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Beat Abderhalden spricht über die Leistungen der Nordostschweizer Schwinger und strittige Entscheide: «Das Wettkampfglück hat gefehlt»

Die Nordostschweizer erreichten am Eidgenössischen Schwingfest zehn Kränze.
Der Technische Leiter zieht Bilanz.
Interview: Ives Bruggmann
Samuel Giger verlor im dritten Gang gegen René Suppiger. (KEYSTONE/Alexandra Wey)

Samuel Giger verlor im dritten Gang gegen René Suppiger. (KEYSTONE/Alexandra Wey)

Fehlendes Wettkampfglück, Videobeweis, Enttäuschung und Zufriedenheit: Beat Abderhalden, Technischer Leiter der Nordostschweizer, über das Abschneiden seiner Schützlinge am Eidgenössischen Schwingfest in Zug.

Beat Abderhalden. (Bild: PD)

Beat Abderhalden. (Bild: PD)

Sind Sie mit der Ausbeute von zehn Kränzen zufrieden?

Beat Abderhalden: Mit den zehn Auszeichnungen haben wir unser Ziel erreicht. Damit bin ich sehr zufrieden. Schön ist dabei vor allem, dass wir mit Martin Roth, Dominik Oertig und Samir Leuppi drei neue Eidgenossen in unseren Reihen begrüssen dürfen.

Der neue Schwingerkönig kommt nicht aus dem Nordostschweizer Verband. Enttäuscht?

Der Königstitel war unser zweites grosses Ziel an diesem Fest in Zug. Deshalb ist es schon eine Enttäuschung für mich. In der Einteilung habe ich das Möglichste probiert. Es fehlte uns aber auch ein wenig Wettkampfglück.

Wie meinen Sie das?

Da waren die beiden Situationen mit Armon Orlik in den Gängen gegen Kilian Wenger und Christian Stucki. Einmal gab man Orlik eine 9,75 statt eine 10. Das andere Mal erhielt Stucki eher überraschend eine 9,00 statt eine 8,75. In beiden Fällen wurde zu Gunsten der Berner entschieden. Aber das ist kein Vorwurf. Das gehört zum Schwingen dazu. Man muss die Entscheide akzeptieren. Ich gebe zu: Irgendwie sucht man auch Trost in diesen Fehlern.

Würde ein Videobeweis helfen?

Das Thema schwirrt ja schon lange her­um. Das aktuelle System ist eigentlich nicht so schlecht. Die Regeln sehen klare Leitplanken vor. Deshalb sollten eigentlich keine offensichtlichen Fehler mehr vorkommen. Da müssen die Verantwortlichen im Verband über die Bücher, denn das Ziel sollte immer sein, möglichst wenige Fehler zu machen.

Dennoch hatte Armon Orlik die Qualifikation in den eigenen Händen – und scheiterte.

Das ist richtig. Ich kann ihm keinen Vorwurf machen. Er hat es probiert. Er hat ein tolles Fest gezeigt. Ein Viertelpunkt da oder dort hätte ihm wahrscheinlich die Schlussgangqualifikation gebracht. Fraglich ist jedoch, ob die Innerschweizer bei Sven Schurtenberger gegen ­Orlik die richtige Taktik wählten. Denn schliesslich hatte Schurtenberger es in den eigenen Händen, dass es kein Berner in den Schlussgang schafft. Gewinnt er selber, gibt es einen reinen Innerschweizer Schlussgang, verliert er, steht Orlik gegen Wicki in der Endausmarchung.

Der zweite Nordostschweizer Trumpf, Samuel Giger, scheiterte bereits im dritten Gang. Wie ordnen Sie das ein?

Im dritten Gang unterlief ihm ein Fehler, der ihm sonst nie passiert. Ich habe natürlich mit ihm gesprochen. Ich denke, am Sonntagabend konnte er bereits wieder darüber lachen. Er hatte ja einen hervorragenden zweiten Tag. Jeder Mensch macht Fehler. Wichtig ist nur, daraus zu lernen. Ich bin mir aber sicher, dass es mit dem grossen Druck zu tun gehabt hat.

Sie treten nach sechs Jahren an der kommenden Delegiertenversammlung im Januar 2020 ab. Wie fällt Ihre Bilanz aus?

Klar. Den Königstitel konnten wir in dieser Zeit nicht in die Nordostschweiz holen. Das war ein Ziel. Dennoch konnte ich mit den Schwingern viele schöne Erfolge feiern. Ich denke da an viele Siege auf der Schwägalp oder an anderen Berg- oder Teilverbandsfesten. Was gibt es Schöneres als mit guten Schwingern gemeinsam an ein Bergfest zu gehen? Wie Samuel Giger vor einem Jahr auf der Schwägalp Christian Stucki auf den Rücken legte, solche Momente vergisst man nicht.

Was raten Sie den beiden gescheiterten Ostschweizer Mitfavoriten Giger und Orlik, damit es in Zukunft mit dem Königstitel klappt?

Sie entscheiden alleine, was sie in Zukunft eventuell anders machen wollen. Ich bezweifle aber, dass sie alles über den Haufen werfen werden. Eines muss ihnen bewusst sein: Ihnen fehlte nur wenig zum ganz grossen Erfolg. Sie sollten vom Positiven zehren. Ich bin mir sicher, dass der Schwingerkönig bald wieder aus der Nordostschweiz kommen wird. Sowohl Giger als auch Orlik haben es selbst in der Hand, dieses hohe Ziel zu erreichen.

Was übergeben Sie Ihrem Nach­folger Fridolin Beglinger für eine Mannschaft?

Ein junges, hungriges Team, gemischt mit älteren Topschwingern. Ich denke, die Grundarbeit ist gemacht. Ich hatte sechs tolle Jahre und habe mein Möglichstes gegeben. Ich wünsche meinem Nachfolger viel Erfolg.

Am Jubiläumsschwingfest in ­Appenzell in einem Jahr können Sie somit entspannt zuschauen.

Nein. Ich werde sicherlich wieder nervös sein. Bis jetzt konnte ich immerhin noch in der Einteilung einwirken. Das fällt nun weg.

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