Letzte Chance auf EM-Teilnahme

Die Toggenburgerin Selina Büchel startet am Wochenende an den Schweizer Meisterschaften über 800 Meter. Um in Magglingen die Limite für die Hallen-EM laufen zu können, muss die 21jährige Athletin über sich hinauswachsen.

Raya Badraun
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Vor den Titelkämpfen in Magglingen ist Selina Büchel zuversichtlich. (Bild: Michel Canonica)

Vor den Titelkämpfen in Magglingen ist Selina Büchel zuversichtlich. (Bild: Michel Canonica)

LEICHTATHLETIK. Für Selina Büchel geht es in Magglingen nicht nur darum, einen weiteren Meistertitel bei den Aktiven über 800 Meter zu gewinnen. Dies hat die Athletin bereits 2011 und 2012 geschafft. Um an der EM in Göteborg teilzunehmen, muss die 21-Jährige die Limite erfüllen. Sie muss eine Zeit erreichen, die sie bisher in der Halle noch nie gelaufen ist. Am Meeting in Düsseldorf, das am vergangenen Freitag stattfand, brachte sie die 800-m-Strecke in 2:05,85 hinter sich, 85 Hundertstelsekunden zu langsam für die EM. «Ich weiss, dass ich die Strecke in 2:05,00 rennen kann», sagt Büchel. «Aber ich weiss nicht, ob ich das alleine schaffe.» In ihrer Paradedisziplin fehlt der Mosnangerin in der Schweiz eine starke Konkurrenz, die sie zu Höchstleistungen antreibt.

Auch deshalb trat sie in Düsseldorf an. Als Büchel die Startliste anschaute, war sie jedoch enttäuscht. Schnelle Läuferinnen waren keine dabei. In der Hoffnung auf eine gute Tempomacherin nahm sie dennoch teil. Diese startete jedoch zu langsam und hielt die ersten 400 Meter lediglich mit der Schweizerin mit. «Ich habe nicht viel von ihr profitiert», sagt die Spitzenathletin des KTV Bütschwil. Trotzdem sah es nach 600 Metern so aus, als würde sie die Limite schaffen. «Auf den letzten 200 Metern büsste ich allerdings etwas Zeit ein», sagt Büchel. Mit drei Sekunden Vorsprung gewann sie die B-Serie und knackte den U23-Schweizerrekord. Für die Limite reichte es nicht.

Mehr Zeit zum Trainieren

Dabei ist die Vorbereitung auf die Hallen-Saison ideal verlaufen. Auch deshalb, weil Büchel nun mehr Zeit zum Trainieren hat. Im vergangenen Sommer erlangte sie die Berufsmaturität, seit September arbeitet sie noch 50 Prozent als Raumplanungszeichnerin in St. Gallen. «Seither habe ich mein Training in jedem Bereich ein bisschen ausgebaut», sagt Büchel. Hat sie bis im vergangenen Sommer sechsmal pro Woche trainiert, sind es heute zehn bis zwölf Einheiten. Am Morgen macht sie jeweils leichte Übungen. «Das ist wichtig, um Verletzungen zu verhindern.» Am Abend trainiert sie mit dem KTV Bütschwil.

Eine schwere Erkältung warf die Läuferin dann aus der Bahn. Anfang Februar reiste sie kurz nach der Ankunft in Frankreich, wo sie an einem Meeting starten wollte, wieder nach Hause. Auch in Düsseldorf war sie angeschlagen. «Zwei Stunden vor dem Wettkampf sagte ich mir: <Denk an das Rennen, nicht an die Erkältung.>»

Sie will im Vorlauf angreifen

Noch hustet sie ein wenig, fit für den Wettkampf sei sie trotzdem. Welche Taktik wählt sie an den Titelkämpfen in Magglingen? Für Büchel steht fest, dass sie bereits beim Vorlauf von morgen angreifen will. Ihr Trainer sieht es etwas anders. «Am Sonntag ist die Spannung grösser», sagt Göldi. Das letzte Wort hat aber die junge Athletin. Sie müsse spüren, was für sie das Richtige sei. «Gebe ich am Samstag schon alles, habe ich zwei Chancen, um die Limite zu laufen», sagt Büchel und lacht.