Meistertitel für den Aufsteiger

Handball. In einem spannenden Spiel gegen Titelverteidiger Kadetten GCZ sichert sich der Aufsteiger Amicitia Zürich den ersten Meistertitel seit 1989 und den vierten insgesamt.

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Amicitias Spieler feiern den Titel. (Bild: ky/Walter Bieri)

Amicitias Spieler feiern den Titel. (Bild: ky/Walter Bieri)

Die beiden besten Teams der Schweiz lieferten sich vor 2000 Zuschauern in der Zürcher Saalsporthalle einen spektakulären Kampf um den Meistertitel, der alles beinhaltete, was Handball so attraktiv macht. Spannender hätte die letzte Begegnung der Saison nicht verlaufen können. Beim Stand von 27:28 kamen die zu diesem Zeitpunkt in Unterzahl spielenden Schaffhauser zwölf Sekunden vor der Schlusssirene in Ballbesitz, ein Unentschieden hätte ihnen zum vierten Meistertitel in Serie gereicht. Manuel Liniger stürmte nach vorne und wurde gefoult – die Uhr stoppte bei 59:56 Minuten. Die Verantwortung für den letzten, alles entscheidenden Abschlussversuch übernahm Julius Marcinkevicius; der Litauer scheiterte allerdings an Amicitias Torhüter Tobias Hodel, der seine letzte Partie für die Stadtzürcher bestritt.

Trainer wehrt drei Penalties ab

Besonders hervorzuheben beim Heimteam war jedoch nicht Hodel, auch nicht Regisseur Andy Schmid, der eine überragende Saison gespielt hat, sondern Goalie-Trainer Lubomir Svajlen. Weil Vladan Krasavac, Amicitias Torhüter Nummer eins, bereits in der fünften Minute verletzt ausgeschieden war, wechselte Trainer Robbie Kostadinovich für vier Penalties den 44jährigen Svajlen ein. Der Goalie wehrte zwei Versuche von Manuel Liniger und einen von Leszek Starcan ab. Er habe die Kadetten zwei Jahre trainiert und habe also gewusst, wohin sie schiessen würden, sagte Svajlen. «Die Reflexe sind immer noch da und ich habe eine gewisse Routine», sagte er.

Das Glück auf Amicitias Seite

Keiner Mannschaft gelang es, sich mit mehr als zwei Toren abzusetzen, es stand 24mal unentschieden. Während die Kadetten zweimal mit zwei Treffern in Führung lagen, gelang dies Amicitia Zürich einmal, und zwar zum entscheidenden 28:26 in der 58. Minute. Es habe nicht die Leistung entschieden, sagte der fünffache Torschütze Andy Schmid, für einmal hätten sie das Glück auf ihrer Seite gehabt. Amicitias Trainer Robbie Kostadinovich sprach davon, dass «die Mannschaft wie ein Champion gespielt hat». Kadetten-Trainer Goran Perkovac gab sich als fairer Verlierer: «Uns sind blöde Fehler unterlaufen, Amicitia hat verdient gewonnen.» (si)

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