«Mein Blick ist nach vorne gerichtet»

Gegen Liechtenstein hat Marwin Hitz sein Länderspieldébut für die Schweiz gegeben. Der 27jährige Freidorfer sagt, das 3:0 in Thun sei ein schönes Erlebnis gewesen. Und natürlich wolle er sowohl im Club wie im Nationalteam so viele Spiele wie möglich absolvieren.

Christian Brägger
Merken
Drucken
Teilen

Herr Hitz, gegen Liechtenstein kamen Sie zu Ihrem Début im Schweizer Nationaldress. Wie haben Sie die Premiere erlebt?

Marwin Hitz: Ich hatte mich sehr gefreut auf diese Premiere. Sie war und ist ein sehr schönes Erlebnis für mich. Ich denke, wir können als Team sehr zufrieden sein mit Spiel und Leistung. Und ich glaube, ich selbst kann zufrieden sein mit meinem Auftritt.

Es war ein Testspiel auf Kunstrasen, der Gegner klein, das 3:0 standesgemäss. Schmälern die Umstände Ihre Freude?

Hitz: Überhaupt nicht. Natürlich klingen grosse Namen von Teams besser, natürlich will jeder gegen die berühmten Mannschaften spielen. Aber das 3:0 gegen Liechtenstein kann ich nie und nimmer mit der Formulierung <geschmälerte Freude> in Einklang bringen.

Selten, genauer gesagt einmal, konnten Sie Ihr Können aufblitzen lassen. Die Parade kurz nach Beginn der zweiten Halbzeit gegen Nicolas Hasler war grandios. Hätten Sie lieber mehr Arbeit gehabt, um bei Vladimir Petkovic auf Ihr wahres Leistungspotenzial aufmerksam zu machen?

Hitz: Das Wichtigste ist nicht, dass ich viel Arbeit habe, sondern dass wir als Team funktionieren und Erfolg haben. Das hat gut geklappt. Der Trainer hat bestimmt genug gesehen, um seine Schlüsse zu ziehen im Hinblick auf das Spiel vom Sonntag. Und in diesem haben wir nur als Mannschaft Erfolg. Das ist es, was zählt. Jeder Spieler will seinen Beitrag dazu leisten, ob er nun in der Startformation steht oder nicht. Diesen Geist spürt man in jedem Training.

Gegen Litauen rücken Sie nun wieder ins zweite Glied, sprich hinter Yann Sommer. Ist das frustrierend?

Hitz: Natürlich will jeder möglichst viele Spiele bestreiten. Aber der Coach muss sich Spiel für Spiel für jene Spieler entscheiden, von denen er überzeugt ist, dass sie für das bestmögliche Schweizer Resultat besorgt sein können. Darum hat eine Nicht-Nomination nichts mit Frustration zu tun. Die Rollen sind ziemlich klar verteilt bei uns, von daher kann man sich auch einstellen. Es gibt nur eins: Immer voll konzentriert arbeiten, alles geben, alles zeigen – und bereit zu sein, wenn man zum Einsatz kommt.

Die lange Saison endet nach dem Spiel gegen Litauen. Wie sehen Sie ihre Zukunft im Nationalteam?

Hitz: Wir wollen die drei Punkte holen, die wir benötigen auf unserem Weg an die Euro 2016. Die Qualifikation für diese Endrunde steht über allem. Ich will einfach meinen Beitrag leisten dazu – und immer zeigen, dass ich bereit bin, wenn man mich braucht.

Geht es in erster Linie darum, den Besitzstand als Goalie Nummer drei vor dem bereitstehenden Yvon Mvogo zu wahren oder gar mit guten Leistungen auf die Goalie-Position Nummer eins zu schielen? Immerhin haben Sie einmal gesagt, dass es Ihr Ziel ist, irgendwann auch im Nationalteam an der Konkurrenz vorbeiziehen zu wollen.

Hitz: Ich will immer weiterkommen, mich immer weiterentwickeln. Jeden Tag, in jedem Training, in jedem Spiel. Verbesserungen sind immer möglich. Das ist eine meiner Antriebsfedern. Natürlich will ich so viele Spiele absolvieren wie möglich, im Club wie im Nationalteam. Darum ist mein Blick immer nach vorne gerichtet.

Wie geht es für Sie eigentlich in Augsburg weiter?

Hitz: Anfang August geht es wieder los, die Saison wird sicher sehr schwer, aber auch sehr schön, da wir ja nicht nur Bundesliga spielen, sondern auch Europa League. Wir wollen in allen Wettbewerben für die eine oder andere Überraschung sorgen. Selbstverständlich ist niemand so vermessen zu behaupten, dass wir die nächste Bundesligasaison mindestens wieder auf Rang fünf oder noch besser abschliessen wollen. Wir nehmen Spiel für Spiel und wollen das Maximum herausholen.