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Milinkovic-Savic: 120 Millionen Euro pro Bein

Sergej Milinkovic-Savic ist im Kader des Schweizer Gruppengegners Serbien der spektakulärste Spieler. Trotz erst fünf Länderspielen hat das Feilschen um die Dienste des Mittelfeldmanns von Lazio Rom bereits begonnen.
Serbien-Star Sergej Milinkovic-Savic im Training vor dem Spiel gegen die Schweiz. Bild: Armando Babani/Keystone (Svetlogorsk)

Serbien-Star Sergej Milinkovic-Savic im Training vor dem Spiel gegen die Schweiz. Bild: Armando Babani/Keystone (Svetlogorsk)

Dass Sergej Milinkovic-Savic einst Profisportler werden würde, hatte nicht das Schicksal, hatten stattdessen die Gene vorherbestimmt. Vater Nikola verdiente sein Geld als Fussballprofi unter anderem in Portugal, Spanien und Österreich. Mutter Milijana spielte in jungen Jahren in Jugoslawiens höchster Liga Basketball. Im Jahre 1995, als Vater Milinkovic gerade beim katalanischen Club Lleida kickte, erblickte Sohn Sergej das Licht der Welt. Deshalb besitzt dieser neben dem serbischen auch einen spanischen Pass und trägt nach iberischem Brauch den Familiennamen beider Eltern.

2006 zog die Familie wieder zurück nach Serbien. Das «Sportvirus» der Eltern übertrug sich auch auf Sergejs jüngeren Bruder Vanja, der als Torhüter aktuell bei Torino unter Vertrag steht. Der Weg Sergejs führte 2014 zuerst nach Belgien zum KRC Genk. Im Sommer 2015 war Milinkovic einer der Protagonisten beim WM-Titel von Serbiens U20-Nationalmannschaft, er wechselte daraufhin für 10 Millionen Euro zu Lazio Rom. Innerhalb dreier Jahre reifte der heute 23-Jährige zu einem der torgefährlichsten Mittelfeldspieler der Serie A heran.

Hybrid zwischen Ibra und Zizou

In der abgelaufenen Saison war Lazios Nummer 21 mit 12 Meisterschaftstoren gar der treffsicherste Mittelfeldspieler der Liga. An guten Tagen kann ihn fast niemand stoppen, besonders dann nicht, wenn sein bulliger Körper mal Tempo aufgenommen hat. Bereits als Junior ­erhielt er den Spitznamen «Das Erd­beben».

Beidfüssig, dribbelstark und mit einem harten Schuss ausgestattet, kann Milinkovic sowohl aus der Distanz Tore erzielen wie auch dank seiner 1,91 Meter Grösse wuchtige Kopfbälle bei Standards platzieren. Die Tifosi von Lazio nennen ihn wegen seiner Grösse und dem militärischen Kurzhaarschnitt «Il Sergente» (Feldweibel). Vater Nikola sagt, sein Sohn sei «ein Mix zwischen Ibrahimovic und Zidane». Im Training gilt er als äusserst akribischer und seriöser Arbeiter. Während eines Spiels kann er jedoch auch mal völlig untertauchen. Interviews gibt er selten bis gar nicht. Entweder redet sein Vater oder sein Berater, der ehemalige Internationale Mateja Kežman.

Es ist nicht sicher, ob Milinkovic noch lange in Rom bleiben wird. Trotz Vertrag bis 2022 (Jahresgehalt 1,8 Millionen Euro) häufen sich die Anfragen von Europas Topclubs. Lazios Präsident Claudio Lotito gilt allerdings als harter Verhandlungspartner. Eine Offerte über 100 Millionen Euro (angeblich von Manchester United) lehnte Lotito im letzten Sommer dankend ab. Nun zeigen Juventus Turin, Real Madrid und Barcelona grosses Interesse am serbischen Shootingstar. Auf die Frage eines Journalisten, ob er Milinkovic für 120 Millionen Euro verkaufen würde, antwortete Lotito jüngst: «Für 120 Millionen pro Bein, ja.»

Dabei hat Milinkovic noch keine einzige Minute in der Champions League gespielt. Die WM in Russland ist sein erstes internationales Grossturnier, nach insgesamt erst fünf Länderspielen. Slavoljub Muslin, welcher die «Adler» zu ihrer zweiten WM-Teilnahme nach 2010 gecoacht hatte, fand in seinem Spielsystem keine Verwendung für Milinkovic. Wohl auch deshalb wurde Muslin im November überraschend entlassen.

Der neue «Selektor», Mladen Krstajic, lässt Milinkovic auf dessen Lieblingsposition gleich hinter der nominell einzigen Sturmspitze Aleksandar Mitrovic agieren. Es wird die Aufgabe von Ex-Lazio-Spieler Valon Behrami sein, dafür zu sorgen, dass Milinkovics Marktwert während des Duells mit der Schweiz nicht weiter ansteigt – zumindest nicht am Freitagabend in Kaliningrad.

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