Liftteam hofft auf Ligaerhalt

Der Thurgauer Rollstuhl-Basketballer Rolf Köpfli steht im Aufgebot für die EM in Frankfurt. Die Schweizer spielen in der obersten Liga.

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Der Thurgauer Rolf Köpfli in Action. (Bild: uhu)

Der Thurgauer Rolf Köpfli in Action. (Bild: uhu)

BEHINDERTENSPORT. Über die Zielsetzung an der Europameisterschaft muss mit dem in St. Gallen bei den «Rolling Rebels» spielenden Rolf Köpfli (Neukirch-Egnach) nicht lange diskutiert werden. «Wir waren in den vergangenen Jahren eine Liftmannschaft. Dies soll sich durch den Ligaerhalt ändern», sagt der rollende Basketballer nach den letzten Testspielen gegen Österreich, Frankreich und die Türkei. Obwohl die ebenfalls in der obersten Liga spielenden Franzosen und Türken stärker waren. «Trotzdem starten wir heute zuversichtlich ins Turnier», gibt sich der 33jährige St. Galler Captain zuversichtlich.

Seit 2005 gehört er dem Nationalteam an. 2009 und 2011 stieg die Schweiz ab, 2008, 2010 und 2012 wieder auf. Zweimal durfte die Mannschaft von Trainer Stefan Donner (De) als Tabellendritter den Lift nur befahren. Titelverteidiger Grossbritannien und Mitfavorit Deutschland werden in der Gruppenphase für den Aufsteiger wohl zu stark sein. «Holland sollte in Reichweite liegen. Italien, Europameister von 2009, ist schwierig einzuschätzen.»

Bronze für St. Gallen

Beherrscht wird die nationale Rollstuhl-Basketballszene von den «Pilatus Dragons». Der Rollstuhlclub St. Gallen, dem Handbike-Paralympicssiegerin Sandra Graf und die Curling-Internationale Claudia Hüttenmoser angehören, beendete die Meisterschaft auf Rang drei.

Der ehemalige Geräteturner und Korbballer Rolf Köpfli stürzte im März 2002 von einem Felsvorsprung und verletzte sich derart schwer, dass er zu den schwersten behinderten Paraplegikern gehört. «Bereits ein Jahr nach dem Unfall begann ich mit Basketball», sagt er. Die Entwicklung verlief rasant. In Frankfurt soll ein Karrierenhöhepunkt folgen. «Wir sind gut angekommen. Alles passt», lässt er ausrichten.

Klassifizierung

Die funktionale Klassifizierung der Spieler spielt im Rollstuhl-Basketball eine entscheidende Rolle. Insgesamt dürfen die fünf auf dem Feld rollenden Akteure nicht mehr als 14 Punkte aufweisen. Die niedrigste Punktzahl (höchster Behinderungsgrad) ist eine 1, kaum handicapierte Spieler werden mit 4,5 eingestuft. Rolf Köpfli gilt als 1-Punkte-Spieler. Er kann die Beine nicht bewegen und verfügt über keine Rumpfkontrolle. (uhu)