Lieber treffen als plaudern

FUSSBALL. Am liebsten hätte Dejan Janjatovic seine Freude über sein spätes Tor ganz leise in die Kabine getragen. Auf dem Feld, ja, da war er noch laut schreiend dagestanden, hatte die Arme in die Höhe gerissen, bevor er von seinen Mannschaftskollegen überrannt wurde.

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FUSSBALL. Am liebsten hätte Dejan Janjatovic seine Freude über sein spätes Tor ganz leise in die Kabine getragen. Auf dem Feld, ja, da war er noch laut schreiend dagestanden, hatte die Arme in die Höhe gerissen, bevor er von seinen Mannschaftskollegen überrannt wurde. Aber danach, als ihm Mikrophone ins Gesicht gestreckt wurden, hielt er sich zurück. Er musste von Medienchef Daniel Last regelrecht zum Interview gerissen und geschoben werden.

Ja natürlich, er freue sich übers Tor, sagte er dann. Und ja, es sei wichtig für die Mannschaft. Und auch für ihn, der zuletzt vier Spiele wegen einer Verletzung gefehlt hatte. Aber reden, nein, das wolle er eigentlich nicht mehr mit den Medien. Da sei schon vieles geschrieben worden, das ihm nicht gepasst habe. Da spiele und treffe er lieber: Zum ersten Mal übrigens in dieser Meisterschaftssaison.

Auf die Frage schliesslich, ob er sich das linke obere Toreck auch wirklich zum Ziel genommen hatte, stockte er kurz. «Aufs Tor habe ich gezielt», sagte er. Dass es die linke Ecke wurde, war wohl eher Zufall. Ein schöner Zufall, der sein Team weiter hoffen lässt. Auch Thun-Trainer Urs Fischer würdigte den Treffer danach gebührend. «Janjatovic trifft aus 20 Metern, wir nicht einmal aus fünf. Das war heute der Unterschied.» Es war das Schlusswort des Abends. (rst)