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MAKELLOS: Meister der Effizienz

Roger Federer qualifiziert sich dank einem Dreisatzsieg gegen Marton Fucsovics aus Ungarn für die Viertelfinals. Als einziger Spieler an den Australian Open schafft er dies ohne Satzverlust.
Jörg Allmeroth
Der Aufschlag garantiert Roger Federer an den Australian Open viele Extrapunkte. (Bild: Joe Castro/EPA)

Der Aufschlag garantiert Roger Federer an den Australian Open viele Extrapunkte. (Bild: Joe Castro/EPA)

Jörg Allmeroth

Er begrüsste seinen Gegner schon vor dem Spiel, in der Nähe der Umkleidekabinen, mit einem freundlichen Handschlag. Und später, als die Partie von Roger Federer gegen den Ungarn Marton Fucsovics vorüber war, wünschte der Maestro dem Grand-Slam-Nobody noch einmal ausdrücklich eine erfolgreiche Saison. Dazwischen aber gab es keine Nettigkeiten des Schweizer Meisterspielers, der den 26-jährigen Aussenseiter mit 6:4, 7:6 (7:3) und 6:2 bezwang und so zum vierzehnten Mal in seiner Karriere den Viertelfinal bei den Australian Open erreichte.

«Ich bin hochzufrieden. Es gibt wenig zu beanstanden. So, wie das Turnier bisher für mich gelaufen ist.» Und tatsächlich: Federer untermauerte mit seinem weithin geräuschlosen, effizienten Erfolg seine Rolle als Turnierfavorit Nummer eins, seine Anwartschaft, die Mission Titelverteidigung mit dem neuerlichen Höchstpreis in Melbourne zu krönen. «Federer hinterlässt hier bisher den stärksten Eindruck im Teilnehmerfeld», sagte der australische Ex-Champion Pat Cash, «es wird schwer sein, ihn aufzuhalten.»

Im Direktvergleich steht es 19:6

Auf Federer, den Grand-Slam-König mit insgesamt 19 Karrieretiteln bei den Majors, wartet nun ein alter Bekannter. Der 32-jährige Tscheche Tomas Berdych, dem er schon 25-mal in den Jahren gemeinsamer Wegstrecke im Tourcircuit gegenüberstand. Federer hat 19-mal gewonnen, sechsmal ging der hochbegabte Berdych als Sieger vom Platz. «Geheimnisse gibt es nicht zwischen uns beiden», sagt Federer. Vor Jahresfrist bezwang er Berdych nach zuvor zwei mühsamen Australian-Open-Siegen dann in der dritten Runde in beeindruckender Manier, es war so etwas wie die Initialzündung für das spätere Titelwunder am Yarra River. «Wir hatten damals ein gutes Match», sagte Federer in einem TV-Interview, ehe er sich dann korrigierte: «Ich hatte ein gutes Match.» Federer lebt auch bei dieser Grand-Slam-Mission Down Under von bekannten Stärken. Vor allem von der Kraft, sich in kniffligen Momenten wirkungsvoll durchzusetzen – nicht zuletzt auch mit einem durchschlagskräftigen, viele Extrapunkte garantierenden Service.

Federer spielt bisher selten übermässig spektakulär, sondern zielführend. Er verschärft das Tempo und die Intensität stets dann, wenn es nötig ist. Ansonsten ist er ein Meister in der Disziplin des Kräftemanagements während eines Grand Slams, er weiss schliesslich, dass er noch allerhand Ressourcen in der zugespitzten Endphase dieses Majors braucht. Federer agiert mit all seiner Routine, mit dem Schatz gesammelter Erfahrungen aus so vielen Grand-Slam-Jahren. Gleichwohl geht auch ihm nicht alles perfekt vom Schläger: So nutzte er gegen Fucsovics nur drei von zehn Breakmöglichkeiten, musste im zweiten der drei Akte in diesem Achtelfinal sogar ins Tiebreak. Das allerdings beherrschte er schliesslich wieder mit Sicherheit.

Es war, im übrigen, auch der erste Federer-Einsatz im Tageslicht bei diesem Turnier – nach drei Nachtvorstellungen in der ersten Woche. Federer machte der veränderte Schichtbetrieb allerdings wenig aus, er brachte das später pragmatisch auf den Punkt: «Es ist einfach so, dass der Wecker ein bisschen früher klingelt. Früher, als wenn du nach einem Abendspiel erst um drei Uhr morgens ins Bett kommst.» Fortan aber wird er nur noch zu später Stunde spielen, in den typischen Late-Night-Shows in der Rod-Laver-Arena.

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