Miller drückt aufs Gaspedal

SKI ALPIN. Andere hätten den Bettel hingeschmissen. Mit 37 Jahren musste sich Bode Miller am Rücken operieren lassen. Seit dem Weltcupfinal im vergangenen März auf der Lenzerheide hat der Amerikaner kein Rennen mehr bestritten.

Christof Krapf/Beaver Creek
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SKI ALPIN. Andere hätten den Bettel hingeschmissen. Mit 37 Jahren musste sich Bode Miller am Rücken operieren lassen. Seit dem Weltcupfinal im vergangenen März auf der Lenzerheide hat der Amerikaner kein Rennen mehr bestritten. Anstatt sich auf dem Olympiasieg, den vier WM-Titeln und den zwei Gesamtweltcup-Siegen auszuruhen, schuftete Miller am Comeback. In Wengen und Kitzbühel bestritt er im Januar als Test jeweils die Abfahrtstrainings – der Rücken hielt den Belastungen stand. Nun ist er zurück – für die WM im eigenen Land.

Derzeit keine Schmerzen

Wie es um seine Gesundheit wirklich steht, kann Miller allerdings nicht sagen. «Nach einer Rückenverletzung weiss man erst, wie gut alles geheilt ist, wenn man sich erneut verletzt», sagt der 37-Jährige. Aktuell sei er aber schmerzfrei unterwegs. «Ich hatte in Wengen und Kitzbühel bei aggressiven Bedingungen keine Probleme.»

Der Rücken war nicht das einzige, was bei Miller in den vergangenen Jahren kaputtging. Vor der Olympiasaison 2013/14 kämpfte er sich schon von einer Knieverletzung zurück. Damals sagte er in einem Interview mit dieser Zeitung: «Skifahren macht mir immer noch viel Spass. Ich wäre verrückt, wenn ich die Gelegenheit nicht nützen würde, auf höchstem Niveau Rennen zu bestreiten.»

Eines steht fest: Still und leise, nach einer Verletzung etwa, will sich Miller nicht vom Skizirkus verabschieden. Das würde nicht zum Athleten aus dem US-Bundesstaat New Hampshire passen, der in seiner Karriere nebst starken Leistungen auch mit wilden Parties und kontroversen Aussagen – beispielsweise zum Thema Doping – auf sich aufmerksam gemacht hatte.

«Ich versuche zu gewinnen»

Vor zehn Jahren wurde Miller in Bormio Abfahrts- und Super-G-Weltmeister. In diesen beiden Disziplinen wird er auch in Beaver Creek antreten. Offen hält er sich einen Start in der Superkombination. «Ich bin so gut vorbereitet wie nur möglich», sagt er. Nur ins Ziel kommen will er nicht – dabei sein ist ihm schlichtweg zu wenig: «Ich will Gas geben und werde versuchen, zu gewinnen.»

Von einem möglichen Rücktritt spricht Miller nicht. Dennoch wird er in Beaver Creek wohl zum letztenmal eine WM bestreiten. So oder so wird sich für ihn in den Rocky Mountains ein Kreis schliessen: 1999 war er hier erstmals an einer Weltmeisterschaft dabei.

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