MAKELLOS: Der Mann für die heiklen Bälle

Stan Wawrinka übersteht an den French Open auch die zweite Runde ohne Satzverlust. Der Champion von 2015 gewinnt gegen den Ukrainer Alexander Dolgopolow nach einem turbulenten Spiel 6:4, 7:6 (7:5), 7:5.

Jörg Allmeroth, Paris
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Mit viel Selbstvertrauen: Stan Wawrinka. (Bild: Freshfocus)

Mit viel Selbstvertrauen: Stan Wawrinka. (Bild: Freshfocus)

Alexander Dolgopolow war ziemlich hellsichtig, was den Verlauf seines Zweitrundenspiels an den French Open gegen Stan Wawrinka angehen würde. Er habe eigentlich «ganz ordentliche Chancen, wenn ich ordentlich spiele», sagte der Ukrainer, «aber an Grand Slams ist Wawrinka ein ganz anderer Mann. Da wächst er gern einmal über sich hinaus, macht auch in den entscheidenden Momenten seine Punkte», so Dolgopolow.

Viel war dann auch wirklich nicht falsch an der Einschätzung des selbst etwas unberechenbaren Dolgopolow: Als in drückender Hitze im Stade Roland Garros abgerechnet war, hatte der 28-jährige Dolgopolow dem Favoriten und früheren Champion einen guten und anständigen Kampf geliefert, aber in wirklich ernsthafte Bedrängnis hatte er Wawrinka auch nicht bringen können.

Startfurioso und gute Aussichten

Vor allem, weil Wawrinka einen bis zwei Gänge zulegte, wenn er dazu aufgefordert war. «Ich bin sehr zufrieden, weil ich mich steigern konnte, wenn es nötig war», sagte Wawrinka nach dem 6:4, 7:6 (7:5), 7:5-Sieg. Es war ein Showdown mit teils spektakulären Ballwechseln, mit hohem Tempo und auch reichlich Turbulenzen, den sich Wawrinka und der wegen Verletzungspech auf Platz 89 der Weltrangliste zurückgefallene Dolgopolow lieferten. Und es gab auch einige Höhen und Tiefen für beide Spieler, so auch gleich im ersten Satz, in dem der 32-jährige Schweizer schnell, sogar blitzschnell mit 4:1 in Führung ging, dann aber den 4:4-Ausgleich hinzunehmen hatte. Aber in den zugespitzten Situationen der Partie war Wawrinka immer hellwach.

Nun wartet Fognini auf Wawrinka

Nach zwei Stunden und 34 Minuten war mit dem 7:5 im dritten Durchgang alles vorbei – für den Sieger Wawrinka, der seine makellose Bilanz aufrechterhielt. Und der auch seine allgemeine Favoritenrolle für die Internationalen Französischen Meisterschaften des Jahres 2017 untermauerte. Nun trifft Wawrinka auf den hitzköpfigen Italiener Fabio Fognini, der sich in der zweiten Runde gegen seinen Landsmann Andreas Seppi durchgesetzt hatte. Im direkten Vergleich führt Wawrinka 4:1. Das letzte Spiel fand allerdings schon vor fast drei Jahren statt, als die Schweiz im Davis-Cup gegen Italien spielte.«Er ist ein unbequemer Gegner. Aber ich habe in den vergangenen Tagen und Wochen viel Selbstbewusstsein gesammelt. Ich gehe mit einem guten Gefühl in diese Partie», sagte Wawrinka.

Jörg Allmeroth, Paris