Lewandowski war zu langsam

Die Fussballwelt staunt über Robert Lewandowskis fünf Tore für Bayern München innerhalb von neun Minuten. Ein Blick zurück zeigt aber: Der Pole liegt damit weit hinter den grössten Hattrick-Rekorden. Und: Ein St. Galler tat es ihm im Jahr 2000 fast gleich.

Ralf Streule
Merken
Drucken
Teilen

FUSSBALL. Beim 5:1-Sieg Bayern Münchens gegen Wolfsburg hat Robert Lewandowski am Dienstag Rekorde aufgestellt. Erst einmal hatte ein Spieler zuvor in der Bundesliga fünf Tore hintereinander in einer Halbzeit erzielt: Es war Dieter Hoeness bei Bayern Münchens 6:0-Heimsieg gegen Braunschweig 1984. Der Bruder von Uli Hoeness brauchte damals aber elf Minuten – und damit zwei Minuten mehr als Lewandowski von der 51. bis zur 60. Minute.

Der noch schnellere Schwede

Den Hattrick – die drei Tore in Folge, die im Fussball zur Masseinheit für Torjäger geworden sind – schaffte der Pole in 202 Sekunden. Das ist Bundesligarekord. Zuvor hatte diesen der Duisburger Michael Tönnies inne, der 1991 gegen Karlsruhe fünf Minuten benötigte. Dennoch war Lewandowski zu langsam, um alle Hattrick-Rekorde zu brechen. Vor 20 Jahren war in Schweden jemand um zwei Minuten schneller: Magnus Arvidsson erzielte beim 5:3-Erfolg von Hässleholm gegen Landskrona im November 1995 in der 2. schwedischen Liga in 89 Sekunden einen Hattrick. Schneller war auch der Senegalese Sadio Mané, der im Mai 2015 für Southampton im Spiel gegen Aston Villa dreimal innert 176 Sekunden traf.

Zamorano nicht auf Platz eins

Es gibt weitere Hattrick-Geschichten, die ähnlich imposant sind wie diejenige Lewandowskis. Da ist der Torhüter-Hattrick der paraguayischen Goalie-Legende José Chilavert, der drei Penalties hintereinander verwertete. Oder, aus St. Galler Sicht, natürlich der Hattrick Ivan Zamoranos beim 5:1 gegen die Young Boys 1989. Viereinhalb Minuten brauchte der Chilene damals. Er schaffte es damit nicht ganz auf den ersten Platz der Schweizer Hattrick-Charts: Ernst Wechselberger war 1960 schneller (siehe Tabelle).

Ein anderer St. Galler könnte als «Lewandowski der Schweiz» bezeichnet werden, wie die Swiss Football League gestern schrieb: Ionel Gane traf Ende 2000 beim 7:0 gegen Yverdon fünfmal für die St. Galler. Nur brauchte er dafür eine ganze Stunde (18. bis 78. Minute). Sein Torreigen wurde zudem durch die Pause unterbrochen. Und durch das 2:0 von Charles Amoah.