Mindestens die Klasse halten

Das offizielle Minimalziel des Schweizer Frauen-Nationalteams an der heute beginnenden WM in Plymouth (USA) heisst Ligaerhalt. In der ausgeglichenen Gruppe mit Tschechien, Schweden und Aufsteiger Deutschland ist jeder Ausgang möglich.

Merken
Drucken
Teilen

Nach der erfolgreichen Olympia-Qualifikation im Februar in Arosa befindet sich das Team von Nationaltrainerin Daniela Diaz mental zwar im Hoch. Im Bundesstaat Michigan ist der Blick aber zuerst nach hinten gerichtet. Denn der spezielle Modus mit einer «Medaillengruppe» mit Titelverteidiger USA, Olympiasieger Kanada, Finnland und Russland sowie einer «Promotionsgruppe» mit der Schweiz, Tschechien, Schweden und Deutschland mahnt zur Vorsicht.

Diaz spricht von einer «Gruppe, in der Details entscheiden werden». Die Tür für eine Viertelfinal-Qualifikation, welche die Schweiz in den letzten fünf Jahren viermal (mit dem Höhepunkt der Bronzemedaille 2012 in Burlington) erreicht hat, bleibt allerdings weit offen. Ein Platz unter den Top zwei, der zum Vorstoss in die Viertelfinals berechtigt, würde den Ansprüchen des Verbandes entsprechen. Diaz’ Zurückhaltung ist angebracht, denn Siege gegen die drei Gruppengegner sind alles andere als selbstverständlich.

Olympiaticket ist gesichert

Andererseits trat das Frauen-Nationalteam vor allem 2017 erstaunlich abgeklärt und souverän auf. In Arosa gewann die Schweiz alle drei Partien. Das Team erspielte sich damit die Möglichkeit, in einem Jahr erneut um olympische Medaillen zu spielen – unter anderen auf Kosten Tschechiens. Die Tschechinnen sinnen nach der Niederlage in Arosa und der verpassten Olympiaqualifikation auf Revanche. Gegen Schweden gab es in den letzten Jahren – trotz des sensationellen Erfolges im Spiel um Bronze in Sotschi – mehr Niederlagen als Siege. Die Spiele gegen den wiedererstarkten Nachbarn Deutschland sind eng und weisen stets Derby-Charakter auf.

Sollte sie sich auf den Plätzen 3 oder 4 der Gruppe klassieren, würde die Schweiz in einer Best-of-3-Serie gegen den Abstieg spielen. Im Vorjahr hatte die Schweiz Japan in der Relegation in die B-Gruppe verwiesen. Diaz vertraut bei ihrer ersten WM als vollamtliche Nationaltrainerin auf jenen Stamm, der die Geschichte des Schweizer Frauenhockeys zuletzt geprägt hat. Für Nina Waidacher, die sich in der Vorbereitung an der Schulter verletzt hat, nominierte Diaz Luganos Céline Abgottspon nach. Mit den 17-jährigen Stürmerinnen Lisa Rüedi und Rahel Enzler sind zwei WM-Neulinge dabei. «Ich habe das zurzeit bestmögliche Team aufgeboten», so Diaz. Ein Sextett (Florence Schelling, Janine Alder, Livia Altmann, Phoebe Staenz, Lara Stalder und Anja Stiefel) ist in Schweden oder in Übersee tätig. Acht Spielerinnen stammen aus dem Meisterteam der ZSC Lions. (sda)