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Macht Filip Gavranovic die Krauerhalle zur Festung?

Kriens empfängt heute (18 Uhr) St. Otmar St. Gallen zum ersten NLA-Heimspiel. Beim Gegner ist mit Bo Spellerberg ein Ex-Weltklasseakteur neuer Spielertrainer. Doch auch der HCK präsentiert mit Filip Gavranovic einen neuen Star.
Stephan Santschi
Der neue Krienser Kreisläufer ist der 1,99 Meter grosse und 106 Kilo schwere Kroate Filip Gavranovic. (Bild: Philipp Schmidli (Kriens, 4. September 2018))

Der neue Krienser Kreisläufer ist der 1,99 Meter grosse und 106 Kilo schwere Kroate Filip Gavranovic. (Bild: Philipp Schmidli (Kriens, 4. September 2018))

Gestatten, Filip Gavranovic. Kreisläufer, 1,99 Meter gross, 106 Kilo schwer. Oder wie Trainer Goran Perkovac sagt: «Ein Mann mit Gardemassen.» Seit diesem Sommer figuriert der Kroate im Kader des HC Kriens-Luzern, ein Unbekannter ist er in der Schweiz allerdings nicht. Zwischen 2015 und 2017 machte er sich bei Pfadi Winterthur als guter Angreifer und noch besserer Abwehrspieler einen Namen. Zu einer Vertragsverlängerung kam es damals nicht, weil sich die Winterthurer mit finanziellen Problemen herumschlugen. Gavranovic, der sich zum Schluss am Fussgelenk verletzt hatte und operiert werden musste, kehrte zurück nach Kroatien zum RK Porec. «Mein grosses Ziel ist die deutsche Bundesliga, das war ein Rückschlag», erzählt er heute.

Nun nimmt der bald 27-jährige Gavranovic einen neuen Anlauf. Das eine Jahr in Porec sei für ihn sehr gut gewesen, die körperlichen Probleme sind passé. Trainer Perkovac habe ihn als Erstes angerufen, später folgte das Gespräch mit Geschäftsführer Nick Christen, und nun ist er Bestandteil des Teams, ausgestattet mit einem Zweijahresvertrag. Dass die finanziellen Konditionen in Winterthur besser waren, verheimlicht er zwar nicht, «dort zahlten sie mir auch die Wohnung und ein Auto». Im Vordergrund steht für ihn aber die sportliche Perspektive: «Das ist eine neue Chance, um mich zu zeigen. Wir können mit Kriens ein gutes Resultat erreichen.»

Vom Fussballgoalie zum Kreisläufer

Dass Kriens-Luzern die letzte Saison mit dem enttäuschenden fünften Rang hinter sich lassen und sich Richtung NLA-Spitze orientieren will, geht einher mit den grossen Erwartungen an Filip Gavranovic. Der ruhige Mann aus Bjelovar, das etwa 80 Strassenkilometer von Zagreb entfernt liegt, soll in Kriens kommunikativer und zum Chef der Abwehr werden. Gemeinsam mit dem vereinseigenen Talent Gino Delchiappo teilt er sich im Angriff zudem die Aufgaben am Kreis – eine Position, die seit der abrupten Trennung von Fabio Baviera im Oktober 2017 unterbesetzt war. «Filip ist ein Spieler, der in beide Richtungen Handball spielen kann», freut sich Perkovac. Einer auch, der die Vielseitigkeit der Mannschaft erhöht. Im 6:0-System verteidigt Gavranovic zentral, im 3-2-1 als vorgestellter Abfangjäger. «Er hat ein gutes Gefühl, um dem Gegner den Ball zu klauen», sagt Trainer Perkovac.

Speziell: Filip Gavranovic widmete sich erst im Alter von 17 Jahren ernsthaft dem Handball. Davor spielte er Fussball, er war ein Torhüter mit guten Reflexen. Als er an einem Juniorenturnier in einem Spiel gleich zwei Penaltys parierte und selber auch noch einen verwertete, im Anschluss aber weder im Halbfinal noch im Final eingesetzt wurde, verlor er die Lust und wechselte die Sportart. «Nie mehr Torhüter», sagte er sich und machte die ersten Schritte als Handballer im linken Rückraum. «Da es mich aber stets an den Kreis zog, riet mir mein erster Coach, es vielleicht als Kreisläufer zu versuchen.»

Teamfoto des HC Kriens-Luzern in der Saison 2018 / 2019. Es folgen die Porträtsfotos der Spieler: (Es fehlen: Die Torhüter Kayoum Eicher, Paul Bar und André Willimann) (Bild: PD / Fabienne Krummenacher)
Paul Bar, Torhüter, #28
André Willimann, Torhüter, #46
Kayoum Eicher, Torhüter, #16
Claudio Vögtli, Flügel rechts, #9 (Bild: PD / Fabienne Krummenacher)
Amin Youssefinezhad, Rückraum links, #14 (Bild: PD / Fabienne Krummenacher)
Severin Ramseier, Flügel rechts, #19 (Bild: PD / Fabienne Krummenacher)
Luca Spengler, Rückraum links, #8 (Bild: PD / Fabienne Krummenacher)
Aleksandar Radovanovic, Rückraum rechts, #20 (Bild: PD / Fabienne Krummenacher)
Marcel Lengacher, Flügel links, #3 (Bild: PD / Fabienne Krummenacher)
Moritz Oertli, Rückraum mitte, #38 (Bild: PD / Fabienne Krummenacher)
Luca Engler, Rückraum rechts, #7 (Bild: PD / Fabienne Krummenacher)
Filip Gavranovic, Kreis, #13 (Bild: PD / Fabienne Krummenacher)
Tom Hofstetter, Rückraum mitte, #38 (Bild: PD / Fabienne Krummenacher)
Adi Blättler, Flügel links, #6 (Bild: PD / Fabienne Krummenacher)
Gino Delchiappo, Kreis, #23 (Bild: PD / Fabienne Krummenacher)
Goran Perkovac, Trainer (Bild: PD / Fabienne Krummenacher)
Peter Lang, Torhütertrainer (Bild: PD / Fabienne Krummenacher)
René Bieri, Teambetreuer (Bild: PD / Fabienne Krummenacher)
19 Bilder

Das Kader des HC Kriens-Luzern in der Saison 2018 / 2019

Das Nein zu Zagreb und seine Auswirkungen

So spät er zum Handball kam, so schnell ging es danach aufwärts. Bereits in seiner ersten Saison kam er in der höchsten kroatischen Liga zum Einsatz, ein Jahr später wurde er bereits in die Junioren-Nationalmannschaft aufgeboten. An der WM 2009 im eigenen Land war er als Zuschauer hautnah dabei, «wie in einem Traum», kam es ihm vor – ein Traum, den er für sich verwirklichen wollte. Bisher ist er aber nicht über sieben Länderspiele und eine Silbermedaille mit dem B-Team Kroatiens an den Mittelmeerspielen hinausgekommen. Dafür macht Gavranovic seine Karriereplanung verantwortlich: «Wer nicht zu Zagreb geht, dessen Name wird im Nationalteam mit einem grossen X durchgestrichen. Ich bevorzugte den Wechsel in eine deutschsprachige Liga, um Deutsch zu lernen. Ich wollte mich Schritt für Schritt der Bundesliga annähern.»

Über das slowenische Koper fand er so nach Österreich zu Bregenz und von da weiter nach Winterthur. Nach der kurzzeitigen Rückkehr nach Kroatien will er mit dem HCK nun neu angreifen. In Kriens hat er eine Wohnung bezogen, bis Ende September wohnt Freundin Isabella noch bei ihm, ehe sie zurück nach Kroatien geht, um weiter zu studieren.

Olympiasieger trifft auf Europameister

Gavranovic nutzt die Freizeit, um sich andere Sportarten anzusehen – am TV oder live im Stadion. «Ich war schon an Spielen des FC Luzern», sagt er. Auch Tennis interessiere ihn. Auf die eigenen Ambitionen mit Kriens-Luzern angesprochen, meint er, dass «Schaffhausen über allem steht. Den Halbfinal sollten wir aber mindestens realisieren können.»

Heute Samstag (18 Uhr) gastiert zum NLA-Auftakt mit St. Otmar St. Gallen der erste direkte Konkurrent in der Krauerhalle. Dort wirkt mit Bo Spellerberg neu ein Mann von Weltruhm als Spielertrainer. Der mittlerweile 39-jährige Däne hat in seiner Laufbahn zwei EM-Titel und drei WM-Medaillen gewonnen. Goran Perkovac, der sogar Olympiasieger war, vermag dies nicht einzuschüchtern: «Wir wollen zu Hause eine Festung errichten.» Filip Gavranovic soll ihm mit seinen Gardemassen dabei helfen.

2. Runde: Basel – GC Amicitia 26:25. – Heute, 17.30: Gossau – Suhr Aarau. – 18.00: Kriens-Luzern – St. Ot­mar SG (Krauerhalle.)

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