Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Lüthi beginnt an der Moto2-WM als Aussenseiter

Tom Lüthi startet am Sonntag (16.20 Uhr, SRF info) in Doha in die Moto2-WM. Der Berner steht im Niemandsland zwischen Titelfavorit und Mittelmass.
Klaus Zaugg, Doha
Geht heute aus der dritten Startreihe ins Moto2-Rennen: Tom Lüthi. (Bild: Mirco Lazzari/Getty, Doha, 3. März 2019)

Geht heute aus der dritten Startreihe ins Moto2-Rennen: Tom Lüthi. (Bild: Mirco Lazzari/Getty, Doha, 3. März 2019)

Wo steht Tom Lüthi (32) nach dem missglückten MotoGP-Abenteuer? Ist er ein Titelkandidat wie 2016 und 2017? Nun ­haben wir eine erste Antwort auf diese Fragen: Tom Lüthi ist am ersten Trainingstag spektakulär gestürzt und hat am zweiten Tag den 7. Rang und einen Platz in der dritten Startreihe herausge­fahren. Er kommentiert das mit einem Wort aus der Töff-Diplomatie: «Ich bin nicht unhappy.» Also eigentlich zufrieden, aber auch nicht restlos glücklich. Er steht im Niemandsland zwischen den Favoriten und dem Mittelmass, und noch ist offen, in welche Richtung es geht, und so sagt er: «Ich nenne kein Ziel für das Rennen.»

Die Favoritenrolle, die ihm nie behagt hat, und die hohen ­Erwartungen, an denen er in der Schlussphase der WM 2016 und 2017 zerbrochen ist – das alles ist er los. Tom Lüthi beginnt die WM als Aussenseiter mit der Erfahrung aus 132 Moto2-Rennen. Davon hat er elf gewonnen. Eigentlich eine perfekte Ausgangslage für den hochtalentierten, sensi­blen Piloten. Eigentlich.

Aber da ist noch etwas, was im Laufe dieser Saison eine Rolle spielen wird. Sein Teamkollege Marcel Schrötter (26) hat mit der exakt gleichen Kalex-Höllenmaschine die Bestzeit herausgefahren. Die erste seiner Karriere, die in der Moto2-WM schon 111 Rennen andauert und die ihm bis heute erst einen einzigen Platz auf dem Podest beschert hat. Er galt bisher als mental zerbrechlich. Reift er ausgerechnet jetzt endlich zum Champion?

Teamkollege ist der härteste Gegner

Tom Lüthi freut sich selbstredend über diese Trainingsbestzeit und bestätigt, dass er noch nie einen so schnellen Teamkollegen hatte. Das zeige doch, wie super im Team gearbeitet werde. Und natürlich gehört dazu die Erklärung, dass er dadurch nicht beeinflusst werde. Auch das gehört zur ­hohen «Töff-Diplomatie». Aber der Teamkollege ist immer der härteste Gegner. Die Geschichte kennt kein Beispiel von zwei Spitzenpiloten, die unter dem gleichen Dach auf Dauer glücklich geworden sind. Eine der spannenden, grossen Fragen dieser Saison ist deshalb, wie Tom Lüthi mit dieser internen Konkurrenz leben lernt. Bei einem zu langen Aufenthalt im Windschatten seines Teamkollegen könnte sein Selbstvertrauen eine Erkältung einfangen. Rennsport wird immer auch im Kopf entschieden.

Aegerter ist im Rückstand

Dominique Aegerter (28) beginnt seine Saison aus der 8. Reihe (24. Platz), und sein Teamkollege Stefano Manzi steht sogar noch eine Reihe hinter ihm. Er darf nicht ­sagen, was er wirklich fühlt und denkt, und sagt zum wiederholten Mal an diesem Wochenende ein Sprüchlein auf, das ihm mit ziemlicher Sicherheit Team­chefin Milena Körner beigebracht hat: «Ich fahre ein ganz neues Produkt, das wir erst entwickeln müssen. Wir haben ja noch gar keine ganze Renndistanz gefahren. Ein WM-Punkt wird historisch sein.» Wo er recht hat, da hat er recht.

Aber nicht nur die MV Agusta ist ein neues Produkt. Alle, auch Kalex, mussten durch den Wechsel von Vierzylinder-600er- Triebwerken von Honda auf Dreizylinder 765er von Triumph neue Maschinen bauen. Oder auf den Punkt gebracht: Die Konkurrenz hat im Winter ganz einfach besser gearbeitet und testete im letzten Sommer schon, als die MV Agusta erst auf dem Reissbrett existierte.

Die Italiener waren saumselig und beginnen mit einem hausgemachten Rückstand. Dominique Aegerter zahlt jetzt dafür die Zeche.

Losail. Grand Prix von Katar. MotoGP: 1 Viñales (ESP), Yamaha, 1:53,546 (170,5 km/h). 2 Dovizioso (ITA), Ducati, 0,198. 3 Marquez (ESP), Honda, 0,199. – Ferner, nach dem ersten Teil des Qualifyings ausgeschieden: 14 Rossi (ITA), Yamaha. 15 Lorenzo (ESP), Honda.

Moto2: 1 Schrötter (GER), Kalex, 1:58,585 (163,3 km/h). 2 Vierge (ESP), Kalex, 0,146. 3 Baldassarri (ITA), Kalex, 0,199. – Ferner: 7 Tom Lüthi (SUI), Kalex, 0,419. – Nach dem ersten Teil des Qualifyings ausgeschieden: 20 Jesko Raffin (SUI), NTS. 24 Dominique Aegerter (SUI), MV Agusta.

Moto3: 1 Canet (ESP), KTM, 2:05,883 (153,8 km/h). 2 Dalla Porta (ITA), Honda, 0,197. 3 Toba (JPN), Honda, 0,226.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.