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Luzern verliert zu Hause gegen Schweizer Meister YB

Der FC Luzern verliert gegen die Young Boys mit 1:3. Die Luzerner präsentieren sich zu wenig effizient. Der FCL ist somit seit vier Partien ohne Sieg. Derweil steigt bei den Bernern bald die Meisterparty.
Raphael Gutzwiller
Luzerns Blessing Eleke (links) mit dem langen Bein gegen Ulisses Garcia von den Young Boys. (Bild: Martin Meienberger/Freshfocus, Luzern, 10. April 2019)

Luzerns Blessing Eleke (links) mit dem langen Bein gegen Ulisses Garcia von den Young Boys. (Bild: Martin Meienberger/Freshfocus, Luzern, 10. April 2019)

Diesmal wollte es mit der erneuten Gala gegen die Young Boys nicht klappen. Vieles war ähnlich wie am Tag des Cup-Viertelfinals, als die Luzerner gegen den alten und bald auch neuen Schweizer Meister mit einer sensationellen Leistung einen 4:0-Heimsieg gefeiert hatten. Erneut war Mittwoch, erneut gab es eine bei den Fans unbeliebte Anspielzeit, erneut war der Zuschaueraufmarsch enttäuschend – und erneut waren die Luzerner von der ersten Sekunde an bereit für diesen Kampf gegen das beste Schweizer Klubteam. Nur der Ausgang war anders: Am Ende jubelten die Berner über einen 3:1-Sieg, und das Luzerner Publikum pfiff.

Dabei hatte es für den FCL gar nicht schlecht begonnen. «Die erste Hälfte war ähnlich wie im Cupspiel», fasste Luzerns Flügelspieler Pascal Schürpf später zusammen. Zwar hatte YB-Trainer Gerardo Seoane mit einer Dreier- beziehungsweise einer Fünferabwehr eine andere Taktik gewählt. Dennoch waren es die Luzerner gewesen, die zu den besseren Möglichkeiten kamen. Gegen die kompakten Berner, die sich in der ersten Hälfte weitestgehend in die eigene Platzhälfte zurückzogen, kamen sie mehrfach gefährlich vor das Tor. Jedoch fehlte es an Genauigkeit und Entschlossenheit.

Im Cupspiel waren die Luzerner bereits in der fünften Spielminute durch Pascal Schürpf in Führung gegangen, diesmal aber wollte der Ball den Weg ins Tor lange nicht finden. «Wir spielten in vielen Situationen gut, doch dann fehlte uns das Glück», meinte Schürpf. Er, der im Cupspiel doppelt getroffen hatte, vergab selber auch mehrere Chancen, die beste in der 15. Spielminute nach der Vorlage von Christian Schneuwly. Luzern-Trainer Thomas Häberli musste bilanzieren: «Das 0:0 zur Pause war angesichts des grossen Aufwands zu wenig.»

Im Luzerner Lager musste man nach dem Schlusspfiff jenen vergebenen Möglichkeiten nachtrauern, weil im zweiten Umgang die Dominanz von YB zu gross wurde. Nur mit einer erneut frühen Führung hätte man vielleicht wieder einen Überraschungssieg landen können. So aber änderte YB in der zweiten Hälfte die Spielweise und setzte die Luzerner vermehrt unter Druck. Und nach einem «doofen Konter», wie es Schneuwly ausdrückte, erzielte Jean-Pierre Nsame das 1:0 für YB. Danach hatte die Partie gar nichts mehr gemeinsam mit dem Cupspiel vom 6. März. Die Berner Mannschaft zeigte ihre Klasse, der FCL dagegen machte immer mehr scheinbar leichte und individuelle Fehler. Nach dem Treffer zum 2:0 durch Djibril Sow konnte Blessing Eleke die Hoffnung mit seinem Penalty-Treffer nur kurz zurückbringen. Spätestens nach dem wegen Abseits umstrittenen Treffer von Ulisses Garcia zum 3:1 war die Sache erledigt.

Häberli gratuliert Seoane bereits zum Meistertitel

Somit verlor Thomas Häberli erstmals als Cheftrainer gegen die Young Boys, den Verein, bei dem er nach seiner erfolgreichen Zeit als Stürmer als Legende gilt. Ihm blieb deshalb nur in Richtung des Luzerner YB-Trainers Gerardo Seoane zu sagen: «Ich gratuliere Gerry schon jetzt zum Meistertitel.» Durch den Sieg beim FC Luzern braucht YB lediglich noch einen Sieg oder einen Punktverlust von «Verfolger» Basel, um definitiv vorzeitig als Meister festzustehen. YB könnte am Samstag auf dem Sofa oder dann am Sonntag in Zürich zum zweiten Mal in Folge Meister werden. Seoane meinte zu dieser Ausgangslage: «Ich sage ja immer gerne, dass ich von Spiel zu Spiel schaue. Das mache ich jetzt umso lieber. Ich hoffe, dass wir am Sonntag Schweizer Meister werden.»

Für den FC Luzern dagegen geht es nach dem vierten sieglosen Spiel in Folge auch darum, möglichst bald wieder zu einem Vollerfolg zurückzukehren. Die Möglichkeit dazu bietet sich am Samstag (19.00) gegen Xamax Neuchâtel.

Die Noten

FCL-Fans werfen mit Eiern

Die Anspielzeit um 18.45 Uhr passt vielen nicht, vor allem einigen FCL-Fans nicht. Im Cup-Viertelfinal gegen YB (Anspielzeit damals um 18.00 Uhr) machten die Luzerner Fans mit einer Ketten-Aktion auf dem Platz auf sich aufmerksam. Und auch diesmal bestrafte die Fankurve den FCL: Zunächst gab es einen kurzen Stimmungsboykott. Und ehe die FCL-Fans nach drei Minuten mit dem Singen begannen, warfen einige von ihnen Eier aufs Feld. Die Botschaft: «Ehr bruched Eier, mer gänd sie euch.»

Die Aktion sorgte dafür, dass das Spiel fünf Minuten unterbrochen werden musste. In der Halbzeitpause bewarfen einige Ultras auch die Expertenrunde des TV-Senders Teleclub. Grund für die frühe Anspielzeit ist die Champions League. Der europäische Fussballverband Uefa verbietet es den europäischen Ligen wegen TV-Verträgen, zeitgleich Spiele auszutragen. (rg)

FCL-Anhänger warfen aus Protest über die Anspielzeit Eier auf das Spielfeld. (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 11. April 2019)

FCL-Anhänger warfen aus Protest über die Anspielzeit Eier auf das Spielfeld. (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 11. April 2019)

Luzern - Young Boys 1:3 (0:0)

8793 Zuschauer. - SR Schärer. - Tore: 56. Nsame 0:1. 62. Sow (Assalé) 0:2. 63. Eleke (Handspenalty) 1:2. 70. Garcia (Assalé) 1:3.

Luzern: Zibung; Schwegler, Lucas, Schulz, Sidler; Voca (76. Grether), Ndenge; Vargas (77. Demhasaj), Schneuwly, Schürpf (64. Lustenberger); Eleke.

Young Boys: Von Ballmoos; Camara, Von Bergen, Benito; Mbabu, Sow, Aebischer, Garcia; Assalé (79. Schick), Nsame (81. Nsame), Ngamaleu (73. Fassnacht).

Bemerkungen: Luzern ohne Cirkovic (gesperrt), Knezevic, Schmid und Juric (alle verletzt). Young Boys ohne Sulejmani (verletzt). 82. Gelb-Rote Karte gegen Garcia (Foul). Verwarnung: 44. Vargas (Foul). 51. Mbabu (Foul). 52. Ngamaleu (Foul). 65. Ndenge (Foul). 67. Garcia (Foul).

Rangliste: 1. Young Boys 28/75 (78:27). 2. Basel 28/52 (52:39). 3. Thun 28/38 (52:47). 4. Sion 28/36 (44:43). 5. St. Gallen 28/35 (40:49). 6. Zürich 28/34 (36:40). 7. Luzern 28/34 (42:50). 8. Lugano 28/33 (38:41). 9. Neuchâtel Xamax FCS 28/26 (36:56). 10. Grasshoppers 28/21 (26:52).

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