Auch auf Naturrasen geht es für die Wiler nicht aufwärts. Im sechsten Spiel des Jahres traten sie erstmals auf natürlicher Unterlage an, ohne dass sich etwas am Gesamteindruck geändert hätte. Dem aufstrebenden Servette hielten sie zwar kämpferisch entgegen. Das genügte allerdings bei weitem nicht, um den Genfern den ersten Punktverlust des Jahres beizufügen. Den Gastgebern spielte in die Karten, dass sie ihren ersten nennenswerten Angriff nach gut zehn Minuten zum Führungstreffer nutzten. Nach einer Flanke des Captains Anthony Sauthier von der rechten Seite war Liga-Topskorer Jean-Pierre Nsamé schneller als die Wiler Abwehr und köpfte zum 1:0 ein. Die Zahlen des Franzosen sind beeindruckend. Seit seiner Ankunft in Genf im vergangenen Spätsommer war es im 20. Einsatz der 19. Treffer. Im Jahr 2017 hat Nsamé bisher in jedem Spiel mindestens einmal getroffen und schon neun Tore erzielt. Das sind acht mehr als der FC Wil im Kollektiv.

Mit dem frühen 1:0 war das Spiel in die entscheidende Bahn gelenkt. Denn seit vergangenem November gilt bei den Ostschweizern: Sind sie mal in Rückstand, ist das gleichbedeutend mit der Niederlage. So war es auch im Stade de Genève, wo die fünfte Niederlage in Serie Tatsache wurde. Die Gäste waren sichtlich verunsichert, fanden kaum je den Weg in den gegnerischen Strafraum und mussten sich bis in die Nachspielzeit hinein gedulden, ehe sie Torgefahr kreierten. Bezeichnenderweise war es ein Weitschuss John Vonlanthens von nahe der Mittellinie, der dem zuvor unterbeschäftigten Servette-Goalie Jérémy Frick etwas Arbeit bescherte.

Ein Punkt und ein Tor in sechs Spielen

Zu jenem Zeitpunkt war die Partie aber längst entschieden, da Marco Delley Mitte zweiter Halbzeit mit einem wuchtigen Abschluss aus kurzer Distanz in die nahe Ecke das 2:0 erzielt hatte.

Die Zahlen der Ostschweizer sind vernichtend: Nach sechs Spielen des Jahres steht erst ein Punkt und ein erzielter Treffer zu Buche. Auch der vergangene Woche zum FC Wil zurückgekehrte Goalietrainer Stephan Lehmann konnte keine Wunder vollbringen. Die einzige gute Nachricht war gestern, dass das Tabellenletzte Winterthur auch verlor und der Vorsprung auf den Abstiegsplatz weiter sechs Punkte beträgt.

Simon Dudle, Genf