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Manchester United gegen Arsenal - oder Ernüchterung gegen Euphorie

Im englischen Klassiker treffen am Mittwochabend Manchester United und Arsenal am 15. Spieltag aufeinander. Es ist auch ein Vergleich zweier namhafter Trainer. Während José Mourinho einmal mehr polarisiert, entfacht Unai Emery bei den Londonern wieder Hoffnung.
Sergio Dudli
Arsenal hebt unter dem neuen Trainer wieder ab. (Bild: AP)

Arsenal hebt unter dem neuen Trainer wieder ab. (Bild: AP)

José Mourinho: Der Trainerfuchs

«Ich bin mir sicher, dass wir am Ende vor Everton stehen.» Dieser Satz stammt von José Mourinho, Trainer von Manchester United. Der Club ist englischer Rekordmeister, dreifacher Champions-League-Sieger und nach den Dallas Cowboys der weltvollste Verein der Welt. Wie muss man nun die Aussage von Mourinho interpretieren, dass die Weltmarke Manchester United die Saison vor Everton beenden will? Mourinho ist ein Meister der Ablenkung. Seine brisanten Aussagen dienen stets dem Zweck, seine Mannschaft aus dem medialen Kreuzfeuer zu nehmen. Der Satz aus der Pressekonferenz lässt sich übersetzen mit: «Wir wollen mindestens den sechsten Platz erreichen.»

Eine Platzierung, die weder dem Status Manchester Uniteds noch den finanziellen Möglichkeiten des Clubs oder den Erwartungen der Anhänger gerecht wird. Dazu passt, dass Mourinho kürzlich eine Platzierung unter den Top vier als «Wunder» bezeichnete – auch wenn er kurz danach dementierte, dies so gesagt zu haben. Einmal mehr gelingt es damit dem Portugiesen, die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. In England wird diskutiert, wie es möglich sein kann, dass einer der erfolgreichsten Trainer der Geschichte einen sechsten Rang als Ziel ausruft. Der ehemalige englische Nationalspieler Chris Sutton sagte:

«Ich glaube, er will entlassen werden. Anders kann ich mir sein Benehmen nicht erklären.»

Durch all den Wirbel geht in Manchester fast vergessen, dass das seit dem 3. November in der Liga sieglose United am Mittwochabend ein Arsenal in Topform empfängt. Er ist ein Trainerfuchs, dieser José Mourinho. Aber er bewegt sich auf einem schmalen Grat. Das Team hat mehr Tore erhalten als erzielt, die Champions-League-Plätze sind wohl bereits ausser Reichweite, und die Kritik an ihm scheint die Mannschaft zu belasten. Bislang spielt das Team für Mourinho, raffte es sich doch in wichtigen Momenten immer wieder auf. Das ist auch heute nötig – sonst liegt Everton am Ende doch vor Manchester United.

Die Statistiken der Teams nach 14 Spieltagen:

Unai Emery: Der Detailverliebte

«Wir haben unser altes Arsenal zurück», sangen die Anhänger der Londoner am vergangenen Wochenende nach dem 4:2-Sieg im Derby gegen den Erzfeind Tottenham. Es war das 19. Spiel ohne Niederlage in Serie. Am Ursprung dieser neu entfachten Euphorie steht Unai Emery. Der 47-jährige Spanier läutete nach über 22 Jahren mit Arsène Wenger an der Seitenlinie eine neue Ära in Nordlondon ein. «Wir mussten alles umkrempeln. Und das nicht, weil Wenger mir keinen intakten Club hinterlassen hat, sondern weil ich jeden Einzelnen bei Arsenal neu anspornen wollte», sagt Emery. Für seinen Vorgänger findet der Spanier nur lobende Worte. «Vor ihm bejubelte Arsenal jeden 1:0-Sieg. Mit Wenger fand der Club den Spass an der Offensive.»

Aber Emery verfolgt einen anderen Ansatz. «Wenn du nur Wert auf das Erzielen von Toren legst, verlierst du irgendwann die Stabilität. Ich will beides kombinieren», so Emery. Die Geschichte mit dem Chinesen Dass der ehemalige Trainer von Paris St-Germain und dreifache Europa-League-Gewinner mit Sevilla nun bei den Londonern auf einem guten Weg ist, zeigt die Statistik. Mit einem Torverhältnis von plus 14 liegt Arsenal an vierter Stelle – hinter den drei Topteams Manchester City, Liverpool und Chelsea. Im Gegensatz zu Wenger legt Emery mehr Wert auf taktische Aspekte. «Wenger war der Gegner egal, er wollte seinen Fussball spielen», schrieb BBC-Fussballchef Phil McNulty kürzlich. Und ergänzte:

«Emery will auf jeden Gegner und alle Eventualitäten perfekt vorbereitet sein.»

Dass er detailverliebt ist, bestätigt Emery in Form einer kleinen Anekdote. «Einmal war ein chinesischer Trainer bei mir in Sevilla zu Besuch. Er war beeindruckt, wie wichtig mir die Details sind. Da sagte ich mir: Das ist etwas Positives, bewahre das.» All der Aufbruchsstimmung zum Trotz: Emery ist sich bewusst, dass er und Arsenal noch einen weiten Weg vor sich haben. «Arsenal gehörte zuletzt nicht mehr zu den Top vier der Liga. Wir stehen erst am Anfang.»

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