«Leuen» sind wieder Schlusslicht

EISHOCKEY. Der HC Thurgau verliert das Nachtragsspiel der 6. NLB-Runde bei den zuletzt schwachen Basler Sharks mit 5:7. Defensive Mängel und individuelle Aussetzer verhindern vor 1014 Zuschauern den machbaren zweiten Saisonsieg.

Markus Rutishauser
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Von seinen Vorderleuten oft im Stich gelassen kassierte HCT-Schlussmann Andreas Schoop in der St. Jakob-Arena gleich sieben Gegentore. (Bild: Mario Gaccioli)

Von seinen Vorderleuten oft im Stich gelassen kassierte HCT-Schlussmann Andreas Schoop in der St. Jakob-Arena gleich sieben Gegentore. (Bild: Mario Gaccioli)

Die Mannschaft von Rolf Schrepfer konnte die Verunsicherung der Basler nach den deren brutalen Niederlagen gegen Ajoie (0:6) und Olten (1:9) nicht ausnützen. Basel spielte nicht etwa stark auf, sondern der HCT gewährte ihm grosszügig Schützenhilfe. Bedenklich war aus Ostschweizer Sicht, dass fast jedem Gegentor ein individueller Fehler vorausging. Zudem entpuppte sich der Slot vor Torhüter Schoop für die Sharks mehr als Wellnessoase denn als ungemütliche Zone.

Dreimal geführt

Die Partie begann für den HCT optimal. Schon nach 129 Sekunden lief Basel in einen schnellen Konter, den Plankl nach Querpass von Ganz ins verlassene Tor hämmerte. Die Freude über diese Führung dauerte allerdings nicht sehr lange, denn in der 7. Minute unterlief Cadonau in Basels Defensivzone ein lapidarer Scheibenverlust, den der Sharks-Kanadier Wright dankend annahm und nach einem Solo zum 1:1 abschloss. Danach geriet Thurgau gehörig unter Druck. Das frühe Time-out von Trainer Schrepfer (11.

) brachte kaum Besserung. Die «Leuen» kamen nur mit viel Glück um ein weiteres Verlusttor herum. Erst die zweite Strafe gegen Basel brachte etwas Luft. Und da Wright wenig später einen Befreiungsschuss über die Plexiglaswand hinter Goalie Schoop hämmerte, kamen die Ostschweizer sogar zu einer doppelten Überzahl. Diese nützte Day nach Vorarbeit von Brulé prompt zum 1:2.

Weil Day während der bereits vierten Strafe gegen Basel eine Riesenchance ausliess, kassierte Thurgau während seiner ersten Unterzahl den erneuten Ausgleich durch einen harten Slapshot von Fäh. Dem Foul von Jaag war erneut ein leichtsinniger Puckverlust in der Defensive vorausgegangen. Noch in Unterzahl gingen die «Leuen» im Mitteldrittel durch ein Kontertor von Ganz nach nur 39 Sekunden erneut in Führung.

Instabile Defensive

Aber erneut nur kurz: 80 Sekunden später beförderte wohl Schmidt die Scheibe ganz über die Linie. Da es im Eishockey keine Eigentore gibt, wurde das 3:3 Keller gutgeschrieben. Zumindest reagierte der HCT in der Folge und versuchte die Basler unter Druck zu setzen. Der nächste Treffer gelang aber wieder den Gastgebern. Bianchi reagierte im Slot vor Schoop am schnellsten (32.). Gut zwei Minuten später stand es aber schon wieder unentschieden. Jaag überlistete Keeper Mantegazzi nach einer gelungenen Kombination mit Fehr.

Der Torschütze zum 4:4 ermöglichte Basel durch ein Foul das 5:4 (37.) durch Topskorer Roy, der am nahen Pfosten abstaubte. Und jetzt setzte Basel nach: Dommen liess sich in der Ecke vom jungen Chiriaev «vernaschen» und dieser bezwang Schoop ein sechstes Mal.

Basel kontrollierte den letzten Abschnitt und Thurgau war nicht in der Lage, entscheidend zuzulegen. Zudem kassierte es drei Strafen innert sechs Minuten.

Die beiden Treffer in den letzten 17 Sekunden durch Dommen und Schwarz ins leere Tore besassen nur mehr statistischen Wert.