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Meister der Rückkehr

Juan Martin Del Potro macht sich gerade daran, zum zweiten Mal leichtfüssig in die Weltspitze zurückzukehren. In der Basler St. Jakobs-Halle hat der Argentinier die erste Hürde locker genommen.
Ralf Streule/Basel

Es gibt wenige Konstanten in der Tenniskarriere Juan Martin Del Potros. Eine aber ist offensichtlich. Egal ob auf der ATP-Webseite, im Programmheft der Swiss Indoors oder auf dem Tenniscourt: Immer umspielt ein Lächeln den Mund des Argentiniers. Del Potro schmunzelt über knapp verlorene Punkte wie über knapp gewonnene. Und er scheint sogar zu lächeln, wenn er sich einmal kopfschüttelnd über sich selbst ärgert.

Seit Beginn seiner Karriere ist es ebendiese lockere Ausstrahlung, die dem 1,98-Meter-Mann grosse Sympathien einbringt. Und obschon das Publikum in Basel seinen gestrigen Zweisatz-Erfolg gegen den Holländer Robin Haase noch zurückhaltend quittierte: Auch an den Swiss Indoors, die der 28-Jährige 2012 und 2013 jeweils im Final gegen Federer gewinnen konnte, geniesst er grossen Rückhalt. Elf Spiele ohne Niederlage in Folge am Rheinknie – diese Bilanz wird nur von Federer selbst getoppt.

Gegen Haase schien Del Potros Arbeit gestern schon beim Stand von 1:1 getan. Der Holländer musste nach einem Fehlschritt lange an der Leiste behandelt werden, kehrte zurück, blieb beim 6:3, 6:4 aber ohne Chance.

Handgelenkverletzung verhindert Grösseres

Als Del Potro gestern Abend nach getaner Arbeit in der St. Jakobs-Halle in Basel Auskunft gab, lächelte er bei einer Aussage besonders breit: «Wenn ich gesund bleibe, werde ich nächstes Jahr sehr gefährlich sein.» Die Gesundheit – ein zentrales und schmerzhaftes Kapitel in Del Potros Karriere. Wohl hätte er im Kreis der Grossen wie Roger Federer, Novak Djokovic oder Rafael Nadal ein weit gewichtigeres Wörtchen mitgeredet, wäre da nicht sein lädiertes Handgelenk, das ihm schon zweimal einen Karrierebruch bescherte. Die Zahlen belegen Del Potros Achterbahnfahrt: 2004 erschien er als 16-Jähriger auf Platz 1441 der Weltrangliste. Vier Jahre später, nach seinem Major-Sieg an den US Open 2009, war er auf Platz vier zu finden. 2011 grüsste er nach einer Verletzungspause vom Platz 484, im April 2010 wieder von der Vier. Seit März 2014 laborierte Del Potro fast zwei Jahre lang an seiner Handverletzung – drei Operationen wurden nötig, er fand sich auf Platz 1045 wieder.

Wie schnell er 2016 wieder zurück im Geschäft war, überraschte die Tenniswelt – und ihn selbst. Bereits in Wimbledon schaffte er dank eines Siegs gegen Stan Wawrinka den Einzug in die dritte Runde. Das Meisterstück lieferte er dann an den Olympischen Spielen ab, wo er die Weltnummer eins Novak Djokovic und später im Halbfinal Rafael Nadal besiegte. Im Final wurde er erst von Andy Murray gestoppt. An den US Open schliesslich scheiterte er als Wild-Card-Empfänger im Viertelfinal erst am späteren Sieger Wawrinka.

Bereits wieder unter den Top 50

Nach dem Turniersieg von vergangener Woche in Stockholm stiess der Argentinier auf Platz 42 vor – und auch in Basel ist der weitere Vormarsch möglich. Auch wenn in der zweiten Runde der Belgier David Goffin (WTA 12) wartet, und im allfälligen Viertelfinal wohl Kei Nishikori. Sollte der Argentinier in Basel gar in den Final vorstossen und dort auf Wawrinka treffen, wären auch dort die Rollen nicht so klar verteilt, wie es die Weltrangliste vorgibt.

Wie auch immer das Turnier in Basel für den Argentinier verlaufen wird: Es wird sein letztes des Jahres sein. Denn etwas viel Wichtigeres steht für ihn danach an: Der Daviscup-Final gegen Kroatien. Es ist seine dritte Chance, den Titel zu holen. Bevor er dann 2017 zum Angriff bläst.

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