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Lüthis schwierige Rückkehr in die Moto2-WM

Tom Lüthi tritt nächste Saison wieder in der Moto2-WM an. Sein MotoGP-Abenteuer ist zu Ende. Aber die Rückkehr gestaltet sich schwieriger als erwartet.
Klaus Zaugg, Brünn

Der GP von Tschechien in Brünn hat Tom Lüthi (31) und seinem Manager Daniel Epp soeben bittere Niederlagen auf und neben der Rennpiste beschert. Gestern Vormittag haben die beiden offiziell Bescheid bekommen, dass sie nächste Saison keinen Platz mehr im aktuellen Team (Marc VDS) bekommen. Graf Marc van der Straten (70) ist zwar Milliardär und hatte Lüthi eigentlich einen Moto2-Platz für die nächste Saison mündlich zugesichert. Aber er ist halt «nur» noch Besitzer und sitzt nicht mehr in der Chefetage. Er hat sich gegen die Werbegeneräle aus den Firmen seines Bierimperiums nicht durchsetzen können. Sie haben die beiden Moto2-Plätze für 2019 im Team Marc VDS anderweitig vergeben. Und am Nachmittag folgte ein Trainingssturz und der schmähliche 22. Rang mit einem Startplatz in der 8. und damit vorletzten Reihe.

Offiziell hat Lüthi seine Rückkehr in die Moto2-WM zwar noch nicht bestätigt. Epp sagt, warum: «Wir können das nicht offiziell verkünden, solange wir noch bei unserem aktuellen Team unter Vertrag stehen.» Aber der Entscheid ist gefallen. Das MotoGP-Abenteuer ist zu Ende. Es geht nun noch darum, die zweite Saisonhälfte schadlos an Leib und Töff-Seele zu überstehen.

Die Zielsetzung ist klar: 2019 um den Moto2-WM-Titel fahren. Nun bleiben nach der Absage bei Marc VDS drei gute Optionen.

1. Option: Vielleicht bekommt Petronas doch noch einen zweiten Platz für die Moto2-WM 2019. In diesem Falle wären alle Probleme gelöst. Aber alleine auf diese Lösung zu setzen ist zu riskant. Die Zeit läuft, die begehrten Plätze werden laufend vergeben. Die Gefahr ist erheblich, dass ­Petronas doch keinen zweiten Moto2-WM-Platz bekommt.

2. Option: Verliert das Deutsche Dynavolt-Team seinen zweiten Fahrer, könnte es einen Platz neben Marcel Schrötter geben.

3. Option: Die Kultmarke MV Agusta (im Forward-Team) kehrt 2019 in die WM zurück. Eine erste Offerte – zwei Jahre, 300000 Euro Jahresgehalt – hat Lüthis Manager abgelehnt. Mit der Begründung, man habe bessere Optionen. Nun verhandelt er doch wieder mit den Italienern. Er sagt: «Ja, das stimmt.»

Das sind die drei Möglichkeiten, in solidem Team gutes Geld zu verdienen und um Sieg und Ruhm zu fahren. In diesen drei Fällen müsste Tom Lüthi kein «Mitgift» mitbringen. Es gibt weitere Möglichkeiten. Aber die sind vorerst zweitrangig, weil «Mitgift» verlangt wird. Aber Lüthi will 2019 nicht nur um den Titel fahren. Er will auch Geld verdienen.

Hektik so gross wie nie zuvor

Brisant genug, dass auch Dominique Aegerter (28) um einen Platz in der Moto2-WM 2019 bangt, zittert und kämpft. Mit einem 9. Rang im Moto2-Abschlusstraining (dritte Startreihe) hat er seine Position verbessert. Kevin Aegerter kümmert sich ums Management und beginnt am grossen Rad zu drehen. Dort, wo Tom Lüthi im Gespräch ist, bringt er auch seinen Bruder ins Spiel. Weil es nach wie vor höchst unsicher ist, ob Teamchef Jochen Kiefer (der mit Aegerter weitermachen möchte) die nächste Saison finanzieren kann.

Die Hektik ist gross wie nie zuvor in der Geschichte der Moto2-WM. Aus einem einfachen Grund: Die Klasse gerät immer mehr ins Sandwich zwischen den aufstrebenden Stars der Moto3-WM, die aufsteigen wollen, und den gescheiterten MotoGP-Haudegen (wie Tom Lüthi), die absteigen müssen. Es gibt zu viele Piloten und zu wenig Plätze in der Moto2-Weltmeisterschaft.

Nur ein Schweizer hat seinen Job im Fahrerlager auch 2019 auf sicher. Wenn er denn will. Das Nachwuchstalent Jesko Raffin (22). «So habe ich das?», fragt er erstaunt. Seine Chancen auf eine Rückkehr in die Moto2-WM sind inzwischen gleich null. Obwohl er vor dem Gewinn der Moto2-Europameisterschaft steht. So fragt er ungläubig: «Bei welchem Team denn?» Ganz einfach: beim staatstragenden helvetischen Fernsehen. Er arbeitet ja diese Saison als TV-Töff-Experte und macht seine Sache so gut, dass er damit rechnen kann, dass er auch 2019 hinter dem Mikrofon sitzen wird. Dann hat er seinen Platz im Fahrerlager. Er sagt ja immer, sein Ziel sei ein Platz im GP-Fahrerlager 2019 …

Brünn. GP von Tschechien. MotoGP: 1 Dovizioso (ITA), Ducati, 1:54,689 (169,5 km/h). 2 Rossi (ITA), Yamaha, 0,267 zurück. 3 Marc Marquez (ESP), Honda, 0,272. – Ferner, nach dem ersten Teil des Qualifyings out: 13 Morbidelli (ITA), Honda. 22 Lüthi (SUI), Honda.

Moto2: 1 Marini (ITA), Kalex, 2:02,244 (159,1 km). 2 Alex Marquez (ESP), Kalex, 0,115. 3 Pasini (ITA), Kalex, 0,173. – Ferner: 9 Aegerter (SUI), KTM, 0,276.

Moto3: 1 Kornfeil (CZE), KTM, 2:07,981 (151,9 km/h). 2 McPhee (GBR), KTM, 0,419. 3 Ramirez (ESP), KTM, 0,445.

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