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Lüthis Warten auf den «Big Bang»

Tom Lüthi (32) ist nach dem 2. Platz beim GP von Katalonien so nahe am WM-Titel wie seit 2005 nicht mehr. Aber wenn er den Spanier Alex Marquez (23) überholen will, braucht er einen überzeugenden Sieg.
Klaus Zaugg, Barcelona
Tom Lüthi freut sich über seinen 2. Rang. (Bild: Enric Fontcuberta/Imago (Montmeló, 16. Juni 2019))

Tom Lüthi freut sich über seinen 2. Rang. (Bild: Enric Fontcuberta/Imago (Montmeló, 16. Juni 2019))

Inzwischen zählt Tom Lüthi zu den grössten aller Zeiten. In der «ewigen Rangliste» der WM-Punkte aller Klassen ist er auf den 8. Platz vorgerückt. Vor 16 Jahren hat er in Barcelona seinen ersten Podestplatz herausgefahren (2. hinter Dani Pedrosa/125 ccm). Nun ist ihm an gleicher Stelle der 61. Podestplatz gelungen. Mit Rang 2 hinter Alex Marquez, dem jüngeren Bruder von MotoGP-Titelverteidiger Marc Marquez.

Das erste Podest damals vor 16 Jahren war ein überwältigendes Erlebnis für Lüthi. «Ich erinnere mich noch gut und weiss bis heute doch nicht, wie das passiert ist.» Das Podest am Sonntag ist beinahe Routine – und ganz tief in seiner Rennfahrer-Seele ist es auch eine leise Enttäuschung. Natürlich: Ein 2. Platz in der zweitwichtigsten Töff-WM ist eine grandiose Leistung. Aber Lüthi strebt im goldenen Herbst seiner Karriere nach dem ultimativen Ziel: dem WM-Titel. Seinem zweiten nach 2005 (125 ccm). Und da ist dieser 2. Platz halt eine Niederlage gegen Alex Marquez. Lüthi sagt: «Die WM dauert noch lange und es ist viel zu früh, sich auf einen Gegner einzustellen.» Das muss er so sagen. Noch kann viel passieren.

Ein Duell, das uns in Atem hält

Und doch zeichnet sich ab: Den Titel werden der Spanier (111 Punkte) und der Schweizer (104 Punkte) in den verbleibenden 12 Rennen unter sich ausmachen. Der «heisseste», konstanteste der jungen Generation gegen den erfahrensten, smartesten Routinier. Ein Duell, das uns noch in Atem halten wird. Es sind die Nummer-1-Piloten der beiden besten Teams. Marquez fährt im Rennstall des belgischen Grafen Marc van der Straaten. Ausgerechnet. In diesem Team ist Lüthis MotoGP-Abenteuer letzte Saison so gründlich missglückt, dass sich der Graf aus der MotoGP-Klasse zurückgezogen hat und sich wieder ganz auf die Moto2-WM konzentriert. Marquez hatte letzte Saison nicht ein einziges Rennen gewonnen. Nun hat er den dritten Sieg in Serie gefeiert. Er sagt, er habe seinen Fahrstil verändert und er fühle sich in seinem Team sehr wohl. «Das ist für mich wichtig.»

Lüthi ist die Nummer eins beim deutschen Batteriehersteller Dynavolt. Auch er betont, wie wohl er sich im Team fühle. Und damit sind wir bei den weichen Faktoren, die diesen Titelkampf entscheiden werden. Die Technik kann die Differenz nicht machen. Alle haben die gleichen Motoren (Triumph) und die gleichen Reifen (Dunlop). Marquez und Lüthi setzen auch das gleiche Fahrgestell ein (Kalex). Selbstvertrauen, Nervenstärke, Konstanz, taktische Rennintelligenz werden entscheidend sein. Lüthi stimmt dieser Analyse zu. «Natürlich spielen psychologische Faktoren eine Rolle.» Er wirkt gerade in diesem Bereich stärker als je in seiner Karriere. Dem mag er nicht widersprechen. «Nach allem, was ich letzte Saison durchgemacht habe, bin ich stärker geworden.» Es war die MotoGP-Saison ohne WM-Punkte.

Das Umfeld ist inzwischen perfekt. Der Vertrag mit seinem Arbeitgeber Dynavolt ist auch für die Saison 2020 gültig. Es gibt keine Spekulationen um die Zukunft. Und Teamkollege Marcel Schrötter (26) stört die Harmonie nicht im geringsten. Der freundliche Deutsche verneigt sich geradezu vor Lüthi, hat im Direktduell keine Chance und ist in der Rolle der Nummer 2 glücklich.

Lüthi verströmt Zuversicht

Ein perfektes Team mit einem harmonischen Umfeld ist ein wichtiger Faktor. Aber die stärkste psychologische Wirkung erzielt ein überzeugender Sieg. Am besten im Direktduell mit Marquez. Ein «Big Bang» (Grosser Knall). Das wäre ein Sieg gestern in Barcelona gewesen. Auf diesen «Big Bang» warten wir noch. Lüthi ist zuversichtlich. «Wir sind Alex Marquez nähergekommen.» Vielleicht reicht es beim nächsten Anlauf in zwei Wochen in Assen bereits zum Überholen, zum Urknall, der den Titel ankündigt.

Montmeló (ESP). MotoGP (24 Runden à 4,627 km/111,048 km): 1. Marc Marquez (ESP), Honda, 40:31,175 (164,4 km/h). 2. Quartararo (FRA), Yamaha, 2,660 zurück. 3. Petrucci (ITA), Ducati, 4,537. – Ausgeschieden u.a.: Valentino Rossi (ITA), Yamaha, Dovizioso (ITA), Ducati, und Lorenzo (ESP), Honda. – WM-Stand (7/19): 1. Marquez 140. 2. Dovizioso 103. 3. Alex Rins (ESP), Suzuki, 101. 4. Petrucci 98. 5. Rossi 72.

Moto2 (22 Runden/101,794 km): 1. Alex Marquez (ESP), Kalex, 38:25,678 (158,9 km/h). 2. Tom Lüthi (SUI), Kalex, 1,989. 3. Navarro (ESP), Speed Up, 2,532. – Ferner: 16. Dominique Aegerter (SUI), MV Agusta, 30,395. – Ausgeschieden u.a.: Baldassarri (ITA), Kalex. – WM-Stand (7/19): 1. Marquez 111. 2. Lüthi 104. 3. Navarro 89. 4. Baldassarri 88. Ferner: 22. Aegerter 5. 24. Jesko Raffin (SUI) 3.

Moto3 (21 Runden/97,167 km): 1. Ramirez (ESP), Honda, 38:36,156(151,0 km/h). 2. Canet (ESP), KTM, 0,119. 3. Vietti (ITA), KTM, 0,146. – WM-Stand (7/19): 1. Canet 103. 2. Dalla Porta (ITA), Honda, 80. 3. Antonelli (ITA), Honda, 75,

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