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Lino Martschini gegen Grégory Hofmann: Der Werdegang der torgefährlichsten Schweizer Eishockeyspieler

Der Playoff-Viertelfinal zwischen Zug und Lugano ist auch der Vergleich der beiden besten Schweizer Scorer: Lino Martschini und Grégory Hofmann. Bald verfolgen sie gemeinsame Ziele.
Sergio Dudli
Torschützen-Duell: Lino Martschini (links) und Grégory Hofmann. Bilder: Samuel Golay/Melanie Duchène/Keystone

Torschützen-Duell: Lino Martschini (links) und Grégory Hofmann. Bilder: Samuel Golay/Melanie Duchène/Keystone

Sie sind die Hoffnungsträger zweier Regionen, die nach dem Titel lechzen. Sie sind die torgefährlichsten Spieler mit Schweizer Pass, die hierzulande auf dem Eis stehen. Und sie sind Gegner – zumindest noch für ein paar Tage. Die Rede ist von Zugs Lino Martschini und Luganos Grégory Hofmann. Der Viertelfinal zwischen den Traditionsclubs ist auch ein Kräftemessen der beiden besten Schweizer Punktesammler. Diese Best-of-7-Serie – Zug führt 2:0 – wird das letzte Mal sein, dass sie auf verschiedene Tore zielen; ab nächster Saison spielt Hofmann für die Zuger.

Mit einer Frau zurück aus Kanada

Der 26-jährige Martschini ist zwei Monate älter als Hofmann. Mit einer Körpergrösse von 1,67 m ist der Stürmer der kleinste Spieler der Liga. Im modernen Eishockey, in dem die Akteure immer grösser und kräftiger werden, verkörpert Martschini mit seiner Wendigkeit, seiner Geschicklichkeit und seinem Tempo einen Gegenpol. Seine Grösse sah er nie als Nachteil, sondern als Ansporn. Viele Kritiker hatten ihm aufgrund der körperlichen Defizite keine Karriere zugetraut – Martschini hat sie eines Besseren belehrt.

Aufgewachsen in Luzern, bekam Martschini das Talent in die Wiege gelegt. Vater Peter spielte in den 1980er-Jahren in der NLB für Zug, später in der 1. Liga beim heutigen HC Luzern. Und Grossvater Ludek war 1972 als Nationaltrainer der Kunstturnerinnen an den Olympischen Spielen in München. Bis zum Alter von neun Jahren spielte Lino Martschini auch Fussball, ehe er sich ganz dem Eishockey verschrieb.
2010 ging der talentierte Luzerner nach Kanada, spielte zwei Jahre lang in einer Juniorenliga. «Ich war mit 17 Jahren weit weg vom Elternhaus und in einer neuen, fremden, grossen Welt. Das war für mich eine wichtige Lebensschule», sagt Martschini. In dieser Zeit lernte er seine Frau Cynthia kennen, mit der er seit bald drei Jahren verheiratet ist.

Vom Maurer zum Topscorer

Nach seiner Rückkehr aus Kanada wurde er fester Bestandteil der Zuger Offensive. In seiner ersten Saison 2012/2013 war er an
54 Toren beteiligt (siehe Grafik). Seit seinem Debüt hat kein Schweizer mehr Punkte gesammelt als Martschini. Es stellt sich die Frage, warum einer mit solchen Qualitäten immer noch in der NLA spielt. Martschini: «Die NHL wird immer ein Traum von mir sein. Ich gehe aber nur, wenn ich spüre, dass ich eine wirkliche Chance erhalte.»

In den vergangenen beiden Spielzeiten war jedoch nicht Martschini der beste Schweizer Scorer, sondern Luganos Grégory Hofmann. Nach vielen Jahren mit guten, aber keinen überragenden Werten, ist der Knopf beim Stürmer geplatzt. Die ersten Schritte in der NLA tätigte der 26-Jährige bereits vor neun Jahren bei Ambrì. Aufgewachsen bei seiner Mutter im Berner Jura, schloss sich Hofmann 15-jährig den Tessinern an. Neben dem Eishockey absolvierte der als talentiert geltende Stürmer eine Lehre als Maurer.

Im rauen Lugano platzt der Knoten


Im Jahr 2012 entschied sich Hofmann für einen Wechsel zu Talentschmied Arno Del Curto. Obwohl sich der Stürmer in Davos weiterentwickelte, blieb der grosse Leistungssprung aus. Hofmann spielte gut, sein Potenzial voll ausschöpfen konnte er jedoch auch unter dem Kulttrainer nie. Als ewiges Talent verschrien, wechselte er nach drei Jahren in den Bündner Bergen nach Lugano.

In der rauen Gegend, in der die Medien keine Skrupel haben und die Fans keine Geduld, wuchs Hofmann an seinen Aufgaben. Das Talent entwickelte sich zum Leistungsträger, verpasste den Titel mit den Luganesi in der vergangenen Saison nur knapp. Im Sommer wird er nach Zug weiterziehen, weil er dort die besseren sportlichen Perspektiven sieht – und mit Martschini einen Sturmpartner auf Augenhöhe.

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