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Lenherr vor dem nächsten Sprung

Am Montag startet in Arosa der Weltcup. Der 29-jährige Jonas Lenherr will nach dem starken Schlussspurt im vergangenen Winter da weitermachen, wo er aufgehört hat – und peilt einen Erfolg an der WM an.
Philipp Wolf
Jonas Lenherr startet in Arosa in seine sechste Weltcupsaison. (Bild: PD)

Jonas Lenherr startet in Arosa in seine sechste Weltcupsaison. (Bild: PD)

Es hat lange gedauert. Nachdem wegen Schneemangels die Weltcuprennen im französischen Val Thorens und im österreichischen Montafon abgesagt und der Anlass in Arosa neu angesetzt hatte werden müssen, startet die Weltcupsaison am Montag endlich. Zwar absolvierten die Schweizer Skicrosserinnen und Skicrosser vor rund drei Wochen ein Europacuprennen im österreichischen Pitztal, das Jonas Lenherr für sich entschied. Doch misst der Gamser diesem Resultat nicht allzu viel Bedeutung bei.

«Es ging vor allem darum, zu sehen, dass das Material funktioniert», sagt Lenherr. Das Rennen an sich sei höchstens eine kleine Standortbestimmung gewesen. Das Resultat sei keine Folge seines starken Schlussspurts in der vergangenen Saison. Damals holte Lenherr im März seinen zweiten Weltcupsieg und fuhr ein weiteres Mal aufs Podest. Der Formstand der Athleten ist ohne Rennpraxis schwierig zu bestimmen. Dieser Ungewissheit be­gegnet Lenherr relativ gelassen. «Hat es keinen Schnee, warten wir eben», sagt er. Lenherr wirkt dabei geduldsam.

Das Potenzial noch längst nicht ausgeschöpft

Zweifellos hat Lenherr keinen Grund zur Ungeduld. Er weiss um seine Qualitäten und um die Dinge, die er noch verbessern kann. So kam es vor, dass sich Lenherr in der vergangenen Saison ab und an zu sehr unter Druck setzte, nachdem er gut in den Winter gestartet war. Nun versucht er das Ganze mit ein wenig Abstand zu betrachten. Doch es sei ohnehin schwierig, Erfolge oder Rückschläge an einzelnen Dingen festzumachen, sagt Lenherr. Trotzdem ist sich der Ostschweizer bewusst, dass er bisher sein Potenzial noch nicht ausgeschöpft hat. Dem pflichtet auch Christoph Peretten bei, Chef Freestyle bei Swiss Ski. Peretten sagt einerseits: «Bis anhin ist ­Jonas unter Wert geschlagen worden.» Andererseits sei mit Lenherr immer zu rechnen.

Er liefert selbst handfeste Argumente dafür, warum der Gamser seinen Zenit noch nicht erreicht hat. Lenherr ist 29. Erst 29, müsste man mit Blick auf Skicross, diese wilde und teilweise unberechenbare Sportart, wohl noch ­anfügen. Wie bei den alpinen Skifahrern spielt Rennerfahrung eine grosse Rolle. «Mit 29 ist man da noch mittendrin», sagt Lenherr; er hat in Sachen Erfahrung noch Aufholbedarf. Schliesslich hat der Werdenberger lediglich rund halb so viele Weltcupstarts absolviert wie beispielsweise sein nur zwei Jahre älterer Teamkollege Armin Niederer. Diese Tatsache hängt wohl auch damit zusammen, dass ­Skicross bis vor drei Jahren in Lenherrs Leben noch nicht die Hauptrolle spielte. Mit 26 Jahren begann der Ostschweizer viel mehr Zeit in den Sport zu investieren und arbeitete nicht länger auf seinem angelernten Beruf des Landschaftsgärtners.

«Eine WM-Medaille ist im Bereich des Möglichen»

Am Montag also startet der Gamser vor heimischem Publikum in seine sechste Weltcupsaison. ­Peretten traut dem schnellen und schnellkräftigen Athleten in den kommenden Wochen und Monaten weitere Podestplätze und Siege zu. Lenherr selbst gibt sich grundsätzlich zurückhaltend und formuliert lediglich ein Ziel frisch von der Leber weg: Am 2. Februar will er im amerikanischen Park City an der WM teilnehmen. Dafür muss er zunächst die teaminterne Qualifikation überstehen, deren Prozedere noch nicht genau festgelegt ist, um als einer von vier Schweizern in den USA anzutreten. Lenherr sagt dazu selbstbewusst, wenn er die Selektion schaffe, «ist eine WM-­Medaille im Bereich des Möglichen».

Das Programm in Arosa

Der Weltcupanlass erstreckt sich über zwei Tage. Am Sonntag absolvieren die Frauen und die Männer ab 17.30 Uhr die Qualifikation. Am Montag finden ab 19.30 Uhr die Finals der Frauen und Männer statt, die auf SRF zwei live übertragen werden. Die Schweizer Athleten, die in Arosa starten: Frauen: Fanny Smith, Sanna Lüdi, Talina Gantenbein, Priscillia Annen, Zoé Cheli, Sixtine Cousin. Männer: Marc ­Bischofberger, Alex Fiva, Jonas Lenherr, Armin Niederer, Joos Berry, Romain Détraz, Timo Müller, Ryan Regez, Peter Stähli, Bryan Zooler. (pw)

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