Olympiasieger Mario Gyr tritt zurück

Mario Gyr erklärt seinen Rücktritt vom Spitzensport. «Ich bin nicht mehr bereit, alles dem Spitzensport unterzuordnen», begründet der 33-jährige Luzerner seinen Schritt. Sein letztes Rennen bestreitet er diesen Samstag.

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Der Höhepunkt seiner Karriere: Mario Gyr (Mitte) feiert seinen Olympiasieg. Bild: Laurent Gilliéron/Keystone (Rio de Janeiro, 11. August 2016)

Der Höhepunkt seiner Karriere: Mario Gyr (Mitte) feiert seinen Olympiasieg. Bild: Laurent Gilliéron/Keystone (Rio de Janeiro, 11. August 2016)

Nach einer einjährigen Pause in der Saison 2017 stieg Mario Gyr heuer wieder in den Spitzensport ein – mit dem Ziel, auch 2020 in Tokio olympisches Gold zu holen. «Mein ursprüngliches Ziel, im Anschluss an den Olympiasieg 2016 nach einem Zwischenjahr ab 2018 wieder voll ins Training einzusteigen und bei den Olympischen Spielen 2020 in Tokio bei den Schwergewichten auf Medaillenjagd zu gehen, war ambitioniert und spannend. Und ich bin überzeugt, dass die Chancen auf eine weitere Olympiamedaille gross wären. Hierfür hätte ich jedoch wieder alles andere stehen und liegen lassen und mein Leben auch in den kommenden zwei Jahren wieder voll und ganz dem Spitzensport unterordnen müssen», schrieb der Luzerner in einem Communiqué. Aber er kam zu einem anderen Schluss. Gyr will die persönliche Entwicklung höher gewichten als die sportliche Karriere, während der er weiterhin rund 30 Wochen im Jahr in aller Welt unterwegs gewesen wäre.

Mario Gyr nimmt ein attraktives Berufsangebot an. «Ich musste feststellen, dass ich die Wettkämpfe nach wie vor über alles liebe, aber dass ich nicht mehr bereit bin, alles dem Spitzensport unterzuordnen. Daher ist der Rücktritt für mich die Konsequenz.» Nach seiner Pause startete Gyr neu in der offenen Kategorie. Er hätte in Tokio als erster Ruderer überhaupt sowohl in einem Leichtgewichts-Boot als auch in der offenen Kategorie eine Medaille gewinnen können. Die herausragenden Erfolge der Karriere glückten dem 33-Jährigen kurz nacheinander. Zusammen mit Simon Schürch, Lucas Tramèr und Simon Niepmann wurde er 2015 sowohl Europameister in Posen als auch Weltmeister in Lac d’Aiguebelette. 2016 errang er als Schlagmann in der gleichen Crew als Olympiasieger in Rio de Janeiro den grössten Triumph. «Ich bin dankbar für die Erfahrung, welche mir die Lebensschule Spitzensport gebracht hat», sagt Gyr rückblickend. «Ich bin froh, dass ich auch nach all den Jahren noch jeden Tag Freude am Rudern hatte. Und ich möchte die sportlichen Höhepunkte sowie die vielen emotionalen Erlebnisse und schönen Erinnerungen, die ich mit ihnen verbinde, keinesfalls missen. Der Olympiasieg in Rio 2016 oder die WM-Goldmedaille 2015 nach einer verletzungsbedingt sehr schwierigen Saison seien an dieser Stelle stellvertretend für viele bewegende Momente genannt.»

Letztes Rennen am Samstag

Sein letztes Rennen bestreitet Mario Gyr morgen Samstag im Achter des Schweizer Nationalteams and Friends beim Red Bull XRow. Das aussergewöhnliche Achterrennen wird auf zwei Seen ausgetragen. Start ist um 14.15 Uhr in Zug. Dazwischen liegen zwei Laufstrecken, unter anderem durch die Hohle Gasse in Küssnacht. Das Ziel befindet sich in Luzern bei der Kapellbrücke. Der Zieleinlauf wird für etwa 16.15 Uhr erwartet. (sda/a.k.)

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