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Der beispiellose Höhenflug von Rollstuhlsportlerin Manuela Schär

Manuela Schär triumphierte am London Marathon. Zugleich feierte die Krienserin den Weltmeistertitel und eine unglaubliche Serie.
Jörg Greb
Erschöpft und glücklich: Manuela Schär beim Überqueren der Ziellinie. (Bild: Alastair Grant/AP (London, 28. April 2019))

Erschöpft und glücklich: Manuela Schär beim Überqueren der Ziellinie. (Bild: Alastair Grant/AP (London, 28. April 2019))

Vor zwei Jahren siegte Manuela Schär (34) erstmals beim London Marathon. Gefeiert und mit dem Pokal beschenkt wurde sie von keinem Geringeren als Prinz Harry. Das machte Eindruck und hinterliess Spuren. Vor einem Jahr triumphierte sie an der Themse erneut und setzte in der Folge zu einem beispiellosen Marathon-Höhenflug an. Seither ist Manuela Schär über die 42,195 km ungeschlagen.

Berlin, Chicago, New York, Tokio, Boston und jetzt erneut London – die Siegerin hiess jedes Mal Manuela Schär. Auf dieser Ebene, den hoch gehandelten Marathon Majors, hat’s das so noch nie gegeben. Dass sie die lukrative Serie bereits vor dem letzten Rennen Ende September in Berlin gewonnen hat, ja, sich des Sieges bereits vor London gewiss sein durfte, widerspiegelt die Dominanz. Ein Selbstläufer ist es aber keineswegs. «Es war für mich in den Tagen vor dem Rennen anspruchsvoll geworden», sagte Schär. Immer wieder wurde sie auf den sechsten Sieg in Folge angesprochen. «Ich musste mich abgrenzen und mich selber ablenken.» Es ist ihr gelungen.

Weltmeistergold und ein Startplatz in Tokio

Die Fortsetzung der Serie ihrer Ungeschlagenheit ist das eine. Gleichzeitig resultierte der Marathon-Weltmeistertitel. Seit 2015 ist dieser vom WM-Programm ­getrennt. «Das kommt mir entgegen», sagt Schär. Weil die Topathleten (und -athletinnen) an den Weltmeisterschaften stets über diverse Distanzen an den Start und auf Medaillenjagd gehen, behagt ihnen am Schlusstag der Marathon wenig. «Da bist du jeweils nur mit halbem Herzen dabei», sagt Manuela Schär. Ganz im Gegensatz zu jetzt. Von «einer Riesenkiste» spricht sie nun. Und einen Dienst erwiesen hat sie auch Swiss Paralympics und sich: Sie sicherte den nicht namengebundenen Quotenplatz für die Paralympics in Tokio 2020.

Der Weg zum London-Sieg, dem Weltmeistertitel und dem sechsten Major-Marathon-Triumph in Folge, war ein besonderer: Manuela Schär wählte eine Offensivtaktik wie kaum je zuvor. «Ich hatte mir vorgenommen, bei Meile 3 und der ersten Abfahrt sogleich zu attackieren», sagte sie. Der Plan ging auf. Sie kam weg. Fortan fuhr sie ein einsames Rennen an der Spitze. Nach dem frühen Effort musste sie allerdings hart kämpfen bis zum Erfolg: «Die letzten Kilometer wurden sehr hart, zumal ich gefühlsmässig immer im Gegenwind fuhr.»

An Grenzen kam sie sowohl physisch wie psychisch. Aber, so sagte sie: «Ich habe einen harten Kopf und wollte dies unbedingt durchziehen.» Das Ziel erreichte sie mit einem mehr als soliden Vorsprung von über fünf Minuten auf die (frühere) Dauerwidersacherin Tatyana McFadden. «Ein Kreis hat sich geschlossen», sagte Schär und spielte auf den ersten Erfolg der jüngsten Serie an – vor einem Jahr, ebenfalls in London.

Marcel Hug fehlen 4 Sekunden

Das Ziel des Sieges bei den Männern verpasste Marcel Hug (33) um lediglich vier Sekunden. Trotzdem aber stellte ihn «die Leistung an sich» zufrieden. Im Endkampf zeigte sich einfach einmal mehr, dass derzeit Daniel Romanchuk (20, USA) mehr Speed generieren kann. «Ich versuchte alles, und so muss ich mir nichts vorwerfen», schliesst Hug. Im Hinblick auf die Gesamtwertung 2018/19 ist für ihn aber der Wunsch nach der erfolgreichen Titelverteidigung abzuschreiben.

Rollstuhl. Frauen (T53/54): 1. Manuela Schär (SUI) 1:44:09. – Männer (T53/54): 1. Romanchuk (USA) 1:33:37. 2. Marcel Hug (SUI) 1:33:42. – Ferner: 16. Heinz Frei (SUI) 1:39:58.

Männer: 1. Kipchoge (KEN) 2:02:37 Stunden. 2. Geremew (ETH) 2:02:55. 3. Wasihun (ETH) 2:03:16. 4. Kitata (ETH) 2:05:01. 5. Farah (GBR) 2:05:39. – Frauen: 1. Brigid Kosgei (KEN) 2:18:20. 2. Vivian Jepkemoi Cheruiyot (KEN) 2:20:14. 3. Roza Dereje (ETH) 2:20:51.

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