Interview

Lugano-Präsident Renzetti sagt: «Wir könnten die Meisterschaft bis im Mai ruhen lassen»

Der Präsident des FC Lugano, Angelo Renzetti, skizziert ein Szenario, wie die Super League die Corona-Krise überbrücken könnte.

Maurizio Minetti
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Hofft darauf, dass die Meisterschaft noch weitergeht: Lugano-Präsident Angelo Renzetti.

Hofft darauf, dass die Meisterschaft noch weitergeht: Lugano-Präsident Angelo Renzetti. 

Gabriele Putzu / KEYSTONE/TI-PRESS

Die Eishockey-Meisterschaft ist in diesen Tagen wegen dem Corona-Virus abgebrochen worden. Droht der Super League das gleiche Schicksal?

Angelo Renzetti: Die Liga-Verantwortlichen treffen sich zwar erst am Montag, aber wir werden wohl schon am Freitag wissen, was Sache ist – je nachdem, was der Bundesrat entscheidet. Ich persönlich hoffe nicht, dass die Super League abgebrochen wird, denn es gilt ja viele Verträge mit TV-Sendern und Sponsoren einzuhalten. Es gäbe schon eine Möglichkeit, die Saison zu retten.

Und die wäre?

Im Gegensatz zum Eishockey sind wir im Fussball etwas flexibler. Wir könnten auch im Juni, Juli oder sogar im August spielen. Man könnte die Meisterschaft also jetzt ruhen lassen, bis das Schlimmste vorbei ist. Das dürfte laut Experten im Mai der Fall sein. Im Mai könnte dann die Saison wieder aufgenommen werden und bis im Juli stünde der Meister fest. Um die Zeit aufzuholen, könnte man die anschliessende Winterpause streichen.

In diesem Szenario dürfte die Fussball-EM aber nicht stattfinden. Gemäss L'Equipe steht sie kurz vor der Absage. 

Ich glaube kaum, dass die EM, die ja in verschiedenen Ländern Europas stattfinden soll, durchgeführt werden kann.

Und wenn die Liga nun doch gestoppt wird? Was wären die finanziellen Auswirkungen für Ihren Club?

Wir haben jetzt schon eine Menge Geld verloren, denn wir sind unter anderem auch für das Catering rund um das Stadion verantwortlich. Aber wir sind ein kleiner Club. Andere wie der FC Basel verlieren das Zehnfache.

Der FC Lugano darf nicht mehr trainieren, weil der Kanton Tessin den Notstand ausgerufen hat. Sind Trainings ausserhalb der Kantonsgrenzen eine Option für Sie?

Das bringt doch nichts. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis der gleiche Status für die ganze Schweiz gilt. Da mache ich mir keine Illusionen.

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