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Ein millionenschweres Fragezeichen bei Mesut Özil

Vor dem Spitzenspiel heute (17.30 Uhr) gegen Manchester United rätselt ganz Fussball-England: Was ist eigentlich mit Arsenal-Spielmacher Mesut Özil los?
Carsten Meyer
Arsenals Mesut Özil (links) im Abschlusstraining vor dem Sonntagsspiel gegen Manchester Utd. (Bild: Stuart MacFarlane/Getty (London, 9. März 2019))

Arsenals Mesut Özil (links) im Abschlusstraining vor dem Sonntagsspiel gegen Manchester Utd. (Bild: Stuart MacFarlane/Getty (London, 9. März 2019))

Der englische Fussball steckt ja seit jeher voller Mythen und Mysterien. Aktuell wird gerne, häufig und leidenschaftlich über ein 30-jähriges Rätsel diskutiert. Es steckt in einem Trikot von Arsenal und heisst Mesut Özil. Der deutsche Weltmeister ist ganz ohne Frage einer der talentiertesten Spieler auf der Insel. An guten Tagen zaubert er mit dem Ball am Fuss wunderbare Kunstwerke auf den Rasen, die jeden Fan vor Vergnügen laut aufjauchzen lassen. An schlechten Tagen allerdings beherrscht er die Kunst der Unsichtbarkeit in einer Perfektion, die man nicht für möglich gehalten hätte. Das grosse Problem von Arsenal und Trainer Unai Emery: Sie wissen nie, welchen Özil sie gerade bekommen.

Wenn man ihn denn überhaupt bekommt. Im Schnitt verpasst der Spielmacher jedes vierte Spiel. Wegen Verletzung. Wegen Krankheit. Oder auch, weil ihn Emery schlicht nicht nominiert. Dem TV-Experten und ehemaligem Arsenal-Profi Martin Keown ist deshalb erst kürzlich gepflegt der Kragen geplatzt. «Langsam wird es peinlich», wetterte er, «ist er krank? Ist er verletzt? Eines der wichtigsten Dinge als Spieler ist es, verfügbar und zuverlässig zu sein.»

Meinungen gehen weit auseinander

Es ist anzunehmen, dass Keown in Emery einen heftigen Mitstreiter für diese These findet. Zumindest scheint der Trainer nur noch bedingt Vertrauen in Özils Wettbewerbsfähigkeit auf höchstem Niveau zu haben. Gegen Teams wie Bournemouth (5:1) vor eineinhalb Wochen kann und darf der 30-Jährige noch brillieren. Doch wenn es wie am vergangenen Spieltag (1:1 bei Tottenham) gegen die grossen Jungs geht, darf Özil häufig nicht mehr oder nur noch in Teilzeit mitspielen. So könnte das auch heute gegen Manchester United wieder sein.

Und wie immer würde es dann in den Nachbetrachtungen eine hitzige Debatte darüber ­geben, ob Özil ein verzichtbarer oder unverzichtbarer Teil dieser Mannschaft ist. Die Meinungen darüber gehen weit auseinander. Das Fachmagazin «Four Four Two» hat davon mittlerweile ­allerdings genug und ist wild entschlossen, sich dieser Auseinandersetzung zu entziehen. «Die Özil-Diskussion ist so allgegenwärtig und ermüdend wie die Brexit-Debatte.»

Dabei gäbe es durchaus auch noch andere Themen rund um das Arsenal von Granit Xhaka und Stephan Lichtsteiner. Eines der grössten ist die Suche nach Konstanz. Zuletzt wähnte man sich nach drei Siegen und einem ­Remis wieder im Aufwärtstrend, dann ging es zum Euro-League-Spiel nach Rennes. Das Ergebnis sorgte für Ernüchterung, das Hinspiel ging mit 1:3 verloren. In der Liga wird eine Steigerung dringend nötig sein, denn gerade an der Spitze geht es so eng zu wie schon lange nicht mehr. Emery jedenfalls ist beim Blick auf die Tabelle etwas verwundert und wenig erfreut: «In den letzten Jahren hätte ­unsere Punktzahl normalerweise dazu gereicht, um in die Top 4 zu ­kommen.» Und damit für einen Champions-League-Platz. Aktuell belegt Arsenal aber nur Rang fünf – einen Punkt hinter dem heutigen Rivalen Manchester United.

Özil zieht es vor, zu schweigen

Ein konstanter Özil in Bestform könnte also durchaus von Vorteil sein. Zumal es sich bei dem Deutschen um den bestbezahlten Arsenal-Spieler aller Zeiten handeln soll. Angeblich verdient Özil 450000 Franken – pro Woche. Nicht wenige behaupten, genau darin liege das Problem, Özil sei satt. Er selbst wird das ganz sicher anders sehen. Aber so ganz genau weiss man das nicht, weil der Mittelfeldspieler nicht gerade zur Geschwätzigkeit neigt. Meist äussert er sich nur via Twitter – mit Aussagen, die nur selten einen grösseren Erkenntnisgewinn in sich ­bergen. Özil ist einer, der lieber ­Taten sprechen lassen will. Wenn er denn darf.

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