London noch nicht vergessen

BEACHVOLLEYBALL. Den Olympia-Traum 2012 träumt auch die Beachvolleyballerin Isabelle Forrer. Allerdings weiss die Oberaacherin, dass sie nur via ein Hintertürchen im Sommer noch nach London kommt.

Ruedi Stettler
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Isabelle Forrer (M.) und Anouk Vergé-Dépré (r.) stellen sich der harten Konkurrenz (Archivbild: Mario Gaccioli)

Isabelle Forrer (M.) und Anouk Vergé-Dépré (r.) stellen sich der harten Konkurrenz (Archivbild: Mario Gaccioli)

Lange war offen, ob es in der Schweiz bei den Frauen neue Zusammenstellungen bei einzelnen Teams gibt. Seit letzten Montag ist dieses Prozedere für Isabelle Forrer abgeschlossen, denn sie spielt weiter mit Anouk Vergé-Dépré (im letzten Jahr wegen des Pfeifferschen Drüsenfiebers länger out) zusammen. Die am 28. März 30 Jahre alt werdende Thurgauerin und die am 11. Februar erst ihren 20. Geburtstag feiernde Bernerin harmonieren perfekt. «Ich hatte gehofft, dass es so bleibt. Jetzt freue ich mich auf eine hoffentlich spannende Saison», ist die Erleichterung aus Forrers Stimme spürbar. Da wären einige Probleme aufgetaucht, waren doch die Sponsorverträge (unter anderem als Bschüssig-Pro-Team) bereits unterschrieben.

Täglich im Sand

Am nationalen Leistungszentrum in Bern herrscht längst Hochbetrieb und Forrer/Vergé-Dépré sowie die anderen Aushängeschilder stehen täglich maximal zweieinhalb Stunden im Sand. Unter der Aufsicht von Trainerin Claudia Laciga und nun auch offiziell von Anouks Vater Jean-Charles wird nicht nur an der Technik gefeilt. Auf dem Programm stehen zusätzlich Kraft- und Athletiktraining sowie Ausdauer. Ein recht happiges Programm. Isabelle Forrer gibt zu: «Ja, ich bin am Abend meistens recht müde.» Obwohl sie vorläufig als Vollprofi agiert: «Am 22. Dezember hatte ich meinen letzten Arbeitstag als Physiotherapeutin. Bis zum endgültigen beruflichen Abschluss fehlen mir noch vier Monate. Aber das hole ich nach.»

Mit den neuen Freiheiten ohne Arbeit hat die Thurgauerin manchmal ihre liebe Mühe: «Es ist ungewohnt für mich, über so viel Freizeit zu verfügen.» Aber ihr «neues» Leben bringt auch viele Vorteile, denn gerade die Monate Januar bis März sind unheimlich trainingsintensiv. «Alles läuft jedoch sehr geregelt ab. In der Wettkampfphase geht es um einiges hektischer her und zu», hält sie lachend fest.

Brasilien und China

Die Planung für die kommende Saison gestaltet sich noch etwas schwierig. Aber schon weit fortgeschritten sind die ersten Fixpunkte. In Brasilien und China stehen im April Weltcup-Turniere an. Und dann geistert bei «Isa» im Hinterkopf immer noch Olympia (27. Juli bis 12. August) herum. Ein Antreten an den Olympischen Sommerspielen in London ist nicht endgültig abgehakt. An Simone Kuhn/Nadine Zumkehr kommen Forrer/Vergé-Dépré im Normalfall nicht vorbei.

Aber es gibt den Umweg über den Continental-Cup. Und da stand Forrer im letzten Jahr in der Ukraine im erfolgreichen Schweizer Team. Als nächster Auftritt folgt vom 18. bis 24. Juni der Final in der Türkei.

Harte Konkurrenz

Sollten sich die Schweizerinnen in dieser dreiphasigen Ausmarchung mit dem Finalerfolg tatsächlich noch einen zweiten Olympia-Quotenplatz erkämpfen, ist die Konkurrenz allerdings enorm hart. Neben Forrer/Vergé-Dépré möchten sich auch Tanja Goricanec/Muriel Grässli und Romana Kayser/Joana Heidrich (beides ehemalige Forrer-Partnerinnen) die England-Reise nicht entgehen lassen.